Monets Serien: Getreideschober, Pappeln und Kathedralen

Monets Serien: Getreideschober, Pappeln und Kathedralen

10 Bilder
  • Galerie

  • Claude Monet: Haystacks on a Foggy Morning, Oil on canvas (1891)
  • Claude Monet: Haystack. End of the Summer (1891)
  • Claude_Monet_-_Graystaks_I
  • Claude Monet: Grainstacks in the Sunlight, Morning Effect (1890)
  • Pappeln im Sonnenlicht
  • Pappeln an der Epte
  • Claude Monet: Poplars (Autumn), 1891
  • Pappeln in der Sonne
  • Claude_Monet_-_Poplars_(Autumn)_II
  • Claude Monet: Kathedrale von Rouen (1893)

Schon früh begann Claude Monet damit, ein Motiv in verschiedenen Lichtsituationen und Stimmungen festzuhalten. So malte er beispielsweise eine Ansicht von Vétheuil zwei Mal vom selben Standpunkt aus, wobei es einmal nebelig und einmal sonnig war. Auf mehreren Reisen an die normannische Küste im Jahre 1882 malte Monet mehrere Bilder mit dem Titel Hütte des Zollwärters in Varengeville. Dabei wählte er verschiedene Blickwinkel und malte zu verschiedenen Tageszeiten. An den Bildern der Zollwärter-Hütte wird die Entwicklung Monets hin zur Serie deutlich. 1886 entstanden die beiden Varianten einer Frau mit Sonnenschirm, die Licht und Bewegung eines Augenblicks aus verschiedenen Richtungen festhielten und das Gesicht der dargestellten Person vernachlässigten. In den Serien der Getreideschober (1890), er Pappeln (1891) und die Kathedrale von Rouen (1892/94) untersuchte Monet das Licht und seine Wirkungen, der eigentliche Bildgegenstand tritt dabei weitestgehend in den Hintergrund.

1890 begann Claude Monet die Serie von Bildern, welche mit Heu abgedeckte Getreideschober zum Motiv hat. Die Schober fielen ihm bei einem Spaziergang über benachbarte Felder auf und er begann sofort damit, sie zu malen. Er hielt viele verschiedene Lichtverhältnisse fest und bearbeitete die Bilder in seinem Atelier nach. Das Motiv der Getreideschober ist sehr einfach und wurde durch Monet nur leicht variiert, indem er den Abstand zum Objekt veränderte oder einen Weiteren hinzufügte. Trotzdem steht immer der kompakte Schober im Zentrum des Bildes, der jedoch aufgrund veränderter Licht- und Umgebungsbedingungen auf jedem Bild anders wirkt. So wirken die Getreideschober-Bilder, die Monet im Winter malte, mit den verwendeten blauen Farben im Gegensatz zum Bild, das einen Schober im Sonnenuntergang zeigt und von der Farbe Rot dominiert wird, recht kühl. Dabei blieb der Natureindruck der Ausgangspunkt des Bildes. Er wurde aber durch die Vorstellung Monets ergänzt und weiter herausgearbeitet.

Neben der Getreideschober-Serie malte Monet zur selben Zeit 23 Bilder, welche eine Pappelallee am rechten Ufer der Epte bei Limetz zeigen. Dieses Motiv war für Claude Monet mit seinem Atelier-Boot leicht zu erreichen. Kurz nachdem er dieses Motiv gefunden hatte, standen die Bäume zur Versteigerung. Er bat die Gemeinde um Aufschub, diese lehnte jedoch ab. Er erstattete dem Käufer, einem Holzhändler, die Differenz zwischen der Versteigerungssumme und seinen Preisvorstellungen und erreichte damit eine Verzögerung. Auch das Motiv der Pappeln zeigte er bei den unterschiedlichen Lichtverhältnissen verschiedener Tages- und Jahreszeiten. Im Gegensatz zu den Schober-Bildern verwendete Claude Monet für die Pappel-Serie eine andere Bildkomposition. Die Schober sind ein kompaktes Element, welches sich zentral im Bild befindet. Stattdessen strukturieren die Pappeln und ihre Spiegelungen im Wasser die Bilder in der Senkrechten, und zeigen mit dem waagerechten Ufer Monets Willen zur linearen Komposition dieser Bilder. Beim Malen dieser Serie verwendete Monet oft die Komplementärfarbenpaare Blau-Violett und Gelb-Orange, die er in kleinen Tupfern auftrug. Insgesamt arbeitete Claude Monet immer mehr mit Farbharmonien, die er fein abstimmte. 1892 präsentierte Durand-Ruel 15 der Arbeiten. Es war das erste Mal, dass eine Bilderserie ohne weitere Werke ausgestellt wurde. Wie schon die Getreideschober-Bilder stießen die Bilder der Pappelallee auf positive Kritik.

Mit seiner Bilderserie Kathedrale von Rouen, die zwischen 1892 und 1894 entstand, gelang Claude Monet der endgültige Durchbruch. Im Vorfrühling der Jahre 1892 und 1893 malte Monet von fünf nur geringfügig unterschiedlichen Positionen aus die Westfassade der Kathedrale. Dabei nimmt die Fassade auf 30 Gemälden annähernd die gesamte Leinwand ein, während drei Bilder kleinere Ausschnitte zeigen. Die extreme Nähe zum Motiv und der begrenzte Bildausschnitt waren eine Neuerung zur Zeit Monets. Es fehlt die Distanz zwischen Maler und Objekt. Monet bildete jedoch nicht die Architektur an sich ab, sondern ihre Wirkung in verschiedenen Lichtverhältnissen. Diese Lichtunterschiede werden in den verschiedenen Farben und Farbharmonien der Bilder deutlich. 1894 überarbeitete Monet die Bilder dieser Serie im Atelier, wobei er die unterschiedliche Stimmung abbildenden Werke gleichzeitig bearbeitete und keines abgab, bevor die komplette Serie fertiggestellt war. Die Bilder der Serie Kathedrale von Rouen bestätigten Monets künstlerischen Durchbruch.

Textquelle: Seite „Claude Monet“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Januar 2011, 14:40 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 27. Januar 2011, 15:41 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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