Afrikanische Kunst

Afrikanische Kunst

12 Bilder
  • Galerie

  • Nimba Skulptur (19. Jahrhundert, Guinea)
  • Nok Skulptur (6. Jahrhundert)
  • Fang Maske (19. Jahrhundert)
  • Dogon Skulptur (17.- 18. Jahrhundert)
  • Musée_africain_Lyon_130909_01
  • Statuette représentant un Orisha ( divinité ), culture Yoruba, fin du 19ème siècle. Provient d´Abeokuta au Nigéria. Musée africain de Lyon.
  • Musée_africain_Lyon_130909_03
  • Musée_africain_Lyon_130909_04
  • Musée_africain_Lyon_130909_05
  • Musée_africain_Lyon_130909_06
  • Musée_africain_Lyon_130909_09
  • Helmmaske mulwalwa, Demokratische Republik Kongo (Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem)

Spricht man von afrikanischer Kunst, so meint man damit die Kunst Schwarzafrikas, die sich - wie auch die übrige afrikanische Kultur - vom arabischen Norden des Kontinents, den Staaten des Maghrebs, unterscheidet und die künstlerische Produktion vieler sehr verschiedener Ethnien umfasst. Die bäuerlichen Strukturen Afrikas, die hauptsächlich Holzskulpturen hervorbrachten, die klimatischen Bedingungen und ein Lebensraum, der es Termiten und anderen Schädlingen leicht macht, haben fast keine historischen Objekte der traditionellen afrikanischen Kunst überliefert.

Da die künstlerisch gestalteten Werke des damals kolonisierten Kontinents erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa als Objekte authentischer Kulturen geschätzt, erforscht und vor allem gesammelt wurden, sind die meisten Werke in den Museen und Sammlungen innerhalb wie außerhalb Afrikas sowie auf dem Kunstmarkt mit wenigen Ausnahmen nicht älter als 150 Jahre.

Heute überholte, diskriminierend klingende Begriffe wie Primitivismus, Negerplastik (Carl Einstein) oder (in Frankreich) art negre waren affirmative Schlagworte der Klassischen Moderne, die sich die klaren Formen und die zeitlose Aura der afrikanischen Objekte zum Vorbild nahm.

Grundsätzliche Klärung

Die Betrachtung afrikanischer Kunst kann zur Untersuchung der betreffenden Kultur führen. Afrikanische Kultur kann auf zweierlei Art untersucht werden: bei der kulturinternen Kategorisierung wird die Bedeutung des Objektes oder der kulturellen Praxis aus dem Blickwinkel des Produzenten oder Teilnehmers notiert (emischer Blick), wird dagegen eine außerhalb Afrikas entstandene Begriffswelt angewandt, führt das zu einer Projektion des Forschungsgegenstands auf eine äußere Ebene (etische Betrachtung), wo aufgrund ästhetischer Kategorien des Betrachters Vergleiche angestellt werden. Diese Projektion nimmt eigentlich die Interpretation vorweg. Einen „kulturneutralen“ Ansatz für die Betrachtung gibt es nicht.

Besonders problematisch sind die unterschiedlichen Wahrnehmungsperspektiven bei der Beurteilung der Masken. Diese werden als Mittel der Verkleidung oder Verstellung in einem Schauspiel mit einem gewissen magischen Kern behandelt, mit je nach Kultur und innerhalb dieser nach Art der Maske unterschiedlichem symbolischen Anteil oder Wirklichkeitsgehalt. Masken können auf einer bestimmten Wahrnehmungsebene Nicht-Initiierte sich vor einem schrecklichen Wesen fürchten lassen oder anderswo nur für Eingeweihte einen Geist herbeirufen.

In jedem Fall werden losgelöst von der kultureigenen Intention unter dem Begriff Afrikanische Kunst Äußerungen der materiellen Kultur nach den Kategorien Form, Technik und Material der verschiedensten Kulturen klassifiziert. Das Verständnis von und der Grad der Annäherung an afrikanische Kunst sind schwer einzuschätzen.

Traditionelle Kunst

Die Kunst der Völker Afrikas ist fest mit Mythologien, Festen und Ritualen verbunden: die Welt der Ahnen und Götter lebt in der Kunst weiter. Die meisten der Masken und Figuren gelten als Schutz gegen böse Kräfte und Krankheiten. Sie werden bei Erntedankfesten oder anderen zeremoniellen Feierlichkeiten (Beschneidungsritual, Feste zu Ehren einzelner Götter, Ahnengedenken. etc.) getragen. Einige Figuren sind auch Symbole der Fruchtbarkeit.

Erhaltene Objekte der künstlerischen Gestaltung sind v.a. Masken und Kopfaufsätze, Prunkstäbe und Stabaufsätze, Throne und Hocker (Karyatidenhocker), Grabstatuetten und Ahnenfiguren, rituelle Statuetten, Fetische und Reliquiare sowie geschnitzte Türen.

Frühe Hochkulturen

Die Ursprünge der afrikanischen Kunst liegen in der Frühgeschichte des Kontinents. Felsritzungen in der Sahara (Niger) sind circa 6000 Jahre alt. Die frühesten bekannten Skulpturen stammen von der Nok-Kultur aus Nigeria und entstanden um etwa 500 v.Chr.. Auch die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die Gestaltung der Objekte, die südlich der Sahara hergestellt wurden. Abgebildet wurde die überreiche Natur bei gleichzeitiger Tendenz zur Abstraktion bei der Darstellung von Tieren, Pflanzen oder natürlichen Formen. Um das 13. Jahrhundert entstanden komplexere Methoden der Herstellung von Kunst, verbunden mit der Verbreitung des Islam und seinem Formenvokabular. Bronze- und Messingguss, oft geschmückt mit Elfenbein oder Edelsteinen, wurde in weiten Teilen Westafrikas geschätzt. Die Künstler waren oftmals an Königshöfen tätig wie jenen von Benin.

Textquelle: Seite „Afrikanische Kunst“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. März 2011, 10:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 8. April 2011, 20:40 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden

Galerien

Es werden 1 von 1 Galerien angezeigt