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Niederlande

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Portrait | Geografie

Die Niederlande (Niederländisch: Nederland) sind eine parlamentarische Monarchie und Teil des Königreichs der Niederlande. Das im nördlichen Westeuropa liegende Land wird durch die Nordsee im Norden und Westen, Belgien im Süden und Deutschland im Osten begrenzt. Zusammen mit Belgien und Luxemburg bilden die Niederlande die Benelux-Staaten. Zu den Niederlanden gehören ferner die drei Karibikinseln Bonaire, Sint Eustatius und Saba.

Landesname

Politische Karte der Niederlande
Public Domain

Politische Karte der Niederlande

Der offizielle und auch in der Umgangssprache übliche niederländische Name des Landes lautet Nederland (Singular), während im Standarddeutschen das Land Niederlande (Plural) heißt und umgangssprachlich zumeist als Holland benannt wird. Der Name Holland bezieht sich eigentlich nur auf den nordwestlichen Teil des Landes, auf die frühere Provinz Holland als bedeutendste Provinz der Republik der Vereinigten Niederlande. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Provinz aufgeteilt in die zwei Provinzen Nordholland (Hauptstadt Haarlem) und Südholland (Hauptstadt Den Haag). Im Niederländischen verwendet man den Ausdruck Holland in erster Linie für diese zwei Provinzen. Ansonsten ist Holland eher eine ironische Selbstbezeichnung. Auch beim Fußball lautet die Selbstbezeichnung Holland, zum Beispiel im Schlachtruf Hup Holland Hup.

Außerhalb der Niederlande werden die Niederländer zumeist als „Holländer“ bezeichnet und auch die niederländische Tourismusindustrie und sonstige Wirtschaft vermarkten das Land durchweg als Holland (sowohl im Englischen als auch im Standarddeutschen). Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer.

Der Landesname „Niederlande“ (im Plural) ergibt sich aus der Geschichte. Die Niederlande waren lange Zeit ein Teil des Herrschaftsgebietes des Fürstenhauses Habsburg, das sowohl am Ober- als auch am Niederrhein Herrschaftsgebiete besaß. Erstere nannten sie „die oberen Rheinlande“ (Sundgau, Breisgau, Vorderösterreich), Letztere „die niederen Rheinlande“ (Holland, Flandern, Seeland usw.). Im Laufe der Zeit entfiel die Flussbezeichnung, insbesondere auch deshalb, weil die Habsburger ihre oberrheinischen Gebiete verloren und so blieb lediglich die Bezeichnung „Niederlande”, während es seitdem sprachlich keine Oberlande (mehr) gibt.

Im Niederländischen sagt man zu den historischen Regionen auch de Lage Landen, also die tief oder niedrig liegenden Länder, da es in den Niederlanden kein Gebirge und nur wenige Erhöhungen gibt. Die nordniederländischen Provinzen der Utrechter Union (Holland, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Overijssel, Groningen und Friesland) erklärten sich am 26. Juli 1581 unabhängig vom Landesherren Philipp II. von Spanien. In den Verträgen des Westfälischen Friedens 1648 wurde die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich proklamiert, das Gebiet entsprach in etwa den späteren Niederlanden. Der südliche Teil des Gebietes, inklusive Flandern, verblieb hingegen beim Reich; später entstand daraus der Staat Belgien. Man sprach dann von den nördlichen und den südlichen Niederlanden.

Der Wiener Kongress vereinigte Norden und Süden als unabhängigen Staat Koninkrijk der Nederlanden noch einmal für kurze Zeit. Jedoch schon 1830 erklärten sich die südlichen Niederlande unter der Bezeichnung Belgien für unabhängig. (Belgica ist der Name einer alten römischen Provinz und in der Renaissance wurde der Ausdruck als lateinischer Name der Niederlande verwendet, auch für den Norden.)

Die englische Bezeichnung „Dutch” ist aus mittelniederländischen Formen wie duutsc entstanden. Die mittelniederländischen Formen duutsc und dietsc bezeichneten die im Volk gesprochenen westgermanischen Mundarten und dienten der Abgrenzung dieser Mundarten gegenüber dem Lateinischen – der Sprache von Verwaltung, Wissenschaft und Kirche. Die Formen Dutch und duutsc entsprechen dem standarddeutschen Wort deutsch, siehe auch Deutsch (Etymologie) und Niederländisch (Name).

Batavia ist ein früherer lat. Name für die heutigen Niederlande und bezieht sich auf den beim Rheindelta siedelnden germanischen Stamm der Bataver. Die Niederländer nannten die heutige Hauptstadt Indonesiens, Djakarta, während ihrer Kolonialzeit zuerst ebenfalls Batavia.

Geographie

Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als einen Meter über, rund ein Viertel des Landes unterhalb des Meeresspiegels (gemessen bei Amsterdam). Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt, die insgesamt eine Länge von ca. 3.000 km haben. Der höchste Punkt der Niederlande ist mit 877 Metern der Mount Scenery auf der Insel Saba. Der höchste Punkt des Festlandes, der Vaalserberg im äußersten Süden, in der Provinz Limburg, im Dreiländereck zu Deutschland und Belgien, befindet sich 322,50 m über dem Amsterdamer Pegel.

Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder (im Deutschen als Koog) bezeichnet. Ungefähr ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer den größten Teil ausmacht, eine ehemalige Bucht der Nordsee namens Zuiderzee, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde.

Die wichtigsten Flüsse der Niederlande (de grote rivieren – die großen Flüsse) sind Rhein, Maas und Schelde. Sie teilen das Land in einen Norden und einen Süden und finden sich wieder im mehr oder weniger zusammenhängenden Rhein-Maas-Delta, der größten und zentralen Landschaft des Staates. Der Rheinstrom verzweigt sich erstmals in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Name „Rhein“ geht im Delta bemerkenswerterweise auf weniger wichtige Deltaarme über. Der Hauptstrom des Rheinsystems heißt im Delta anfangs Waal, später Merwede, dann Noord, schließlich Neue Maas (!). Weitere große Deltaströme sind Nederrijn, Lek und Issel. Die Maas mündete früher bei Gorinchem in die Waal, seit 1904 ist sie jedoch aufgrund künstlicher Verlegung der Maasmündung mit dem Rheinsystem eigentlich nicht mehr verbunden und fließt über Bergse Maas und Amer in die ehemalige Meeresbucht Hollands Diep („Holländische Tiefe“). Von der Schelde liegt lediglich ihr Mündungsbereich nördlich des belgischen Antwerpens in den Niederlanden.

Die Hauptwindrichtung ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Besonders im Westen des Landes, an der Nordseeküste, ist das Klima stärker atlantisch geprägt (milde Winter, kühle Sommer). Nach Osten hin nimmt der atlantische Einfluss leicht ab, sodass man in der Nähe der deutschen Grenze schon eher von subatlantischem Klima sprechen kann mit etwas kälteren Wintern (mild bis mäßig-kalt) und leicht wärmeren Sommern.

Textquelle: Seite „Niederlande“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Dezember 2010, 07:41 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 10. Dezember 2010, 15:42 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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