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Haiti

Nord-, Mittelamerika

Bevölkerung

Demografie

In Haiti wird nur ein sehr kleiner Teil der Geburten und Todesfälle amtlich registriert. Daher beruhen alle Zahlen auf Schätzungen und Projektionen. Die untenstehenden Zahlen sind deshalb sehr unsicher.

Die Lebenserwartung beträgt im Schnitt 50 Jahre (2006) und das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 20,2 Jahre (2009). Die Säuglingssterblichkeit lag 1997 bei 9,2 %, die Kindersterblichkeit bei 13,2 %. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum betrug 1990–1997 1,9 % und war bis zum Jahr 2010 auf 2,1 % angestiegen.

Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer lag im Jahr 2009 bei 4 Kindern pro Frau.

Die haitianische Bevölkerung teilt sich in 95 % Schwarze, 4,9 % Mulatten und 0,1 % Weiße auf. Andere Zahlen geben 60–80 % Schwarze, 15–35 % Mulatten und bis zu max. 5 % Weiße an.

33 % der Haitianer leben in Städten. Die größten Städte sind (Berechnung für 2008): Port-au-Prince 1.368.075 Einwohner, Carrefour 503.954 Einwohner, Delmas 445.236 Einwohner, Cap-Haïtien 145.709 Einwohner und Pétionville 122.677 Einwohner. Das Ballungszentrum Port-au-Prince wird mit 2.411.407 Menschen im Jahr 2008 geschätzt.

Sprachen

Die beiden Hauptsprachen Haitis sind Haitianisch und Französisch. Letzteres hat v. a. als Zweitsprache und Bildungssprache größere Bedeutung. Ausschließlich religiöse Bedeutung hat die Sprache Langaj (auch Langay oder Haitian Voodoo Culture Language). Die Sprachen der indigenen Indianer sind ausgestorben.

Religionen

Auf Haiti ist die römisch-katholische Kirche die Staatskirche. Genaue Zahlen zur Religionszugehörigkeit sind aber nach US-amerikanischen Angaben von 2009 nicht verfügbar; es wird geschätzt, dass etwa 80 Prozent der Bürger von Haiti römisch-katholisch sind, der Rest gehört mit in letzter Zeit wachsender Tendenz verschiedenen protestantischen Konfessionen an, davon vor allem Baptisten (etwa 10 Prozent) and Adventisten (etwa 4 Prozent); dagegen gibt es wohl nur sehr wenige Angehörige nicht-christlicher Konfessionen. Zwar geben nur wenige Prozent der Bevölkerung eine Zugehörigkeit zum Voodoo-Kult an, dessen Ursprung in Westafrika liegt, doch praktizieren viele Einwohner, die sich offiziell zum Christentum bekennen, gleichzeitig Voodoo- oder andere spiritistische Rituale – insgesamt wohl etwa drei Viertel der Bevölkerung, zumeist Schwarze und Mulatten. Voodoo diente Präsident François Duvalier zum Anlass, gegen Mulatten vorzugehen; es wird zwar seit 2009 von den Behörden als religiöse Praxis anerkannt, erhielt aber nicht die vollen Rechte einer Religion.

Soziale Lage

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Das Land ist ein stark bevölkerter Agrarstaat mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen Lateinamerikas. In der Hauptstadt Port-au-Prince kommt es gehäuft zu Entführungen, Schießereien, Raubüberfällen und Drogenhandel.

Von den rund neun Millionen Einwohnern leben über 65 Prozent der Gesamtbevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Rund 50 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind arbeitslos, die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. 1,9 Millionen der 9,4 Millionen Einwohner Haitis sind chronisch unterernährt. Die Analphabetenquote liegt bei 50 Prozent, obwohl eine sechsjährige Grundschulpflicht besteht. 1995 waren 55 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Vor einiger Zeit noch hatte Haiti die höchste AIDS-Rate außerhalb von Afrika. Dank Aufklärungsarbeit und dem vermehrten Gebrauch von Kondomen ist diese nun im Sinken begriffen. Zwischen 1993 und 2003 sank sie bei schwangeren Frauen von 6,2 % auf 3,1 %. 2009 waren nur noch 2,2 % der Bevölkerung von AIDS betroffen.

Die schlechte Überwachung des Luftraumes hat z. B. dazu geführt, dass Haiti ein beliebtes Transitland für den Kokainschmuggel geworden ist.

Textquelle: Seite „Haiti“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Januar 2010, 18:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 25. Januar 2010, 20:30 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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