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Kasachstan

Asien

Wirtschaft

Kasachstan ist ein rohstoffreiches Schwellenland.

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre (seit 1999) betrug im Durchschnitt 9,3 %. 2004 legte das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 9,4 % zu. Im 1. Halbjahr 2005 betrug das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 9,1 % (für das Gesamtjahr auf 8,8 % prognostiziert). Damit ragt Kasachstan in der Region Zentralasien als Vorbild für eine Transformations-Wirtschaft hervor und lässt alle anderen Länder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage Kasachstans hat sich weiterhin verbessert und die Regierung fördert zunehmend ausländische Direktinvestitionen.

Das Finanzzentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Almaty. Hier haben wie die Kazkommertsbank und die Halyk Bank alle großen Kreditinstitute Kasachstans ihren Hauptsitz. Der BTA Bank haben viele westliche Großbanken erhebliche Kreditmittel zur Verfügung gestellt. Deren ehemaliger Vorstand Mukhtar Ablyazov ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen über den Verbleib der Gelder. Die Kasachische Börse befindet sich im neuen Finanzbezirk Almatys.

Außenhandel

Das Gesamtvolumen des Außenhandels betrug im Jahr 2007 rund 80,5 Milliarden US-Dollar bei einem Handelsbilanzüberschuss von 14,9 Milliarden US-Dollar. Die Exporte von insgesamt 47,8 Mrd. US-Dollar gingen im Jahr 2007 zu 16,3 Prozent an Italien, 15,7 Prozent in die Schweiz, 11,8 Prozent nach China und zu 9,8 Prozent nach Russland und 7,5 Prozent nach Deutschland (3,61 Milliarden Euro). Erdöl und Erdölprodukte machen rund 70 Prozent der kasachischen Exporte aus.

Rohstoffe

Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis kasachischer Wirtschaft. In den 1990er Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten schätzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe ausländischer Gesellschaften. Sie müssen von der Fördermenge zwischen 40 bis 50 Prozent an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gefördert. Kasachstan ist eines der Länder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen. In Kasachstan sind weite Landstriche durch die radioaktiven Abfälle aus Öl- und Gasförderung verseucht.

Als Energieträger hat Steinkohle nach wie vor große Bedeutung. Kasachstan besitzt außerdem reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem.

Produktion

Sehr gut entwickelt ist auch die Hüttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnisse (Dünger, Kunststoffe), Maschinen, Ausrüstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqtöbe.

Landwirtschaft

Rund 75 % der Landesfläche ist landwirtschaftlich nutzbar. So deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fruchtbaren Steppenböden und trotz geringer Erträge aufgrund von Trockenheit vollständig selbst und exportiert die Überschüsse in Höhe von vier bis fünf Millionen Tonnen. Seit 2005 wird ein Teil der Exporte über die lettischen Hafenstädte Liebau (lett.: Liepaja) und Windau (lett: Ventspils) abgewickelt. Der von den beiden Staaten gemeinsam errichtete Ventspils Grain Terminal ist für eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgelegt. Im Norden besteht um die Hauptstadt Astana ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Darauf deutet auch der frühere russische Name der Stadt (Zelinograd, „Neulandstadt“) hin. In den südlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden Früchte angebaut. Von großer Bedeutung vor allem für die Bewohner der Halbwüsten- und Wüstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden hauptsächlich Schafe gezüchtet, seltener Ziegen, Kühe, Pferde. In russisch oder deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.

Im Süden steht der Aralsee nach extensiver Wasserentnahme zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der größten ökologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 22,44 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 18,98 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,2 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2009 15,2 Mrd. US-Dollar oder 14,0 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,6 %
  • Bildung: 2,3 % (2005)
  • Militär: 0,9 % (2002)

Flughäfen in Kasachstan

Textquelle: Seite „Kasachstan“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. November 2010, 20:38 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 24. November 2010, 22:25 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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