Portraits von Amedeo Modigliani

Portraits von Amedeo Modigliani

37 Bilder
  • Galerie

  • Amadeo_Modigliani_022
  • Amadeo_Modigliani_034
  • Amadeo_Modigliani_029
  • Amadeo_Modigliani_027
  • Amadeo Modigliani: Die Jüdin (1908)
  • Amadeo_Modigliani_002
  • Amadeo_Modigliani_004
  • Amadeo_Modigliani_006
  • Amadeo_Modigliani_007
  • Amadeo_Modigliani_010
  • Amadeo_Modigliani_011
  • Amadeo_Modigliani_017
  • Amadeo_Modigliani_018
  • Amadeo_Modigliani_019
  • Amadeo_Modigliani_020
  • Amadeo_Modigliani_021
  • Amadeo_Modigliani_024
  • Amadeo_Modigliani_025
  • Amadeo_Modigliani_026
  • Amadeo_Modigliani_028
  • Amadeo_Modigliani_030
  • Amadeo_Modigliani_031
  • Amadeo_Modigliani_032
  • Amadeo_Modigliani_033
  • Amadeo_Modigliani_035
  • Amadeo_Modigliani_036
  • Amadeo_Modigliani_037
  • Amadeo_Modigliani_038
  • Amadeo_Modigliani_039
  • Amadeo_Modigliani_040
  • Amadeo_Modigliani_041
  • Amadeo_Modigliani_042
  • Amadeo_Modigliani_043
  • Amadeo_Modigliani_044
  • Amadeo_Modigliani_045
  • Amadeo_Modigliani_046
  • Amadeo_Modigliani_047

Den Großteil der Bilder Amedeo Modiglianis machen Porträts aus. Zu seinen frühen Werken gehört das Bild Die Jüdin, das um 1908 entstanden ist. Das 55 × 46 Zentimeter große Ölgemälde ist statuarisch aufgebaut. Es zeigt eine streng blickende Frau, deren Gesicht klar herausgearbeitet ist und sich deutlich von der eher verschwommenen Umgebung abhebt. Das Hauptaugenmerk des Bildes liegt auf der Darstellung der Psychologie der Person, die in der Mitteilung der Stimmung, der Verhaltenheit im Bild und im Blick der Frau auf den Betrachter zum Ausdruck kommt. Deshalb ist die Darstellung auch sehr maßvoll und trotz der leichten Pinselführung nicht auf die voneinander unabhängige Verwendung von Farben und Flächen ausgerichtet. Es gibt jedoch auch Teile des Bildes, die stark von der rein malerischen Behandlung der Fläche geprägt sind. Ein Beispiel dafür ist das Farbfeld in der rechten unteren Bildecke, das nicht einem konkreten Gegenstand zugeordnet werden kann. Darin liegt ein Bezug zu der Vorstellung von Maurice Denis, dass ein Bild, bevor es seinen Gegenstand zeigt, nur eine Oberfläche sei, die nach einer bestimmten Ordnung mit Farbe bedeckt werde. Diese Definition war von großer Bedeutung für die Zeit, in der auch Modigliani arbeitete. Die Jüdin zeigt aber auch die Suche Modiglianis nach seinem Platz in der Kunst inmitten der verschiedenen avantgardistischen Strömungen. Das Werk beinhaltet Einflüsse von Henri de Toulouse-Lautrec, Edvard Munch und Paul Cézanne und steht im Kontrast zur vorherrschenden fauvistischen Malerei mit ihrer dominierenden Farbvielfalt. Als das Bild im 1908 im Salon des Indépendants ausgestellt wurde, stand es mit seinen dunklen Farben im Kontrast zu den meisten anderen ausgestellten Werken. In der Bilddarstellung ist Die Jüdin ebenfalls zurückhaltend, in Anbetracht dessen, dass im Vorjahr der Kubismus, mit dem der Raum und die Perspektive zersprengt wurden, entstanden war. Der Farbauftrag Modiglianis in diesem Bild orientiert sich dabei stark an dem des Expressionismus.

Während des Ersten Weltkrieges, nach seiner Phase als Bildhauer, porträtierte Modigliani viele Freunde und Künstler, die in Paris verblieben waren. Eines dieser Porträts ist das Bildnis Diego Rivera aus dem Jahr 1914. Das 100 × 79 Zentimeter große, mit Öl auf Karton gemalte Bild zeigt den mexikanischen Maler Diego Rivera, der drei Jahre vorher nach Paris gekommen war und schnell zum Freundeskreis um Picasso gehörte. 1929 heiratete Rivera Frida Kahlo und war in den 1930er-Jahren der Hauptvertreter der mexikanischen Wandmalerei. Er wurde von Modigliani mehrmals gemalt. Dieses Bild spiegelt durch die freie Farbfleckenmalerei die revolutionären Ansichten und das Temperament Riveras wider. Der Farbauftrag auf den Malgrund erfolgte tupfend. Dabei orientierte Modigliani sich nicht am Kolorismus des von ihm bewunderten Cézanne, sondern brachte eher einen Nachklang der impressionistischen Malerei hervor. Die Strichtechnik dieses Bildes erinnert auch an die Arbeit Modiglianis beim Erschaffen der Skulpturen. Sie erzeugt den Eindruck eines in den Malgrund geritzten Reliefs. Das Bild zeigt die obere Körperhälfte Riveras. Das runde Gesicht wird von den Haaren und der Brust gerahmt. Beide Elemente sind wie der Oberkörper nicht konkret vom Bildhintergrund abgegrenzt. Daher entsteht der Eindruck, dass der Körper das gesamte Bild ausfüllt. Die Augen Diego Riveras sind fast ganz geschlossen, seinen Mund umspielt ein Lächeln. Deshalb wirkt er versonnen und zufrieden. Aufgrund der Malweise ist das Bild eines der expressiveren von Amedeo Modigliani, im Gegensatz dazu stehen die folgenden Porträts, deren Malstil einfacher und glatter ist und in denen er mehr Wert auf die Darstellung der äußeren Erscheinung als auf die des Charakters der abgebildeten Person legte.

Das Porträt Bildnis Jacques Lipchitz und seine Frau Berthe Lipchitz aus dem Jahr 1916 oder 1917 gehört zu den Bildern, in denen Amedeo Modigliani die Darstellung der Psychologie eines Charakters aufgab und stattdessen repräsentative Porträts schuf, die sich an Vorbilder des Barock anlehnten. Dieses 80,2 × 53,5 Zentimeter große Ölgemälde malte Modigliani nach dem Hochzeitsphoto der Lipchitz in mehreren Porträtsitzungen. Das war nicht ungewöhnlich, da er zu dieser Zeit mehrmals Fotografien als Vorlagen für Bilder nutzte. Dieses Bild nimmt in Modiglianis Werk eine besondere Stellung ein, da es zu seinen wenigen Doppelporträts gehört. Die Bedeutung dieser Bilder wird daran deutlich, dass Gruppenbildnisse in Modiglianis Œuvre überhaupt nicht vorhanden sind. Dem Porträt des jungen Ehepaars gingen mehrere Skizzen voraus, die jedoch noch auf ein Einzelporträt ausgerichtet waren. In ihnen tastete sich Modigliani immer weiter an die endgültige Bildkomposition heran. Das Bild zeigt den Bräutigam Jacques Lipchitz stehend hinter seiner sitzenden Frau Berthe. Den linken Arm hat er seiner Frau um die Schulter gelegt. Sie sind beide dunkel gekleidet und heben sich so vom helleren Bildhintergrund ab. Ihre Gesichter sind rundlich und die Augen leer. Die beiden Dargestellten, zu denen Modigliani freundschaftlichen Kontakt pflegte, wirken in dem Porträt zwar sympathisch, werden aber aus einer emotionslosen Distanz dargestellt. Diese ist ein zentrales Merkmal der Porträts der folgenden Jahre bis zum Tod Modiglianis. Auf dem Weg zur endgültigen Fassung des Porträts vollzog sich auch eine stilistische Entwicklung. So treten die Vertikale und die Horizontale in den Hintergrund, so dass geschwungene Linien und fließende Formen im Bild dominieren. Das Porträt des Ehepaars Lipchitz weist mit dem in Großbuchstaben geschriebenen, unregelmäßigen Schriftzug LIPCHITZ ein stilistisches Merkmal Modiglianis auf, das viele seiner Porträts von Freunden gemeinsam haben. Diese Beschriftung, die sich in ihrer ungelenken Pinselführung deutlich von der Signatur unterscheidet, orientierte sich formal an der Tradition von Bildern der Renaissance. Künstler wie Giorgone und Tizian gaben in den Inschriften nicht nur über den Namen des Dargestellten, sondern auch beispielsweise über die Zugehörigkeit zu Geheimbünden Auskunft. Mit dem formalen Zitat kann Modigliani auf eine ähnliche innere Verwandtschaft mit den porträtierten Freunden angespielt haben. Außerdem nutzte er sie zur Auflockerung der Bildkomposition. In den Barock- und Renaissance-Bezügen wird weiterhin deutlich, dass Modigliani seine Kenntnisse im Bereich früherer Kunstepochen, die er in den Studien seiner frühen Lebensjahre erworben hatte, auch in seinen Bildern anwandte.

Viele Porträts Amedeo Modiglianis zeigen seine beiden Geliebten Beatrice Hastings und Jeanne Hébuterne. Die Gemälde von Hastings weisen oft eine pointierte Wiedergabe von Augen, Mund und Nase auf. Sie zeigen eine starke Fokussierung auf den Charakter seiner als exzentrisch geltenden Geliebten. Die Bilder haben eine spielerische und inoffizielle Wirkung, die ein Resultat der engen und nach Hastings eigenen Angaben dramatischen Beziehung sind. Die Beziehung zu Jeanne Hébuterne war aufgrund des großen Altersunterschiedes nicht so turbulent. Sie sah zu Modigliani auf und war nicht die Diskussionspartnerin wie Hastings. Die Porträts Hébuternes zeigen keine großen Variationen in der Perspektive und des Stils. In einigen Bildern wird sie als Kindfrau dargestellt, was einen Bezug zur jugendlichen Naivität aufzeigt, obwohl sie in Modiglianis Leben eine Konstante darstellte. Jeanne Hébuterne ließ Modigliani neu über sein Leben nachdenken, das von Drogen und Alkohol bestimmt war. Mit der Schwangerschaft Jeannes war eine gravierende Änderung in Modiglianis Leben verbunden und stand in Kontrast zu seinem bisherigen Lebenswandel. In dieser Situation entstand das Bild Porträt der Jeanne Hébuterne, das sie als hochschwangere Frau zeigt. Das Porträt stellt Jeanne Hébuterne in einer sitzenden Position mit im Schoß liegenden Händen und zur Seite geneigten Kopf dar. Der Umstand der Schwangerschaft wird von Modigliani nicht verdeckt, sondern betont. So zeigt zum Beispiel der gekrümmte Finger der rechten Hand auf den Bauch. Ein weiteres betonendes Element sind die die Aufmerksamkeit auf den Bauchbereich lenkenden Streifen in der Hüftregion. Trotz des lang gestreckten Halses ist ein leicht angedeutetes Doppelkinn, das auf die Schwere der letzten Phase der Schwangerschaft hindeutet. Die Farbgebung ist sehr ausgewogen. Die dunkle Fläche der Kleidung und des Haares werden durch die Streifen an der Hüfte und den Armen, sowie dem grünen und orangen Bildhintergrund ausbalanciert. Das Bild erzeugt eine sehr ruhige Stimmung, es enthält keine Bewegung und die Person wirkt in sich ruhend, was besonders durch die Kopfhaltung deutlich wird. Eine besondere Intensität wird durch den direkten Blick Jeanne Hébuternes auf den Betrachter erzeugt, der ebenfalls Ruhe ausstrahlt.

Textquelle: Seite „Amedeo Modigliani“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2010, 00:13 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 28. Mai 2011, 22:32 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden