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Niederlande

Europa

Bevölkerung

Die Niederlande gehören mit etwa 400 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt (zum Vergleich: Weltweiter Durchschnitt 48, Irland 60, Deutschland 231, Nordrhein-Westfalen 528, Namibia 2,4). Im Januar 2009 hatten die Niederlande 16.493.156 Einwohner, davon wohnte ungefähr die Hälfte in der Randstad, dem dicht besiedelten Westen des Landes.

Die Amtssprache im gesamten Staat ist die Niederländische Sprache (Standardniederländisch), die aus niederfränkischen Mundarten in den Niederlanden (niederländische Dialekte) entstanden ist. In der Provinz Friesland ist zusätzlich das eng verwandte Friesisch Verwaltungssprache.

In der südwestlichen Hälfte des Landes werden niederfränkische Mundarten gesprochen. Die Ortsdialekte des Südostens gehören zum Ripuarischen und im Nordosten zum Niedersächsischen. Niederfränkische, ripuarische und niedersächsische Mundarten werden im Dialektkontinuum staatsübergreifend auch in Deutschland gesprochen, niederfränkische und ripuarische Dialekte auch in Belgien.

In den überseeischen Reichsteilen (in der Karibik) ist Niederländisch Amtssprache, neben entweder Papiamento oder Englisch. Eine Abzweigung des Niederländischen, die inzwischen eine eigene Standardsprache darstellt, ist das Afrikaans in Südafrika.

Die Niederländer sind statistisch das Volk mit den körperlich größten Menschen der Welt, im Durchschnitt 1,83 m (Männer) und 1,72 m (Frauen). Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug im Jahr 2005 77 Jahre für Männer und 82 Jahre für Frauen.

In den Niederlanden leben zwischen 6.000 und 10.000 Sinti und Roma, sowie ca. 30.000 sogenannte woonwagenbewoners. Sie werden abschätzig auch kampers genannt, bevorzugen selbst die Bezeichnung reizigers. Sie leben ortsfest auf Standplätzen in stationären Caravans. Viele üben ambulante Erwerbstätigkeiten aus. Ganz überwiegend gehen sie auf verarmte niederländische Bauern, Landarbeiter und Torfstecher des 18. und 19. Jahrhunderts zurück. Ihre Zahl ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Zusammenhang von Arbeitsmigration und Wohnkosten durch Zuzug aus der Mehrheitsbevölkerung erheblich angewachsen. Die gruppeninterne Sprache Bargoens ist eine niederländisch basierte Sondersprache, deutschem Rotwelsch oder Jenisch vergleichbar.

In die Niederlande sind Menschen aus der ganzen Welt eingewandert. Abgesehen von vielen Zugezogenen aus den Nachbarstaaten (u. a. aus Deutschland, Belgien und England) leben heute viele Menschen aus anderen Erdteilen hier, wie u. a. aus Marokko und der Türkei, aus den ehemaligen Kronkolonien Indonesien, Surinam und aus der Karibik.

Die Bevölkerung in den Niederlanden ausländischer Herkunft (2007):

Staat, Territorium Anzahl Prozent
die Niederlande (ausschließlich) 13.187.586 80,6 %
Westliche Staaten[8] 1.431.954 8,8
Indonesien 389.940
Deutschland 381.186
Belgien 112.224
ehemaliges Jugoslawien 76.465
Vereinigtes Königreich 75.686
Polen 51.339
ehemalige Sowjetunion 47.450
Italien 36.495
Frankreich 33.845
Vereinigte Staaten 31.154
übrige westliche Staaten 196.170
Nicht-westliche Staaten 1.738.452 10,6
Surinam 333.504
Marokko 329.493
Türkei 309.000
(damalige) Niederländische Antillen und Aruba 129.965
China 45.298
Irak 43.891
Afghanistan 37.230
Iran 28.969
übrige nicht-westliche Staaten 421.502

Religion

Religion in den Niederlanden (2005)
(laut Geloven in het publieke domein WRR)
  •  Römisch-Katholisch – 27,0 %
  •  Protestanten – 16,6 %
  •  Muslime – 5,7 %
  •  Hindus – 1,3 %
  •  Buddhisten – 1,0 %
  •  Konfessionslose – 48,4 %

Die traditionell größte Bevölkerungsgruppe war jene der Protestanten. Durch Entkirchlichung im 20. Jahrhundert wurde sie jedoch mittlerweile zahlenmäßig von den Konfessionslosen und den Katholiken übertroffen. Die Protestanten sind in den Niederlanden überwiegend Calvinisten, nach einem französischen Reformator des 16. Jahrhunderts.

Im 19. Jahrhundert hatten sich zwei unterschiedliche calvinistische Richtungen in den Niederlanden herausgebildet, die gemäßigteren und zahlenmäßig stärkeren hervormden und die streng-gläubigen gereformeerden. Beide Wörter bedeuten „reformiert“ und wurden ursprünglich unterschiedslos verwendet. Im Deutschen kann man den Unterschied nicht wiedergeben, daher liest man für die gereformeerden manchmal „altreformiert“ (obwohl es organisatorisch gesehen die jüngere Richtung ist, eine Abspaltung der Nederlands hervormde kerk) oder „streng-reformiert“ bzw. „streng-calvinistisch“.

Seit einer Neuorganisation von 2004 gibt es die Protestantische Kirche in den Niederlanden, die theoretisch beide Richtungen vereint. Einige besonders Streng-Gläubige sind allerdings eigenständig geblieben, wie die „befreiten“ Reformierten (die zweitgrößte protestantische Kirchenvereinigung).

Den Mitgliederzahlen[9] der Kirchen zufolge ist die wichtigste Religion das Christentum: mit Katholizismus (27,0 %)[10] und Protestantismus (16,6 %), davon 11,9 % in der größten Protestantische Kirche – PKN. Insgesamt waren Ende 2005 etwas weniger als 44 % der Niederländer Mitglied einer christlichen Kirche. Etwa 5,7 % der Bevölkerung gehörten dem Islam an, ca. 1,3 % waren Hindus und ebenfalls ca. 1 % waren Buddhisten. 48,4 % oder fast die Hälfte der Niederländer fühlten sich damals keiner Religionsgemeinschaft zugehörig (Stand: 31. Dezember 2005).

In den Jahren 2006, 2007 und 2008 haben die beiden größten Kirchen (wie auch in Deutschland) weiterhin Mitglieder verloren und haben (Stand 31. Dezember 2008) laut letzten eigenen Angaben (KASKI Daten)[13] die folgenden Mitgliederzahlen:

  1. Römisch-katholische Kirche: 4,267 Millionen Mitglieder, 25,9 % der Bevölkerung
  2. Protestantische Kirche (Protestantse Kerk in Nederland, PKN): 1,847 Millionen Mitglieder, 11,3 % der Bevölkerung

Andere christliche Kirchen sind deutlich kleiner. Sie haben jeweils weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung als Mitglieder. Zu diesen gehören verschiedene reformierte Freikirchen wie die Gereformeerde Kerken in Nederland als auch Baptisten und Mennoniten (Doopsgezinde). In der Reformationszeit waren die Niederlande eines der Zentren der Täuferbewegung (siehe Menno Simons). Andere religiöse Minderheiten sind Moslems, Juden, Hindus (vor allem aus Suriname) und Buddhisten.

Laut Niederländischem Zentralamt für Statistik (CBS) ist die Anzahl der Katholiken und Protestanten, die auf einer Umfrage (etwas weniger als 10.000 Personen älter 12 Jahren ) basiert, jeweils höher – der Unterschied ist teilweise zu erklären, da Jugendliche weniger häufig getauft sind als die erwachsenen Teilnehmer der Umfrage:

  • 27 % Katholizismus
  • 17 % Protestantismus (hervormd, gereformeerd und lutherisch)
  • 10 % sonstige Religionen (5 % Islam, 1 % Hinduismus, ferner Buddhismus, Judentum und weitere christliche Kirchen)
  • 44 % Konfessionslose

Der Norden und der Westen des Landes waren traditionell protestantisch, während im Süden und Osten die Katholiken die Bevölkerungsmehrheit stellten und teilweise noch stellen. In der Mitte des Landes gibt es einen sogenannten Bijbelbelt („Bibelgürtel“) mit erhöhtem Anteil von gereformeerden. Noch immer stellen Katholiken die Mehrheit der Bevölkerung in den meisten Gebieten südlich dieses Bibelgürtels dar (> 70 % in Limburg). Nördlich und westlich dieses Bibelgürtels sind die Konfessionslosen deutlich in der Mehrheit.

Eine Kirchensteuer wird in den Niederlanden nicht erhoben.

Die Königin ist hervormd. Wegen der synodalen Organisation calvinistischer Kirchen hat das Königshaus allerdings keine formell führende Stellung in der Nederlands hervormde kerk innegehabt, die mit der von lutherischen Landesherren in Deutschland und Skandinavien vergleichbar wäre.

 

Textquelle: Seite „Niederlande“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Dezember 2010, 07:41 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 10. Dezember 2010, 15:42 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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