Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Landschaft (Madrider Selbstportrait)

Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Landschaft (Madrider Selbstportrait)

Albrecht Dürer: Selbstportrait mit Landschaft (Madrider Selbstportrait)

Das Selbstbildnis mit Landschaft zeigt Dürer in Kleidung eines eleganten Patriziers, nicht in der Arbeitskleidung eines Kunsthandwerkers. Die Inschrift am rechten Bildrand lautet folgendermaßen:

1498. Das malt´ ich nach meiner Gestalt. Ich war 26 Jahr` alt.

Darunter steht das Monogramm Dürers mit den Initialen AD, das in fast allen seinen Werken vorkommt.

Die Mütze entspricht der neuesten Mode seiner Zeit und das Gewand mit der feinen Stickerei am Saum war ebenfalls elegant, denn Dürer war modebewusst und stolz. Die sorgfältige Ausführung der Haarlocken, die wie in Gold graviert scheinen, zeugt von der Lehrzeit in der Goldschmiede-Werkstatt seines Vaters.

Auf seinem Weg nach Venedig überquerte Dürer die Alpen, wobei ihn die Gebirgslandschaft so sehr beeindruckte, dass er sie in Zeichnungen festhielt und später dazu benutzte, um Hintergründe zu gestalten.

Die entspannte Position mit den Arm auf einem Sims und dem leicht gedrehtem Kopf sowie dem Fenster im Hintergrund zeigt, dass Dürer die neuesten Ansätze venezianischer Porträtkunst übernommen hat. Andererseits verweist die Weigerung, sein Gesicht zu idealisieren, auf die nördlichen Traditionen seiner deutschen Heimat.

In Deutschland wurden zu Dürers Zeiten - anders als zum Beispiel in Italien - Künstler noch als Handwerker angesehen. Dürer stellt sich hier als aristokratischen, stolzen jungen Mann mit Ringellöckchen dar, der Gelassenheit zur Schau trägt. Sr. Wendy Becket meint dazu:

Seine modische, aufwendige Kleidung verrät ebenso wie die dramatische Berglandschaft, die man durch das Fenster sieht (und die seinen erweiterten Horizont andeuten soll), daß er sich selbst für alles andere als einen beschränkten Provinzler hielt.

In Kindlers Malereilexikon heißt es zu diesem Selbstbildnis:

Es scheint, daß ihm dieses glanzvolle Madrider Selbstbildnis eine ganze Reihe von Aufträgen einbrachte; denn in den nächsten Jahren entstanden ähnlich angelegte, aber einfachere Bildnisse, vor allem der Familie Tucher im Jahre 1499, die in ihrer energischen Durchmodellierung sehr viel über das neue Standesbewußtsein dieses reichen Bürgertums aussagen.

Das Bild gelangte in den Besitz des Königs Charles I. von England, der es als Geschenk von Lord Arundel erhielt. Lord Arundel wiederum hatte es vom Nürnberger Stadtrat geschenkt bekommen.

Nach der Hinrichtung von König Charles im Jahr 1649 kaufte der spanische König Philipp IV. das Porträt, wodurch es nach Spanien und letzten Endes in den Prado kam.

Textquelle: Seite „Dürers Selbstbildnisse“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Juli 2010, 06:19 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 6. Oktober 2010, 13:26 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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