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Haiti

Nord-, Mittelamerika

Wirtschaft

Entwicklung

2009 wurden Haiti etwa 1,2 Milliarden US-Dollar an Auslandsschulden erlassen. Rücküberweisungen von Emigrant/innen und der Textilhandel machen den Großteil des Bruttoinlandsprodukts aus.

In der Kolonialzeit galt Haiti als eines der reichsten Länder der Karibik. Um die Anerkennung der Unabhängigkeit durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zu erreichen, musste Haiti sich jedoch durch hohe Zahlungsverpflichtungen „freikaufen“. Diese Zahlungen, die fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch andauerten, überstiegen die Leistungskraft Haitis bei weitem. Zusammen mit politischer Instabilität, Umstellung der Landwirtschaft von der Deckung des eigenen Bedarfs auf Exporte in die USA und später in den NAFTA-Raum und langjähriger Misswirtschaft führte das dazu, dass Haiti sich zum „Armenhaus Amerikas“ entwickelte. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen lag 2007 bei ca. 600 US-Dollar. Etwa 80 % der Haitianer müssen von weniger als 2 US-Dollar am Tag leben.

Seit dem Sturz von Jean-Bertrand Aristide ist die Wirtschaft des Landes in einer schweren Krise. Doch erste Anzeichen der Normalisierung zeigten sich am 4. März 2004, denn in Port-au-Prince öffneten erstmals wieder die Banken. Der Industrieverband Haitis schätzt die entstandenen Schäden der Unruhen auf mehr als 100 Millionen Euro. Die Deutsche Post hat die Zusage gegeben, Haiti beim Aufbau eines modernen Postleitzahlensystems zu unterstützen. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Er belegt einen der untersten Plätze in der Statistik der Transparency International. Gegen Haiti wurde von der Bundesrepublik Deutschland ein Erfüllungsverbot nach Totalembargo verhängt.

Wirtschaftszweige

  • Landwirtschaft (27 % des BSP): Etwa zwei Drittel der Bevölkerung Haitis leben von der Landwirtschaft. Hauptprodukte sind Kaffee, Mangos, Rohrzucker, Sorghumhirse und Holz. Fast alle anderen Nahrungsmittel müssen im großen Umfang importiert werden. Daneben wird auch Kaffee, Mango, Zuckerrohr, Reis, Mais, Kakao und Sorghum exportiert.
    • Etwa ein Drittel des Landes wird landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind große Flächen an Ackerfläche durch Abholzung und Erosion verloren gegangen. Mangos und Kaffee werden in erster Linie für den Export angebaut. Der Export von Agrarprodukten kann allerdings nur über den Hafen von Port-au-Prince abgewickelt werden, er scheitert aber oft an unzureichenden Verkehrsverbindungen von den Anbaugebieten zum Hafen.
  • Industrie (8 % des BSP): Haiti selber hat keine nennenswerte Industrie.
    • Industriebetriebe gibt es lediglich für Textilien, Handwerk, Montage von Elektronikartikeln, Lebensmittelverarbeitung, Getränke, Tabak, Möbel, Chemikalien und Stahl.
  • Dienstleistungen (40 % des BSP): Handel, Hotels und Restaurants, Regierung, Tourismus

Außenhandel

  • Exporte: 494,4 Mio. US$ (2006, Schätzung): Textilien, Mango, Leder
  • Importe: 1,54 Mrd. US$ (2006, Schätzung)

Tourismus

Der überwiegende Großteil der Tourismuseinnahmen des Landes stammt aus der Verpachtung des Hafens Labadee samt angrenzenden Stränden im Norden des Landes an die Kreuzfahrtreederei Royal Caribbean Cruises. Labadee wird als regelmäßiger Landgang auf den Karibikkreuzfahrten angesteuert. Die Reederei zahlt dem haitianischen Staat sechs US-Dollar pro Tourist. Das Gelände ist gegenüber dem Rest des Landes streng abgeschottet.

Textquelle: Seite „Haiti“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Januar 2010, 18:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 25. Januar 2010, 20:30 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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