Hamburger Hafen

Hamburger Hafen

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  • Die Elbe, von der Kuppel des Michels aus gesehen
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Der Hamburger Hafen ist der größte Hafen Deutschlands, der drittgrößte in Europa (nach den Hafen Rotterdams und Antwerpen) und gehört zu den neun größten Containerhäfen der Erde. 2006 wurden 8,86 Millionen Container umgeschlagen. Als Umschlagplatz für Rohkaffee ist seine Position an der Spitze sogar weltweit unbestritten.

Umschlag

11.700 Schiffe mit 121 Mio. NRT liefen 2002 den Hafen an. Er bietet Liegeplätze für 320 Seeschiffe, davon 38 für große Container- und Massengutfrachter, weitere 9 Liegeplätze für große Containerschiffe sind in Planung.

Lage

Hamburger Containerhafen
Merlin Senger (GFDL)

Hamburger Containerhafen

Seine Lage (etwa 110 km entfernt von der Mündung der Elbe in die Nordsee) hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Baggerschiffe sind regelmäßig zur Elbvertiefung im Einsatz, um die Wassertiefe von 13 Metern zu gewährleisten und so auch großen Schiffen die Passage in den Hafen zu ermöglichen. Trotzdem können die größten Containerschiffe den Hafen entweder gar nicht, nicht ganz vollbeladen oder nur bei Flut anlaufen, weswegen immer wieder diskutiert wird, Teile der Niederelbe, die nicht tief genug sind, auszubaggern.

Als Gegenargument wird unter anderem der Hochwasserschutz angemahnt, denn der Hamburger Hafen ist ein Tidehafen, in dem Ebbe und Flut herrschen – und bei hoch auflaufenden Sturmfluten sind nicht nur der Hafen, sondern auch die Innenstadt und die Elbmarschen gefährdet.

Ein oft übersehenes Argument für die Lage so verhältnismäßig weit im Inland sind die niedrigen Transportkosten im Schiffsverkehr.

Zollmuseum, Zollkreuzer

Zollmuseum, Zollkreuzer

Ein Teil des Hafens ist der Freihafen. Dieses Areal wird zollrechtlich als Freizone und damit als nicht zur EU gehörig behandelt. Per Schiff angelieferte Waren müssen dort zunächst nicht verzollt werden, sondern können den Hafen – ggf. veredelt – auch unverzollt wieder verlassen. Erst bei der tatsächlichen Einfuhr sind die Zollformalitäten abzuwickeln. Aus diesem Grund ist das Gebiet des Freihafens umzäunt und hat an allen Ein- und Ausfahrten Zollkontrollstellen, die insbesondere für den Lkw-Verkehr zuständig sind. Zollrechtlich gleichgestellt sind aber auch die Seezollhäfen wie Hamburgs modernster Container-Terminal, Altenwerder, der außerhalb des Freihafens liegt.

Seitens der Container-Terminal-Betreiber und des Zolls selbst wird auf eine Aufhebung des Freihafens gedrängt, weil dessen Kontrollstellen u. a. den Verkehr erheblich behindern. Dagegen stellen sich eine Reihe von Stückgutgewerbe-Betriebe, die zumindest ein Teilgebiet des bisherigen Freihafens in diesem Status erhalten wollen.

Entwicklung

Der erste Hamburger Hafen entstand am Reichenstraßenfleet, einer Verbindung zwischen Alster und Bille. Der Ursprung des Hamburger Elbhafens lag im Bereich des Baumwalls und den Vorsetzen weitgehend ohne Kaianlagen. Zur Unterstützung wurde am Binnenhafen ein öffentlicher Kran Kajen/An den Mühren errichtet. Die Schiffe lagen im offenen Elbstrom an Duckdalben. Dies war aus Sicherheitsgründen erforderlich, um einen Angriff auf Hamburg von See aus zu verhindern.

Die Ladung wurde mit schiffseigenem Ladegeschirr zunächst umgeschlagen auf kleinere Schiffe und Schuten und so zu den Empfängern transportiert, innerhalb der Stadt standen die Fleete als Transportweg zur Verfügung. 1842 waren im Hamburger Hafen ca. 200 Seeschiffe beheimatet, 1893 waren es schon 631. Im Jahre 1847 wurde das Schifffahrtsunternehmen Hamburg-Amerikanische-Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag), die Hamburg-Amerika-Linie, gegründet.

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 führte zur Einigung Deutschlands und damit zum Druck des 1833 gegründeten Deutschen Zollvereins auf Hamburg, diesem beizutreten. Man einigte sich darauf, einen Freihafen einzurichten, der mit einer kontrollierbaren Grenze umgeben wurde.

Speicherstadt
Gulp (GFDL)

Speicherstadt

Mit der Einrichtung des Freihafens 1888 entstanden die Lagerhäuser der Speicherstadt, die teilweise heute noch genutzt werden, um wertvolle Güter wie Tee, Gewürze und Kaffee zu lagern und zu veredeln. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden die Elbinseln zwischen Norder- und Süderelbe als Hafengebiet erschlossen, und es entstanden zahlreiche Hafenbecken und Kaianlagen mit Lagermöglichkeiten. Das Gebiet war zollrechtlich Freizone, dabei werden die Güter so behandelt, als wären sie noch in ihrem Ursprungsland. Dies ermöglicht eine Weiterverarbeitung, ohne dass Abgaben entrichtet werden müssen. Zeitgleich bildete sich hier eine eigene Sondersprache, die Kedelkloppersprook.

Bereits im 14. Jahrhundert zu Zeiten der Hanse hatte sich Hamburg zum wichtigsten deutschen Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee entwickelt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts stieg Hamburg zur bedeutendsten Seehandelsstadt des europäischen Festlands auf.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Hamburger Hafen wichtig für die Passagierschifffahrt deutscher Emigranten. Auch russische Juden übersiedelten von Hamburg in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Choleraepidemie von 1892 in Hamburg führte 1900 zum Bau der Auswandererhallen.

Für die Errichtung der geplanten HafenCity wurde das Gebiet nördlich der Elbe, einschließlich der Speicherstadt, weitgehend aus dem Freihafen herausgenommen.

Textquelle: Artikel Hamburger Hafen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Mai 2007, 14:36 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 18. Mai 2007, 22:38 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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