Flagge

Äthiopien

Afrika
Karte von Äthiopien

Portrait

Äthiopien (griechisch Αιθιοπία, von altgriechisch αίθαλο, aíthalo – das sonnengebräunte und οψ, ops – das Gesicht – zeitweise im Ausland auch als Abessinien bekannt (eigentlich ein kultur-geographischer Begriff, der nur das Hochland bezeichnet) – ist ein Staat im Nord-Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti. Nationalfeiertag ist der 28. Mai, Tag der Niederlage des Mengistu-Regimes (1991).

Geographie

Äthiopien ist das zehntgrößte Land in Afrika, es ist rund dreimal so groß wie Deutschland.

Politische Grenzen

Grenze insgesamt: 5.328 km: Dschibuti 349 km, Eritrea 912 km, Kenia 861 km, Somalia 1.600 km, Sudan 1.606 km Zwischen 1952 und 1993 hatte Äthiopien einen Zugang zum Meer, der jedoch mit der Unabhängigkeit Eritreas verloren ging.

Geologie >> Berge in Äthiopien

Die Landesnatur Äthiopiens nimmt innerhalb Afrikas eine Sonderrolle ein. Äthiopien ist neben Lesotho das am höchsten gelegene Land des Kontinents: 50 % seiner Fläche liegen höher als 1200 Meter, mehr als 25 % über 1.800 Meter, über 5 % erreichen noch Höhen über 3.500 Meter. Dennoch hat der größte Teil des Hochlands Mittelgebirgscharakter. Hier herrscht gemäßigtes Klima vor. Die Hochlandsränder und die Einschnitte der Flüsse (Nil, Omo, Takaze) sind sehr steil ausgebildet.

Der Großteil Äthiopiens wird vom Hochland von Abessinien eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370 m ü. NN). Höchster Berg des Hochlandes ist der Ras Daschan Terara (4.545 m); weitere dortige Viertausender sind der Talo (4.413 m), der Guma Terara (4.231 m) und der Guge (4.203 m). Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch. Auf dessen südöstlicher Seite schließt sich das Somali-Hochland mit dem Deemtu (4.377 m) an. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116 m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke am Karumsee westlich der Grenze zu Eritrea

 An Bodenschätzen bietet Äthiopien Mangan, Gold, Platin und Edelsteine. Insbesondere in den Bundesstaaten Afar, Tigray und Amhara werden Ölvorkommen vermutet.

Klima

Die klimatischen Unterschiede innerhalb von Äthiopien sind in erster Linie durch die Höhe bedingt, in den Tiefebenen ist es heiß, und in den Hochebenen relativ kühl. Man kann drei Klimazonen unterscheiden: die tropisch-heißen Gebiete bis 1.800 m, die warm-gemäßigte Zone von 1.800 bis 2.500 m sowie die kühle Zone über 2.500 m. In der Hauptstadt Addis Abeba, die auf ca. 2.400 m Höhe liegt, liegt die durchschnittliche Tagestemperatur mittags zwischen 8 und 24 °C. In der tropisch-heißen Zone (Qolla) ist es durchschnittlich 27 Grad warm bei einer jährlichen Regenmenge unter 500 mm Niederschlag. Die warm-gemäßigte Zone (Woyna Dega) ist 22 Grad warm bei 500 bis 1.500 mm Niederschlag pro Jahr. Im Berggebiet (Dega, über 2.500 m) werden nur 16 Grad gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800 mm Niederschlag. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und März.

Seen

Der größte See ist der Tanasee. Im großen afrikanischen Grabenbruch gibt es viele meist vulkanische Seen. Der Shala ist der größte Kratersee und der tiefste des Landes. Der Langano ist wegen seines hohen Sodagehaltes einer der wenigen Seen, in denen man baden kann, da er frei von Bilharzioseerregern ist.

Flüsse

Die wichtigsten Flüsse in Äthiopien sind der Akobo, der Awash, der Blaue Nil, der Juba, der Genale, der Omo, der Tekeze und der Wabi Shebelle.

Nationalparks

In Äthiopien gibt es 9 Nationalparks (Stand Oktober 2005). Das Schutzgebietssystem wird durch etwa 100 weitere nationale Schutzgebiete mit unterschiedlichem Schutzstatus ergänzt. Der Simien-Nationalpark gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Flora und Fauna

Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie, diversen geologischen Schichten und verschiedener klimatischer Verhältnisse ist Äthiopien die Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Von der Savanne über immergrüne Feuchtwälder bis hin zu Regionen mit alpinem Klima haben sich hier viele Lebensräume etabliert. Äthiopien ist eines der acht Genzentren der Erde. Die äthiopische Flora umfasst ungefähr 7.000 höhere Pflanzenarten, von denen ungefähr zwölf Prozent endemisch sind. Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffee und verschiedener Getreidearten, wie Teff, sowie der Roten Zierbanane. Über 20 verschiedene Kulturpflanzen stammen aus diesem Land. Die Schirmakazie, der Affenbrotbaum, Wacholder und der Maulbeerfeigenbaum sind typische Baumarten des Landes. Eines der großen Umweltprobleme Äthiopiens ist jedoch die Waldrodung, die dazu geführt hat, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts viele dieser Arten in ihrem Bestand erheblich geschwächt waren. Eine Aufforstung mit schnell wachsenden Eukalyptusbäumen im Jahre 1905 hat dazu geführt, dass diese heute den größten Teil der Bäume Äthiopiens ausmachen. Unter den zahlreichen Tierarten sind 30 Säugetierarten (12 %) (unter anderem der äthiopische Wolf, die Sömmerringgazelle, der Dschelada und das Bergnyala), 23 Vogelarten (2,6 %) (unter anderem die Blauflügelgans, die Rougets Ralle und der Klunkeribis), 3 Reptilarten (3,9 %) und 17 amphibische Arten (31,5 %) endemisch.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Addis Abeba 2.757.807 Einwohner, Dire Dawa 252.347 Einwohner, Nazret 214.034 Einwohner, Bahir Dar 168.929 Einwohner, Gonder 153.942 Einwohner und Mek`ele 151.752 Einwohner.

Textquelle: Seite „Äthiopien“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Februar 2009, 09:35 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 13. Februar 2009, 11:33 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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