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Kasachstan

Asien

Bevölkerung

In Kasachstan beobachtete man nach 1991 zunächst einen massiven Rückgang der Bevölkerung. In den Jahren 1992 bis 2002 sank die Bevölkerungszahl um zehn Prozent auf unter 15 Mio. Menschen. Gründe dafür waren die Emigration vornehmlich der russischen (insgesamt haben 2,1 Mio. Menschen das Land in den 90er Jahren verlassen) und deutschen Bevölkerung sowie die sinkenden Geburtenzahlen. Seit 2003 wächst die Bevölkerung. Laut der letzten Volkszählung im März 2009 hatte Kasachstan 16.402.861 Einwohner. Frauen stellen in Kasachstan die Mehrheit der Bevölkerung. Zum 1. Januar 2009 hatten sie einen Anteil von 51,8 Prozent.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Kasachstan beträgt 6,01 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im äußersten Süden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Astana, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch. Dazu ist noch anzumerken, dass die höchste Bevölkerungsdichte in Kasachstan lediglich 25 Einwohner pro Quadratkilometer beträgt, niedriger als in Vorpommern.

Ethnien

Ein Jäger mit seinem kirgisischen Steinadler
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Ein Jäger mit seinem kirgisischen Steinadler, vor einem traditionellen Filz (Jurte) in Karakol, Kirgistan

Heute leben in Kasachstan Angehörige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit mehr als 1 000 Angehörigen. Die größte Ethnie bilden laut Zensus mit 64 Prozent der Bevölkerung die Kasachen. Außerdem leben zahlreiche weitere Ethnien auf dem Staatsgebiet Kasachstans (Russen, Koreaner, Ukrainer, Deutsche usw.). Zu den turksprachigen Minderheiten gehören die 332.017 Usbeken, 185.301 Uiguren, 132.000 Tataren, 105.000 Mescheten, 41.847 Baschkiren, 8000 Tschuwaschen sowie Gruppen von Aserbaidschanern, Turkmenen, Kirgisen, Karakalpaken, Krimtataren und Balkan-Türken. Die größte Minderheit bilden die Russen (ca. 23 Prozent). In den letzten Jahren wanderten jedoch viele Russen aus politischen Gründen nach Russland aus. Weitere Minderheiten europäischer Herkunft stellen Ukrainer (2 Prozent), Deutsche (1,1 Prozent, Kasachstandeutsche) und kleine Gemeinden von Polen, Letten, Litauern, Weißrussen und Griechen. Zu den ebenfalls hier lebenden Kaukasusvölkern zählen einige tausend Armenier sowie Georgier, Tschetschenen, Tscherkessen, Osseten, Awaren und Zachuren. Ferner leben in Kasachstan kleine iranischsprachige Minderheiten wie Kurden (20.000), Paschtunen und Perser. Die in den letzten Jahrzehnten aus Ostasien eingewanderten Burjaten, Mongolen, Tibeter, Dunganen, Chinesen und Koreaner stellen nur einen kleinen Bevölkerungsteil dar.

Die meisten Angehörigen der Minderheiten wurden zur Stalinzeit unter Zwang nach Kasachstan deportiert. Viele wurden in Arbeitslagern interniert. Viele zogen jedoch nach Kasachstan auf der Suche nach einem Job um. Bis zum Zerfall der UdSSR wurden von fast allen Hochschulen Absolventen mit entsprechender Spezialausbildung nach Kasachstan verpflichtet. Keine andere Sowjetrepublik nahm damals einen derartigen Strom von Migranten auf.

Aufgrund der Bestrebungen der Regierung, die kasachische Sprache statt der russischen als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen, hat die Anzahl der Angehörigen der Minderheiten seit der Unabhängigkeit des Landes abgenommen, da es einige vorgezogen haben auszuwandern (Tendenz steigend).

Sprachen

Die vorherrschende Sprache in Kasachstan ist nach wie vor das Russische, das von 83,1 Prozent der Einwohner beherrscht wird, obwohl die Rolle des Kasachischen, das 56 Prozent der Einwohner sprechen, durch die Bemühungen der Regierung in den Jahren nach der Unabhängigkeit stark gewachsen ist. Es herrschen neun Jahre Schulpflicht. Die Rate der Analphabeten ist mit 2,5 Prozent ungefähr so hoch wie in Deutschland. Russisch ist vor allem im Norden von Kasachstan verbreitet, wo die Mehrheit der russischen Minderheit lebt, aber auch in den Städten wird noch viel Russisch gesprochen. Auch die Kasachen (besonders die Ober- und Mittelschicht), die im Norden des Landes leben, sprechen oft noch Russisch als Muttersprache.

Der private Sprachverein Qazaq tili (Kasachische Sprache) genießt heute halboffiziellen Status. Er forciert seit 1989/90 den verstärkten Gebrauch der eigenen Sprache und eine Re-Turkisierung, das heißt die Entwicklung und Verbreitung des Kasachischen in der Bevölkerung.

Religionen

Heute ist Kasachstan ein anschauliches Beispiel dafür, wie Vertreter von mehr als 40 Konfessionen und Denominationen in Friede und Eintracht leben können. Historisch war Kasachstan immer ein Knotenpunkt, ein Treffpunkt und Ort des Dialogs verschiedener Religionen und Zivilisationen des Ostens und Westens. Heute beträgt die allgemeine Zahl der religiösen Vereinigungen 4173, im Jahre 1990 waren es insgesamt noch 670. Die religiösen Vereinigungen haben 3129 Kultstätten zur Verfügung – davon 2229 Moscheen, 258 orthodoxe und 93 katholische Kirchen, 6 Synagogen und mehr als 500 protestantische Kirchen und Gebetshäuser. Heutzutage arbeiten in der Republik 384 Missionare, aus mehr als 20 Ländern, im Jahre 1990 gab es insgesamt nur 12. Die religiösen Feiertage Kurban und Weihnachten sind in Kasachstan arbeitsfreie Feiertage. Vorherrschende Religionen sind Islam und Christentum. Daneben gibt es in den Städten kleine Gemeinden der Juden.

Bei den Verpflichtungen im Bereich der Rechte der Gläubigen arbeitet Kasachstan effektiv mit dem Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE zusammen. Die Enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum der OSZE in der Stadt Almaty förderte die Schaffung einer normativ-rechtlichen Basis im Land, die auf die Gleichheit der Rechte und Freiheiten aller Bürger gerichtet ist, unabhängig von deren religiösen und ethnischen Zugehörigkeiten. Förderung des interkulturellen Dialogs ist eine der wichtigsten Prioritäten des kasachischen Vorsitzes in der OSZE im Jahr 2010.

Seit 2003 werden in Kasachstan auf Initiative von Präsident N. Nasarbajew die Kongresse der Führer der Welt- und traditionellen Religionen durchgeführt. Ebenfalls auf Initiative von Präsident Nasarbajew wurde das Jahr 2010 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung zum Internationalen Jahr der Annäherung der Kulturen ausgerufen.

Im Jahr 1995 wurde die Vollversammlung des Volkes Kasachstans als beratendes Organ beim Staatsoberhaupt gegründet.

Islam

Die neue Moschee in Manjali Atyrau, Kasachstan
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Die neue Moschee in Manjali Atyrau, Kasachstan

47 Prozent der Bevölkerung gehört dem Islam an, die meisten davon sind Sunniten. Der Islam ist seit dem 8. Jahrhundert in Kasachstan die vorherrschende Religion. Viele kasachische Nomaden nahmen jedoch erst im 18. und 19. Jahrhundert den Islam endgültig an.

Seit der Unabhängigkeit 1991 erlebt der Islam, wie auch in den anderen ehemaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken, einen erneuten Aufschwung. 1991 gab es in ganz Kasachstan wieder über 170 Moscheen und 230 muslimische Gemeinden. Finanzielle Hilfe erhielt Kasachstan in dieser Zeit von der Türkei, Ägypten und von Saudi-Arabien.

Der Islam in Kasachstan ist eher liberal und nimmt für nicht wenige Kasachen eine große Rolle im täglichen Leben ein. Viele Kasachen sind jedoch nach wie vor säkular und praktizieren ihre Religion nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan oder Nouruz, dem altorientalischen Frühlingsfest, vermischt mit vorislamischen Bräuchen. Dies trifft heute vor allem für die kasachischen Nomaden und für die Kasachen im Norden zu, die während der Sowjetzeit russifiziert wurden.

Christentum

Christi-Himmelfahrt-Kathedrale in Almaty, Kasachstan
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Christi-Himmelfahrt-Kathedrale in Almaty, Kasachstan

46 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den größten Anteil bilden die russisch-orthodoxen Christen. Aber auch die Armenische Apostolische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Georgische Orthodoxe Apostelkirche sind vertreten. Kasachstandeutsche sind meist Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan) oder Mennoniten. Viele Osteuropäer in Kasachstan sind Katholiken, somit Teil der Römisch-katholische Kirche in Kasachstan und der Kasachischen Griechisch-Katholischen Kirche. Außerdem gibt es die Siebenten-Tags-Adventisten in Kasachstan. In den Städten existieren auch kleine Gemeinden der Zeugen Jehovas

Judentum

1989 lebten noch 18.492 Juden in der Kasachischen SSR. 1999 gab es noch ungefähr 4.500 Personen jüdischen Glaubens im Land, was 0,03 Prozent der Gesamtbevölkerung Kasachstans ausmachte. Im Vergleich dazu gibt es heute eine nun noch kleinere jüdische Gemeinde, da viele von ihnen nach Deutschland oder in die Vereinigte Staaten, die meisten aber nach Israel, ausgewandert sind. Fast alle in Kasachstan lebenden Juden sind Aschkenasim.


Flughäfen in Kasachstan

Textquelle: Seite „Kasachstan“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. November 2010, 20:38 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 24. November 2010, 22:25 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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