Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Eryngium

Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Eryngium

Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Eryngium

Künstler: Albrech Dürer
Titel: Selbstportät mit Blume
Entstehungsjahr: 1493
Maße: 57 x 45 cm
Sammlung: Louvre, Paris, Frankreich
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as Selbstbildnis mit Eryngium ist eines der ältesten Selbstporträts Dürers. Dem Bild gingen zwei Studien aus den Jahren 1491 und 1493 voraus. Die erste zeigt den jungen Dürer mit aufgestütztem Kopf und grübelndem Blick, während die zweite Skizze neben einem Selbstbildnis in Frontalansicht eine Studie seiner eigenen Hand mit einer unsichtbaren Blume zeigt.

Jenes Selbstbildnis zeigt den jungen Dürer mit der Distelpflanze Eryngium (= Mannstreu) in der rechten Hand, was als Symbol auf die Passion Christi verstanden werden soll. Dieses Selbstbildnis dokumentiert Dürers Aussehen im Alter von 22 Jahren. Er malte es in Straßburg während seiner Wanderzeit, bevor er zurück nach Nürnberg ging und Agnes Frey, die Tochter eines sehr angesehenen Bürgers, heiratete, die sein Vater für ihn ausgesucht hatte. Johann Wolfgang von Goethe, der 1805 in Helmstedt eine Kopie des Bildes sah, hielt es deshalb für eine Brautwerbungsgabe für Agnes Frey.

Eine Inschrift am oberen Bildrand unter der Jahreszahl 1493 lautet folgendermaßen:

My sach die gat / als es oben schtat

Diese Inschrift könnte man folgendermaßen in modernes Deutsch übertragen:

Meine Sachen werden von oben bestimmt.

Zum Ausdruck kommt damit Dürerers Gottesergebenheit, die schon mit dem Eryngium angedeutet wird.

Auffällig ist der „schiefe" Blick, ein Kennzeichen fast aller Selbstbildnisse Dürers. Die rechte Pupille ist im äußersten Augenwinkel, während die linke Pupille geradeaus schaut. Dieser Blick ist damit zu erklären, dass sich Dürer von der Seite im Spiegel betrachtete.

Über die Bedeutung des Eryngium wurde viel gerätselt. Angesichts der Tatsache, dass das Eryngium im Volksmund auch „Mannstreu" genannt wird, wurde es auf die bevorstehende Heirat mit Agnes Frey bezogen, welche in seiner Abwesenheit ausgehandelt wurde. Es wird auch behauptet, Dürer habe sein Selbstbildnis auf Pergament gemalt, um es seiner Verlobten leichter schicken zu können. Dieser Vermutung widerspricht jedoch die Inschrift: „My sach die gat / Als es oben schtat". Dieser Ausdruck des Gottvertrauens ist nur schwer im Zusammenhang mit einer Brautwerbung zu sehen. Wahrscheinlich hat Dürer das Gemälde wie seine anderen Selbstbildnisse für sich selbst angefertigt.

Textquelle: Seite „Dürers Selbstbildnisse“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Juli 2010, 06:19 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 6. Oktober 2010, 13:26 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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