Bus Stop (1956)

Bus Stop (1956)

Bus Stop (1956)

Bus Stop ist der Titel einer Komödie von William Inge und auf dieser basierender Filme, vor allem einer bekannten Verfilmung mit Marilyn Monroe von Regisseur Joshua Logan.

Personen

* Grace Hoyland, Wirtin
* Elma Duckworth, Restaurant-Aushilfe
* Will Masters, Sheriff
* Cherie, Nachtclubsängerin
* Dr. Gerald Lyman, Professor
* Carl, Busfahrer
* Bo Decker, temperamentvoller Cowboy
* Virgil, väterlicher Freund von Bo

Handlung

Ein Bus mit ein paar Reisenden ist aufgrund eines schweren Schneegestöbers gezwungen, an einem kleinen Restaurant am Straßenrand zu halten. Die Reisenden stecken wegen des Unwetters über Nacht in dem Restaurant fest. Unter ihnen befinden sich die Nachtclubsängerin Cherie und ein junger, wilder Cowboy namens Bo Decker, der sie entführt hat, um sie zur Heirat zu zwingen. Im Mittelpunkt des Stücks stehen die auf plumpe, starrsinnige und lautstarke Art vorgetragenen Liebeserklärung von Bo an Cherie, welche jedoch ständig zu verstehen geben will, dass sie gegen eine Heirat mit Bo ist. Erst eine verlorene Prügelei mit Carl, dem Busfahrer, bewegt Bo dazu, sich über sein naives Handeln Gedanken zu machen und darüber, dass nicht alles nach seinem Kopf gehen kann. Abgerundet wird die Handlung durch die unterschiedlichen anderen Charaktere in dem „Bus Stop“-Restaurant, die teilweise ebenfalls untereinander anzubandeln versuchen, jedoch auf reifere und vornehmere Art.

Entstehung

Inge schrieb das Bühnenstück 1955. Berühmt wurde es vor allem durch Joshua Logans Verfilmung von 1956 mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle. Eine weitere Filmfassung für das amerikanische Fernsehen entstand 1982 unter der Regie von Peter H. Hunt.

In der Verfilmung von 1956 wurde die Handlung im Restaurant stark verkürzt und verändert. Z.B. wurde die Rolle von Will, dem Sheriff mit Carl, dem Busfahrer zusammengelegt und Dr. Lyman ganz weggelassen. Dafür wurde die Vorgeschichte im Film sehr ausführlich dargestellt, was im Stück natürlich nicht möglich war und nur in erzählender Form geschildert wurde.

Kritiken

* Lexikon des internationalen Films: „Filmisch überzeugende Adaption eines Broadway-Erfolgs von William Inge mit erotischer Atmosphäre, Komik, Gefühl und Marilyn Monroes unwiderstehlicher "Verkörperung" der weiblichen Hauptrolle.“

* Wolfram Tichy, Liz-Anne Bawden, et al.: rororo Filmlexikon. Band 1: Filme A – J (OT: The Oxford Companion to Film). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-499-16228-8, S. 95: "Wegen der allzu primitiven Darstellung sexueller Triebe wurde Bus Stop nicht der beabsichtigte herrlich unanständige Spaß, aber Marilyn Monroes sehnsüchtige und untalentierte Cherie war eine ihrer besten Leistungen."

* Bosley Crowther in der New York Times: „Haltet euch fest, Freunde, und macht euch auf eine Überraschung gefasst. Marilyn Monroe beweist in Bus Stop endlich, daß sie eine wirkliche Schauspielerin ist. Sie und der Film sind einfach herrlich! Denen, die das Talent der Dame nach ihren Leistungen in Filmen wie Niagara, Gentlemen prefer Blondes oder gar The Seven Year Itch beurteilen, in denen ihre Anziehungskraft nicht gerade auf ihren schauspielerischen Qualitäten beruhte, mag diese Nachricht wenig plausibel und absurd erscheinen. Und sie mag auch bei denen auf Skepsis stoßen, die das Stück von William Inge gesehen haben, auf dem der Film basiert, und die sich an Kim Stanley in dieser Rolle erinnern. Aber wenn sie unser Urteil überprüfen wollen, statten sie dem Roxy, wo der von der 20th Century-Fox produzierte und von Joshua Logan inszenierte Film gestern anlief, einfach einen Besuch ab. Sie werden Miss Monroe vielleicht nicht gleich für die Duse halten, aber sie wird sie sicher überzeugen. Verblüffende Tatsache ist nämlich, dass Mr. Logan sie in diesem Film zu viel mehr gebracht hat als nur dazu, mit den Hüften zu wackeln, die Lippen aufzuwerfen, mit großen Augen zu gucken und den synthetischen Vamp zu spielen. Er hat es geschafft, dass sie bis hin zu ihrem Akzent und der Farbe ihrer Haut William Inges "Mädchen aus der Gosse" ist. Er hat es geschafft, dass sie das aufgeputzte Flittchen, die etwas dümmliche Puppe ist, die ein nicht weniger naiver Cowboy in einer Kneipe in Phoenix aufstöbert und bis in ein eingeschneites Bus-Rasthaus in der Wildnis von Arizona verfolgt. Und, was das Wichtigste ist, er hat sie dazu gebracht, der Figur Würde zu verleihen und Anteilnahme an ihrem Schicksal erwecken zu lassen. Dies mag sich für diejenigen, die ihre Miss Monroe lieber gesund und aufreizend sehen, nicht gerade vielversprechend anhören. Doch glauben sie ja nicht, dass sie, weil sie in diesem Film wirklich eine Charakterstudie abliefert, deshalb weniger lebendig, humorvoll oder attraktiv ist als sonst.“

Textquelle: Seite „Bus Stop (Film)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2010, 06:38 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(Film)&oldid=81091044 (Abgerufen: 24. November 2010, 12:29 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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