Das Frühwerk von Claude Monet

Das Frühwerk von Claude Monet

8 Bilder
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  • Claude Monet: Das Pfirsichglas (1866)
  • Am Strand von Trouville (1870)
  • Claude Monet: Madame Gaudibert (1868)
  • Claude Monet: Frau im Garten (1867)
  • Claude Monet: Frauen im Garten (1866-1867)
  • Claude Monet: Frühstück im Freien (1865 — 1866)
  • Claude Monet: Am Seine-Ufer, bei Bennecourt (1868)
  • Claude Monet: Die japanerin; Madame Monet im japanischen Kleid

Das Bild Das Frühstück im Grünen malte Monet 1865 und 1866, um es beim Salon de Paris einzureichen. Das Bild hatte ursprünglich eine Gesamtgröße von 4,20 m × 6,50 m. Monet überließ es wegen seiner Schulden seinem Hauswirt als Pfand und löste es nach einigen Jahren wieder aus. Es wies jedoch große Feuchtigkeitsschäden auf und war teilweise verschimmelt. Er restaurierte das Bild, konnte jedoch nur zwei Partien wiederherstellen. Als Vorbild für dieses Werk diente Claude Monet das Frühstück im Grünen Manets aus dem Jahr 1863. Das Bild Manets zeigte eine nackte Frau zwischen zwei städtisch gekleideten Männern beim Picknick auf einer Waldlichtung und löste mit der nicht mythisch verknüpften Nacktheit einen Skandal aus. Claude Monet war von diesem Werk Manets begeistert und orientierte sich an diesem. Im Gegensatz zu Manets Bild sollte sein Frühstück im Grünen nicht allein im Atelier, sondern an der freien Luft entstehen. Ein weiterer Unterschied war der Verzicht auf Provokation, Monet wollte sich dem Geschmack der Menge anpassen, weil er noch die Anerkennung im Salon de Paris suchte. Für die Figuren des Bildes saßen und standen eventuell Monets Geliebte Camille und sein Freund Bazille im Wald von Fontainebleau Modell, was er in einer Vorstudie festhielt. Diese übertrug er im Atelier in Paris etwa ab Oktober 1865 in das Großformat, musste aber kurz vor Beginn des Salon de Paris erkennen, dass das Bild nicht rechtzeitig fertig würde. Das Bild Claude Monets zeigte in seiner ursprünglichen Form zwölf in der damaligen Pariser Mode gekleidete Personen bei einem Picknick in einem Birkenwald. Das Hauptaugenmerk liegt auf den dargestellten Figuren, deren Verhalten Monet individuell wiedergab. Sie gruppieren sich um die weiße Picknickdecke, auf der die Speisen präsentiert werden. Claude Monet erschuf in dem Bild einen intimen Naturraum, in dem sich die Personen fern ab der städtischen Konventionen aufhalten. Diese Stimmung wird vor allem von dem Spiel von Licht und Schatten im Bild erzeugt.

1866 malte Claude Monet mit den Frauen im Garten ein weiteres Figurenbild, das mehrere Personen zeigt. Im Gegensatz zum Frühstück im Grünen verzichtete Monet bei diesem Bild auf Vorstudien und deren Übertragung im Atelier. So begann er das 2,55 m × 2,05 m große Bild direkt im Freien, musste es jedoch im Atelier in Honfleur beenden, weil er vor seinen Gläubigern geflohen war. Um die oberen Partien des Bildes malen zu können, entwickelte Monet eine Vorrichtung, mit der er das Bild in ein ausgehobenes Erdloch absenken konnte. Die verwendeten Farben sind insgesamt heller als bei Monets früheren Werken, da er sie meist mit Weiß anmischte. Dazu kommt, dass an Stelle von modellierten Übergängen zunehmend eine rhythmische Aufteilung in kurze oder breite Pinselstriche, sowie Tupfen, tritt. Für die Frauen im Bild, bis auf die Frau am rechten Bildrand, stand und saß Camille erneut Modell. Die Position der Frauen bildete eine Dreiecks-Komposition, die leicht nach links verschoben ist. In diesem Bild wirken die Figuren jedoch nicht in die Natur eingebunden. Aus dem Bild heraus wird kein Anlass für die Zusammenkunft der Frauen, welche Blumen pflücken, ersichtlich und Monet stellt nicht deren Charakter dar. Das Bild fasziniert vor allem wegen der Licht-Schatten-Kontraste, vor allem dem über das Kleid der sitzenden Frau verlaufenden, welche es lebendig machen. Ebenfalls erzeugt das durch den Sonnenschirm gefilterte Licht in Kombination mit dem vom Kleid reflektierten Licht einen rosigen Glanz auf dem Gesicht der Frau.

Das im Jahr 1867 entstandene Gemälde Die Terrasse am Meeresufer von Sainte-Adresse ist 98,1 × 129,9 Zentimeter groß und deutet den Wandel von Monets Malstils an. Es zeigt eine Terrasse direkt am Ufer des Meeres, von der aus die Figuren eine Regatta beobachten können. Der sitzende Mann im Vordergrund ist dabei der Vater Claude Monets. Das Bild wirkt schematisch, weil Monets Pinselführung nicht dieselbe Leichtigkeit besitzt wie bei seinen Pariser Werken oder denen, die später entstanden. Es geht jedoch in der Darstellung des Lichtes über seine bisherigen Werke hinaus, weil er die Schatten zum ersten Mal farbig malte. Außerdem wurden die Blumen im Garten von Monet mit strahlenderen Farben gemalt, als dies im Realismus die Regel war. Er verwendete reines Rot, das durch weißes Licht und den Kontrast mit der Komplementärfarbe Grün besonders strahlend wirkte. Dabei bildet Claude Monet jedoch nicht ihre natürliche Form ab, sondern stellte ihre Blüten allein mit Farbtupfern dar. Dieses Bild ist nicht mehr klar einer Stilperiode Monets zuzuordnen, jedoch steht es dem realistischen Frühwerk aufgrund der schematischen Wirkung noch näher als den impressionistischen Werken. Daneben fand Monet mit diesem und dem im selben Jahr entstandenen Bild Blühender Garten in Sainte-Adresse zum Thema des Gartens, welches er in der Folge immer wieder aufgriff.

Textquelle: Seite „Claude Monet“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Januar 2011, 14:40 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 27. Januar 2011, 17:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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