Flagge

Chile

Südamerika

Bevölkerung

Bevölkerungsdichte

Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Santiago de Chile, wo etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Die Stadt selbst hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete in der Ebene zwischen den Hauptketten der Anden. Nur 100 km westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt Valparaíso mit ca. 1 Million Einwohnern.

Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Wüstengebiete des äußersten Nordens und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt.

Ethnische Zusammensetzung 

Die chilenische Bevölkerung ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 95,4 % der Bevölkerung. Der Rest von 4,6 % wird durch die indigene Bevölkerung gebildet. Davon sind 93 % Mapuche, 5 % Aymara und 2 % Rapanui.

Während der Kolonialzeit wurde Chile durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten englische und irische sowie deutsche Siedler nach Chile. Die ersten Deutschen trafen 1843 ein und siedelten sich später vor allem im Gebiet um den Llanquihue-See und in Valdivia, Osorno, sowie Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen bzw. Deutschstämmigen beträgt ca. 500.000 - 600.000.[3] Weitere Einwanderer kamen aus Frankreich, Italien, Kroatien und Palästina bzw. dem Nahen Osten.

Rund 5 % der Bevölkerung gehören (laut Volkszählung 2002) zu den indigenen Völkern. Rund 80 % der 600.000 Ureinwohner gehören zum Volk der Mapuche, das in der Region zwischen den Flüssen Bío-Bío und Toltén lebt und dort einen Bevölkerungsanteil von 23 % besitzt. Das Volk der Mapuche, das früher zusammen mit anderen Völkern der Region auch unter der (von den Mapuche selbst abgelehnten) Sammelbezeichnung Araukaner bekannt war, lässt sich in Pichunchen, Pewenchen und Huillichen unterteilen. Ihre Sprache, das Mapudungun, wird seit wenigen Jahren als Ergänzungsfach in der Schule gelehrt und für eine tägliche Nachrichtensendung im lokalen Fernsehen auf Canal 13 Temuco verwendet. Trotz dieser Errungenschaften bleibt die traditionelle Lebensweise der Mapuche durch die liberale Wirtschaftsordnung gefährdet. Ihr Lebensraum, der traditionell als Kollektiveigentum organisiert ist, wurde durch die Privatisierung meistbietend an Konzerne verkauft. Die Mapuche selbst müssen oft in die Großstädte abwandern, um bezahlte Arbeit zu suchen. Im südlichen Teil von Zentralchile gibt es außer den Mapuche kleinere Bevölkerungsteile der Pehuenches.

Im nördlichen Teil Chiles leben kleinere Stämme von Quechuas, Aymaras, Changos, Atacameños, Diaguitas und Kollas. Im äußersten Süden Chiles leben noch kleine Bevölkerungseinheiten von Selk'nam, Kawéskar, Yaganen, Caucahues sowie Tehuelches. Außerdem leben rund 5.000 Polynesier (Rapanui) auf der Osterinsel.

Die Einfuhr schwarzer Sklaven nach Chile war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich auf die Städte Santiago de Chile, Quillota und Valparaíso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element in Chile fast völlig verschwunden ist. Eine Ausnahme bildet die Stadt Arica in der Provinz Tarapacá. Arica wurde 1570 gegründet und gehörte bis 1883 zu Peru. Die Stadt zählte zu den peruanischen Einfuhrzentren für afrikanische Sklaven. Von hier aus wurde auch ein großer Teil der bolivianischen Handelsgüter auf europäische Schiffe verladen. Arica lag mitten in der Wüste und bildete – Dank der hervorragenden Anbaumöglichkeiten von Zuckerrohr und Baumwolle im Azapatal – eine Oase. Die vielen Erdbeben, Piratenüberfälle und der Ausbruch von Malariaepidemien führten dazu, dass viele Weiße die Stadt verließen. So entwickelte sich mit der Zeit eine mehr oder weniger isolierte afro-chilenische Enklave. Chile erklärte sich 1811 als erster Staat in Südamerika gegen die Sklaverei und schaffte sie 1823 endgültig ab.

In den vergangenen Jahren suchten Arbeiter aus Peru und Bolivien ihr Glück in Chile. Die Peruaner haben große Erfolge in der Verbreitung der peruanischen Küche in Chile erreicht. 2007 gab die Regierung ein Amnestie-Erlass heraus für die jenigen Ausländer, meistens aus Peru, die ohne Aufenthaltserlaubnis im Land arbeiteten. Die Wirtschaftskrise in Argentinien zwang auch Argentinier zur Arbeitssuche im Nachbarland. Eine kleine Gruppe von Einwanderern kommt aus Asien, vor allem aus Korea, und lebt im Großraum Santiago.

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch, wobei das in Chile gesprochene Spanisch stark regional gefärbt ist. So wird zum Beispiel s am Silbenende zu einem Hauchlaut. Außerdem werden die einzelnen Wörter gerne kontrahiert, wobei die Wörter ineinander übergehen. Für manche deutsche Ohren klingt das chilenische Spanisch daher genuschelt. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (z. B. closet oder kuchen). In Chile herrscht Seseo vor.

Englisch ist nur wenig verbreitet, weil gute Sprachkenntnisse nur an Privatschulen vermittelt werden. Im Süden Chiles (IX. und X. Region) wird auch vereinzelt deutsch gesprochen.

Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Aymara und auf der Osterinsel Rapanui verbreitet.

Religion

Das Land ist sehr katholisch geprägt, Staat und Kirche sind erst seit 1925 getrennt. Der kirchliche Einfluss auf das gesellschaftliche Leben, das Rechtswesen (besonders das Familienrecht) und die Kultur- und Medienwelt ist noch immer recht stark. So gehört etwa der größte Privatsender des Landes der katholischen Kirche. Eheliche und uneheliche Kinder werden erst seit 1998 rechtlich gleich behandelt, das chilenische Eherecht sieht erst seit November 2004 eine Möglichkeit der Scheidung vor und Abtreibungen sind nach wie vor strikt verboten.

Bei der Volkszählung 2002 rechneten sich 7.853.000 Befragte (69,96 %) zur römisch-katholischen Kirche, die somit die zahlenmäßig stärkste Religionsgemeinschaft des Landes bildet. Die kirchliche Verwaltungsstruktur besteht aus fünf Kirchenprovinzen mit 26 Bistümern und 920 Pfarreien. Rund 15 % der Chilenen gehören protestantischen Glaubensgemeinschaften an; durch den weit verbreiteten pfingstlerischen Einfluss ist der Anteil evangelischen Einwohner vor allem in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. An weiteren Optionen wurden Agnostizismus (8,3 %) und indianischer Schamanismus genannt (Letzterer ist nur unter Ureinwohnern vertreten). Kleinere Glaubensrichtungen bilden die Zeugen Jehovas (1,06 %), die Mormonen (0,92 %), Juden (0,13 %) und andere.

Textquelle: Seite „Chile“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. März 2010, 12:43 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 2. März 2010, 12:46 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden