Flagge

Grenada

Nord-, Mittelamerika
Karte von Grenada

Portrait

Grenada ist eine Insel der kleinen Antillen, gehört zu den Inseln über dem Winde und liegt zwischen der Karibik und dem Atlantik. Der Inselstaat bildet einen eigenständigen Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt von Grenada ist die britische Königin Elisabeth II.

Bevölkerung

Die Einwohner Grenadas sind zu über 95 % ganz oder teilweise afrikanischer Abstammung. Etwa 3 % haben überwiegend indische Vorfahren. Es gibt eine kleine Minderheit europäischer Herkunft.

Sprache

Die Amtssprache ist Englisch. Daneben sind Kreolsprachen im Gebrauch, u. a. das im Französischen wurzelnde Patois.

Religion

Ca. 64 % der Einwohner sind katholisch, etwa 22 % Anglikaner, 6 % Adventisten, 5 % gehören zu Pfingstkirchen, 2 % sind Methodisten, knapp 1 % Zeugen Jehovas.

Geschichte

Grenada wurde 1498 von Kolumbus entdeckt, er nannte die Insel Concepción, besetzte die Insel aber nicht. Später wurde die Insel von Briten besetzt, die sich aber 1609 zurückzogen. 1649 verkauften einheimische Häuptlinge die Insel an französische Händler. Von 1674 bis zum Pariser Frieden 1763 war sie französische Kolonie und gehörte seit diesem Zeitpunkt zum Britischen Commonwealth. Die Franzosen gaben aber ihren früheren Besitz noch nicht verloren. Erst seit dem Pariser Frieden 1783 wurde sie schließlich permanenter britischer Besitz. 1877 wurde Grenada Kronkolonie. Am 1. Februar 1881 trat die Kolonie dem Weltpostverein bei.

Von 1958 bis 1962 war die Insel ein Teil der Westindischen Föderation. 1974 wurde Grenada unter Premierminister Eric Gairy unabhängig. Gairys Regierung wurde 1979 in einer unblutigen Revolution von der linken Bewegung New Jewel Movement (NJM) unter Maurice Bishop abgesetzt. Bishop wollte für Grenada Blockfreiheit und gute Beziehungen zu den USA ebenso wie zur Sowjetunion und zu Kuba. Soziale Reformen sicherten ihm auch eine hohe Beliebtheit in der Bevölkerung. Unter seiner Regierung begann Kuba mit dem Bau des Flughafen Point Salines. Dieser wurde für den Nachschub an kubanischen Streitkräften in Afrika benötigt, die dort in mehreren Bürgerkriegen kämpften. Offiziell sollte der Flughafen den Tourismus beleben. Es wurden auch keine freien Wahlen abgehalten. Dies und der Umstand, dass Grenada gute Beziehungen zu Kuba unterhielt, wurde von den übrigen Nachbarn Grenadas in der Karibik sowie besonders von den USA sehr kritisch beobachtet. In einem Staatsstreich wurde Bishop 1983 von seinem Vize-Premierminister und langjährigen Freund Bernard Coard abgesetzt und ermordet. Die neue grenadische Regierung tendierte stark nach links, die Gewalt des Umsturzes löste in der Bevölkerung Angst aus.

Nach dem Staatsstreich gegen Bishop bat der Generalgouverneur von Grenada - als Vertreter der Königin die Funktion des Staatsoberhauptes ausfüllend - die Organisation Ostkaribischer Staaten und die USA um Hilfe.

Am 25. Oktober 1983 starteten die USA mit der Organisation Ostkaribischer Staaten eine Invasion (Operation Urgent Fury), in deren Folge die Regierung der NJM gestürzt wurde. Die Operation wurde zunächst auch damit begründet, die Sicherheit US-amerikanischer Staatsbürger auf Grenada zu garantieren, wahrscheinlicher ist, dass die US-Regierung eine starke Anlehnung von Grenada an Kuba und Nicaragua befürchtete. Nachdem einige Anhänger Coards festgenommen und später zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, erfolgten 1984 Wahlen, die seitdem regelmäßig stattfanden und als frei gelten.

Anfang September 2004 wurde Grenada vom Hurrikan Ivan schwer in Mitleidenschaft gezogen. 95 % der Häuser der Hauptstadt St. George’s wurden zerstört oder beschädigt. Die für die Landwirtschaft wichtigen Plantagen der Insel wurden verwüstet. Der Verlust von mehr als 35 Menschenleben war zu beklagen. Die Trinkwasser- und Stromversorgung brach zusammen.

Im Juli 2005 wurde Grenada erneut von einem Hurrikan - Hurrikan Emily - heimgesucht. Erneut wurden einige Gebäude und die Infrastruktur beschädigt. Aber am schlimmsten wurde die Landwirtschaft getroffen. Emily forderte auf Grenada mindestens ein Todesopfer.

Textquelle: Seite „Grenada“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Januar 2009, 21:13 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 31. Januar 2009, 23:55 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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