Das Petrusgrab im Petersdom

Das Petrusgrab im Petersdom

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Das Petrusgrab im Petersdom

Seit etwa 200 wird eine bestimmte Stelle auf dem vatikanischen Hügel als Petrusgrab verehrt. Kaiser Konstantin der Große ließ von 315 bis 349 darüber die Petersbasilika bauen, die 1507 abgerissen und durch den Bau des Petersdoms ersetzt wurde. Dabei wurde dessen Altar über dem angenommenen Petrusgrab platziert. Die Reste des Grabmonuments sind heute hinter dem Christusmosaik der Palliennische in der Confessio unter dem Papstaltar verborgen.

Das früheste mögliche Zeugnis von Grabstätten des Petrus und Paulus in Rom sah Eusebius in einem Zitat des römischen Presbyters Gaius (Kirchengeschichte II/25,5-7):

„Ich kann die Tropaia der Apostel zeigen. Denn wenn du zum Vatikan gehen willst oder auf die Straße nach Ostia, wirst du die Tropaia derer finden, die diese Kirche gegründet haben.“

Der griechische Ausdruck Tropaion bezeichnete allerdings meist ein Denkmal oder Siegesmal. Gaius kannte offenbar eine solche bauliche Struktur, die eventuell die angenommenen Hinrichtungsorte beider Apostel markierte, deren Märtyrertod als Sieg gedeutet wurde. Erst Eusebius deutete das Zitat 100 Jahre später als Hinweis auf Grabstätten.

Pius XII. gab die Grotten unter dem Altar des Petersdoms 1940 bis 1949 erstmals für archäologische Grabungen frei. Sie ergaben, dass dort zwei parallele Grabreihen in West-Ost-Richtung am Hang eines Hügels lagen. Sie wurden beim Baubeginn der Petrusbasilika zugeschüttet und die Aufschüttung wurde mit Mauern abgestützt: Dieser Aufwand sollte offenbar den Grundriss der Basilika mit einem bestimmten Punkt der Nekropole zur Deckung bringen. Unter ihrem Altar fanden sich Reste eines kleinen Säulenmonuments mit einem Vordach und einer kleinen Nische in der Wand dahinter in einem größeren Grabhof, der auf etwa 160 datiert wurde. Das Grabungsteam gab diese Funde 1951 als Entdeckung des Petrusgrabes bekannt, stieß damit unter Archäologen aber wegen mangelhafter Dokumentation und methodischer Fehler beim Graben auf Ablehnung. Daraufhin erlaubte der Vatikan von 1953 bis 1958 und nochmals 1965 weitere Grabungen, deren Ergebnisse breiter als zuvor dokumentiert und diskutiert wurden.

Man fand unter dem Säulenmonument ein schlichtes Erdgrab aus dem späten 1. Jahrhundert ohne Knochen. Nur dicht darum angeordnete Erdgräber von Christen enthielten Knochen von Personen verschiedenen Alters und Geschlechts. Die Anordnung gilt einigen Forschern als Hinweis auf eine Verehrung dieser Stelle als Petrusgrab um 150. Vermutet wird, dass die Nische seit etwa 140 einen runden Gedenkstein - cippus genannt - enthielt, der den Ort des Petrusmartyriums markieren sollte und das von Gaius erwähnte Tropaion war. Die Archäologin Margherita Guarducci deutete Inschriften in der Mauer hinter dem Säulenmonument, darunter die Buchstabenfolge PETR... EN I, als Bezeichnung von Petrusreliquien, fand damit aber kaum wissenschaftliche Zustimmung. An anderen Ausgrabungsorten in Rom fanden sich ähnliche Graffiti, die dort ein Gedenken von Christen an Petrus und Paulus als Märtyrer belegen.

Textquelle: Seite „Simon Petrus“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Mai 2011, 23:15 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 31. Mai 2011, 08:48 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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