Fagus-Werk

Fagus-Werk

Fagus-Werk

Das Fagus-Werk ist eine Fabrikanlage in Alfeld (Leine). Sie wurde von den Architekten Walter Gropius und Adolf Meyer entworfen und steht als eines der ersten Beispiele der architektonischen Moderne unter Denkmalschutz.

Geschichte

Der Unternehmer Karl Benscheidt (1858–1947) erteilte Walter Gropius 1911 den Auftrag, seine neue Schuhleistenfabrik als Fabrikbau nach modernen Gesichtspunkten zu errichten, der direkt an der Eisenbahnlinie Alfeld-Hannover liegen sollte. Hierbei konnte Gropius bei der Grundrissgestaltung auf einen bereits fertigen Vorentwurf zurückgreifen, um in der Fassadengestaltung völlig neue Wege zu gehen. Heute befindet sich in den Gebäuden außer der Schuhleistenfertigung auch ein Schuhmuseum. Der Name Fagus ist lateinisch und bedeutet Buche. Buchenholz war der Rohstoff für die Schuhleistenherstellung.

Die Fabrikanlage ist seit 1946 eingetragenes Baudenkmal. Sie wurden in den letzten zwanzig Jahren umfangreich restauriert und 1997 in die Anwärterliste zum UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Seit 2006 befindet sich im ehemaligen Lagerhaus eine Fagus-Gropius-Ausstellung.

Details zur Architektur

Es wurden bereits charakteristische Elemente verwendet, die später den internationalen Stil bestimmen sollten. Besonders erwähnenswert sind Vorhangfassaden aus Glas, die klare kubische Form sowie die Gestaltung der Stahlträger. Die kreuzförmigen Pfeiler verändern sich nach oben hin und werden schlanker, dazwischen befindet sich die Glasschürze. Die Verglasung ist in einem Stahlrahmen gefasst, ursprünglich hatte Gropius die Fassade vor den Pfeilern geplant. Auf Deckenhöhe befinden sich Stahlverkleidungen statt der Glasscheiben, diese Blechschürze läuft an der Ecke bis um das Treppenhaus herum. Bisher wurden die Ecken eines Gebäudes immer sehr massiv ausgeführt und sollten einen festen Eindruck hinterlassen. Das revolutionäre an diesem Gebäude ist die „offene“ Ecke, die der Beginn der modernen Skelettbauweise war. Die Ecken des Gebäudes sind nicht einfach hervorkragende Betonbauten, sondern wurden durch eine Kreuzkonstruktion ausgesteift. Das Gebäude ist sehr schmal und sollte keinen monumentalen Eindruck hinterlassen, Leichtigkeit und Transparenz stehen in bewusstem Kontrast zum geschlossenen Stein-Ziegelbau. Gropius kümmerte sich zudem nicht nur um die Außengestaltung, sondern arbeitete viele Details und die Innenraumgestaltung aus.
Am 2. Februar 2010 hat die Kultusministerkonferenz darauf hingewiesen, daß die „Fagus-Werke“ im niedersächsischen Alfeld gemeinsam mit den „Deutschen Buchenwäldern“ dem Welterbekomitee der UNESCO zu seiner Sitzung im Sommer 2011 für eine Aufnahme in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt vorgeschlagen werden. Diese Nominierungen seien dem Auswärtigen Amt zur Weiterleitung an die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO in Paris vorgelegt worden.

Textquelle: Seite „Fagus-Werk“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2011, 13:21 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 9. Februar 2011, 15:51 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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