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Bogotá

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Bogotá

Portrait

Bogotá (vollständiger spanischer Name Santa Fe de Bogotá) ist die Hauptstadt Kolumbiens und Verwaltungszentrum des Départements Cundinamarca. Mit ihren 6,8 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtgebiet und 7,9 Millionen in der Agglomeration (Volkszählung 2005) ist Bogotá der größte städtische Ballungsraum Kolumbiens und außerdem eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas; sie steht an 34. Stelle in der Liste der größten Städte der Welt.

Der Großraum Bogotá bildet den so genannten Hauptstadtdistrikt (Distrito Capital, abgekürzt D.C.), der direkt der Zentralregierung untersteht, und hat damit einen vergleichbaren Sonderstatus wie Washington (D.C.) in den USA. Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt sowie wichtigstes Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes mit Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern.

Etymologie

So war es auch als Thybzacá oder Teusacá bekannt, aus dem das heutige Teusaquillo, ein Stadtteil, entstanden ist.

Als Jiménez de Quesada die Stadt Gründete gab er ihr den Namen Nuestra Señora de la Esperanza, was sich aber während der juristischen Gründung 1539 in Santafé oder Santa Fe änderte. Als Santafé de Bogotá war die Stadt in der Kolonialzeit nicht bekannt, setzte sich daher aber durch um sie von der Vielzahl an weiteren Santafés zu unterscheiden durch. Als Bogotá war zu dieser Zeit die Siedlung Funza bekannt. Nach der Unabhängigkeit von Spanien und der Gründung der Republik wird die Hauptstadt Bogotá genannt und das ehemalige Bogotá wird Funza.

Die erneuerte Verfassung Kolumbiens von 1991 gab der Stadt wieder den offiziellen Namen Santafé de Bogotá.

Geografische Lage

Die Stadt liegt in einer fruchtbaren Hochebene der Anden, der Sabana de Bogotá, 2.640 Meter über dem Meeresspiegel, am Fuß der zwei Kordillerenberge Guadalupe (3.317 Meter) und Monserrate (3.100 Meter).

Die Fläche der Stadt beträgt 1.775,98 Quadratkilometer. Davon sind 384,3 Quadratkilometer (21,64 Prozent) städtisches Gebiet (área urbana) und 1.394,68 Quadratkilometer (78,36 Prozent) ländliches, überwiegend gebirgiges, Gebiet. Die Metropolregion (Región Metropolitana) hat eine Fläche von 4.321 Quadratkilometern und schließt neben Bogotá 25 weitere Gemeinden (Municipios) in der Umgebung der Hauptstadt ein.

Mehrere Flüsse und Bäche winden sich durch die Stadt, unter anderen der Fluss San Francisco, der sich südwestlich mit dem Fluss Funza (auch bekannt als Rio Bogotá) vereinigt. Der Fluss Funza ist sowohl für seinen 145 Meter langen Wasserfall, den Tequendama, als auch für seine extreme Verschmutzung bekannt. Die nahe Umgebung der Stadt ist geprägt von Weiden und Bergwäldern.

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 13,3 Grad Celsius. Da Bogotá nahe am Äquator liegt, gibt es keine großen jahreszeitlichen Unterschiede. Das Klima wird von Passatwinden geprägt.

Die jährliche Höchsttemperatur liegt im Mittel bei 16,0 Grad Celsius, die jährliche Tiefsttemperatur im Durchschnitt bei 7,4 Grad Celsius. Die Temperaturen übersteigen nur selten die Grenze von 23 Grad Celsius und können in wolkenlosen Nächten auch den Gefrierpunkt erreichen. Im Januar 2007 wurden Rekordtemperaturen von -8,1 Grad Celsius in der Stadt und -10,8 Grad Celsius im Ballungsgebiet gemessen.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 799 Millimeter im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten April und Oktober mit durchschnittlich 101 bis 107 Millimeter, der wenigste im Januar mit 29 Millimeter im Mittel. An durchschnittlich 185 Tagen im Jahr fällt Niederschlag.

Geschichte

Stadtgründung

Bogotá wurde am 6. August 1538 am Ort der Chibcha-Stadt Bacatá (hochgelegenes Feld) von Gonzalo Jiménez de Quesada offiziell neu gegründet. Er gab ihr den Namen Santa Fe, benannt nach seinem Heimatort Granada (Spanien). Kurz danach wurde de Bogotá, abgeleitet vom ursprünglichen indianischen Bacatá, angehängt, so dass der endgültige Name der Stadt Santa Fe de Bogotá lautete.

Im selben Jahr erreichte von Süden her auch eine weitere spanische Expedition unter Sebastian de Benalcazar, dem Neugründer von Quito, und von Osten her ein dritter Zug unter dem Welser-Hauptmann Nikolaus Federmann aus Augsburg das Chibcha-Reich und die Hochebene von Bogotá. Sie beanspruchten Rechte, erhielten von Quesada jedoch nur eine Abfindung und verließen die neugegründete Stadt. Quesada gründete die Stadt dann auch formell und juristisch im April 1539 mit Nikolaus Federmann und Sebastián de Belalcázar.

Kolonialzeit und Republikanische Ära

Der Kongress (Capitolio Nacional de Colombia), erbaut zwischen 1847 und 1926
Der Kongress (Capitolio Nacional de Colombia), erbaut zwischen 1847 und 1926

In der Kolonialzeit war Bogotá die Hauptstadt Neugranadas. Mit Cartagena de Indias war sie die wichtigste Stadt im Territorium des heutigen Kolumbiens. 1803 besuchte Alexander von Humboldt den Biologen José Celestino Mutis in Bogotá.

Unter anderem durch den Einfluss der in der Stadt lebenden einflussreichen Kreolen, entstand dort die kolumbianische Unabhängigkeitsbewegung, die am 20. Juli 1810 die erste Abspaltung von Spanien erreichte. Die Spanier konnten die Territorien wieder erobern; erst 1819 wurde Kolumbien endgültig unabhängig.

Im gleichen Jahr wurde Bogotá die Hauptstadt Großkolumbiens, das sich 1830 in die heutigen Länder Ecuador, Kolumbien (mit der Hauptstadt Bogotá) und Venezuela aufteilte. Die Stadt wurde in den nächsten Jahrzehnten von mehreren Bürgerkriegen heimgesucht. Der einflussreichste Krieg dieser Zeit war der Guerra de los Mil Dias (Krieg der tausend Tage, 1899–1902) zwischen den konservativen und liberalen Parteien.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

1905 hatte die Stadt 100.000 Einwohner. Im 20. Jahrhundert wuchs Bogotá nicht nur in Hinsicht auf seine Bevölkerung, sondern auch in kultureller Hinsicht, so dass es als das „Athen Südamerikas“ bekannt wurde. 1948 wurde in Bogotá die Organisation Amerikanischer Staaten gegründet; dieses Ereignis wurde durch die Ermordung des populären Präsidentschaftskandidaten der Liberalen Partei Jorge Eliécer Gaitán am 9. April 1948 blutig unterbrochen.

Das war der Anlass für den sogenannten Bogotazo, eine mehrere Tage andauernden Welle der Gewalt. Dabei wurde die Stadt durch aufgebrachte Menschenmassen geplündert. Zu dieser Zeit wohnte der spätere kubanische Staatschef Fidel Castro in Bogotá.

Nach dem Bogotazo entwickelte sich die Stadt deutlich anders. Die wohlhabenden Familien, die bis dahin in der Stadtmitte gelebt hatten, zogen in andere Stadtteile oder nahe gelegene Orte wie Chapinero, El Chicó und Usaquen größtenteils im Norden der Stadt.

Die 1950er und 1960er Jahre

Die Militärdiktatur ab 1953 führte zu einem Ausbau der Stadt Richtung Westen, überwiegend dadurch, dass der internationale Flughafen Aeropuerto Internacional El Dorado zu dieser Zeit gebaut wurde, und dass die Stadt sich wegen der natürlichen Grenze der Berge nicht mehr weiter Richtung Osten ausdehnen konnte. Am 1. Januar 1955 erfolgte die Eingemeindung der Vororte Bosa, Engativa, Fontibon, Suba, Usme und Usaquén nach Bogotá sowie die Gründung des Distrito Especial innerhalb der Provinz Cundinamarca. Die kurze Diktatur wurde 1957 von einer institutionalisierten Koalition zwischen liberaler und konservativer Partei, des sogenannten Frente Nacional (Nationale Front), abgelöst.

1961 besuchte der US-Präsident John Fitzgerald Kennedy die Stadt im Rahmen des Programms Allianz für den Fortschritt. Diese hatte zum Ziel, die lateinamerikanischen Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten den USA näher zu bringen, da diese die sowjetische Einflussnahme in diesen Staaten nicht gerne sahen. Aus diesem Besuch entstand einer der größten Stadtteile Bogotás, Ciudad Kennedy, der heutzutage mehr als eine Million Einwohner fasst. Nach dem Bogotazo durchlebte das Land Kolumbien eine Welle der Gewalt nach der anderen. Dies führte dazu, dass die Hauptstadt zum Zufluchtsort von Vertriebenen wurde. Sie wuchs im 20. Jahrhundert von weniger als einer halben auf mehr als sieben Millionen Einwohner.

Die 1970er und 1980er Jahre

In den 1970er Jahren wurde die Guerillagruppe M-19 ins Leben gerufen, die die Zukunft der Stadt und des Landes mitprägte. Die Regierung entschied sich, die Casa de Nariño zu bauen, den Sitz des Präsidenten, der ein für die Zeit übliches Beispiel von Luxus inmitten des verarmten Stadtzentrums darstellt. Am 30. April 1984 wurde der Justizminister Rodrigo Lara Bonilla durch die Drogenmafia im Norden der Stadt ermordet. Diese Tat führte zur Konfrontation des Staates mit den Kartellen des Drogenhandels im ganzen Land.

Der 6. November 1985 wurde zum tragischsten Tag in der Geschichte der Stadt seit dem Bogotazo. Die Guerillagruppe M-19 nahm den Justizpalast in Bogotá ein. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen und die Wiedereinnahme durch die Staatsmacht kostete mehreren hundert Menschen das Leben. Am 13. November 1985 brach der Vulkan Nevado del Ruiz aus und seine Schneehaube schmolz durch die Hitze. Dies führte dazu, dass der Fluss Lagunilla aus seinen Ufern trat und die Stadt Armero unter Tonnen von Schlamm verschüttete. Bogotá wurde die neue Heimat für Tausende Überlebende, weitere Tausende starben.

Die Entwicklung seit 1990

Am 5. Juli 1991 erfolgte mit der Eingemeindung des Vorortes Sumapaz nach Bogotá auch die Umbenennung des Distrito Especial in Distrito Capital und dessen Ausgliederung aus der Provinz Cundinamarca. In den 1990er Jahren wurde Bogotá zum Ziel der Drogenkartelle. Es wurden viele Terrorattentate in der Stadt verübt, unter anderen Bomben in Einkaufszentren und dem Hauptgebäude des „DAS“ (des Staatssicherheitsdienstes). Diese Attentate rissen Hunderte von Unbeteiligten in den Tod, und der Drogenkrieg wurde intensiver. Dieses Jahrzehnt wurde durch den Tod des Drogenbarons José Gonzalo Rodriguez Gacha, alias der Mexikaner, durch die Sicherheitsdienste des Staates besiegelt.

Nach der Auflösung des M-19 durch dessen Führer Carlos Pizarro Leóngomez stellte sich dieser als Präsidentschaftskandidat zur Wahl, wurde aber während eines Linienflugs ermordet. Die Stadt änderte sich darauf hin unter dem Einfluss der Bürgermeister Jaime Castro, Antanas Mockus und Enrique Peñalosa. Im Jahre 2000 wurde der Bau des TransMilenio gestartet. Im gleichen Jahr wurde Antanas Mockus zum zweiten Mal Bürgermeister der Stadt, gefolgt von Eduardo Garzon, der 2003 als erster sozialistischer Bürgermeister Bogotás das Amt antrat.

Einwohnerentwicklung

Bogotá verzeichnet ein rasches Wachstum und die Elendsviertel an seinen Rändern vergrößern sich ständig. Hatte die Stadt 1951 noch 715.000 Einwohner, so hat sich deren Zahl bis 2005 auf 6,8 Millionen fast verzehnfacht. Die Landflucht der Bevölkerung ist enorm. Um der Verarmung auf dem Land zu entgehen, ziehen viele Bauern in die Hauptstadt, in der Hoffnung, dort einen Arbeitsplatz und bessere Lebensbedingungen vorzufinden.

Etwa 68 Prozent der Einwohner sind Mestizen, 20 Prozent Weiße, rund zehn Prozent Schwarzafrikaner, Mulatten und Zambos, nur noch zwei Prozent Indigenas (Indios). Über 90 Prozent der Bevölkerung ist katholisch. Etwas mehr als 2,4 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahre sind Analphabeten (über acht Prozent im Rest des Landes)[4], wobei 95,5 Prozent der Einwohner unter acht Jahre Schulbildung aufweisen.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei allen Angaben handelt es sich um Schätzungen nationaler Institute und Statistikämter sowie um Volkszählungsergebnisse. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne den Vorortgürtel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bogotá, Zentrum und Bankenviertel. Links unten ist die Fußgängerzone (Eje Ambiental) Avenida Jiménez (Calle 13) zu sehen
Bogotá, Zentrum und Bankenviertel. Links unten ist die Fußgängerzone (Eje Ambiental) Avenida Jiménez (Calle 13) zu sehen

Theater

Die Theater der Hauptstadt bieten eine Vielzahl von Ballett-, Opern-, und Theateraufführungen, sowie Musikdarbietungen. Bekannte Orchester der Stadt sind das Orquesta Sinfónica Nacional de Colombia, das Orquesta Filarmónica de Bogotá und das Symphonische Blasorchester „Santafé de Bogotá“. Zu den wichtigsten Theatern in Bogotá gehören das Teatro Nacional (Nationaltheater), das Teatro „Jorge Eliezer Gaitán“ (Theater der Stadt Bogotá), das Teatro Colón (Kolumbus-Theater) und das Teatro „La Candelaria“.

Besonders das von Santiago García geleitete Theater „La Candelaria“ prägte auf dem lateinamerikanischen Kontinent das Prinzip der „Creación Colectiva“, bei dem die Schauspieler ein Theaterstück und dessen Inszenierung in einem kollektiven Prozess entwickeln. Diese Arbeitsmethode ist mit der Intension, aus der Ablehnung der Dominanz kultureller Einflüsse Europas und Nordamerikas, eine eigenständige Theaterform und -geschichte zu schaffen, entstanden.

Museen

Bogotá bietet über 58 Museen und 62 Galerien. Neben dem Nationalmuseum und dem Museo de Arte Colonial gehört das 1938 eröffnete Museo del Oro zu den wichtigsten Museen der Stadt. Es beherbergt mit 38.000 Exponaten die weltweit wichtigste Sammlung präkolumbischer Goldkunstwerke. In einem 360-Grad-Schaufenster sind mehrere Tausend goldene Sonnen, Pflanzen und Tierfiguren, die im Dunkeln leuchten, in künstliche Landschaften eingebettet. Viele der Exponate stammen von der sogenannten Eldorado-Lagune von Guatavita. Dort fanden die Konquistadoren im Jahre 1560 zahlreiche Tierarten aus Gold: Affen, Fische, Kröten und auch einen Kaiman.

Interessant ist auch das Museum im Kloster von Santa Clara. Die zwischen 1619 und 1630 im Stil der Spätrenaissance erbaute alte Kirche der Klarissen ist zwar außen ein fast schmuckloser Bau, im einschiffigen Inneren jedoch ist sie mit einer üppigen barocken Pracht ausgestattet: vergoldete Hochaltäre, Gemälde der einheimischen Barockmaler Baltazar de Figueroa (1580–1667) und Gregorio Vázquez de Arce y Ceballos (1638–1711) und darüber eine gewölbte Decke aus leuchtenden Blattgoldornamenten.

Im Museo Botero sind außer einer Vielzahl von Werken von Fernando Botero auch die anderer Künstler wie Picasso, Miró, Edgar Degas und Claude Monet zu sehen. Weitere bedeutende Museen in Bogotá sind das Museo de Arte Moderno de Bogotá, das Museo Nacional de Colombia, das Museo de Arte Colonial, die Quinta de Bolívar, das Museo de los Niños de Bogotá und das Museo de Arte de la Universidad Nacional de Colombia.

Bauwerke

Bogotá ist traditionell ein wichtiges Zentrum für Kunst und Kultur im nördlichen Südamerika. La Candelaria, die Altstadt Bogotás, mit ihren historischen Gebäuden und Plätzen, ist von historischem, kulturellem und touristischem Wert. Um die Plaza Bolívar sind viele öffentliche Gebäude sowie Kirchen angesiedelt. Das kulturelle Leben wurde von drei großen katholischen Orden – den Dominikanern, Franziskanern und den Jesuiten – entscheidend geprägt. Diese drei Orden prägten auch die städtische Architektur, indem sie zahlreiche Kirchen und Klöster bauten.

Die monumentale Plaza Bolívar ist von drei großen Gebäudekomplexen dominiert: von der 1823 vollendeten klassizistischen Kathedrale mit der angeschlossenen „Capilla del Sagrario“; dem „Capitolio Nacional“ mit einer mächtigen Säulenhalle und der „Alcaldía de Bogotá“. Beide Paläste sind im Stil des Klassizismus erbaut, wobei letzterer deutlich den französischen Einfluss zeigt. Auf dem in der Nähe gelegenen Monserrate-Hügel befindet sich der Schrein von Monserrate.

Der Betonbau des Justizpalasts, der die Nordseite der Plaza Bolívar einnimmt, erinnert daran, dass sich dort 1985 dramatische Szenen abgespielt haben. Denn der frühere Justizpalast war in einer spektakulären Aktion von Guerilleros besetzt worden, die sich dort mit mehreren Geiseln verschanzten, woraufhin der Palast derart zerschossen wurde, dass ein Neubau an gleicher Stelle errichtet wurde.

Hinter dem Erzbischofspalast an der Calle 10 liegt die barocke Jesuitenkirche San Ignacio. In der Anfang des 17. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Juan Bautista Colochini erbauten Kirche befindet sich ein mit verschiedenen Fresken und vergoldeten Altären ausgestatteter dreischiffiger Innenraum. In den Räumen des nahegelegenen Jesuitenklosters ist heute das „Museo de Arte Colonial“ eingerichtet worden.

Sehenswert ist auch die 1594 fertiggestellte Kirche San Francisco. Sie wurde in einem typischen, gemischten Sevillaner Stil zwischen Mudéjar und Renaissance errichtet und später barockisiert. Innen befindet sich ein 1622 erbauter halbkreisförmiger Hochaltar, der den ganzen Chor einnimmt und über diesem ein holzgeschnitztes Dachgewölbe im Mudéjarstil. Die Kirche beherbergt mehrere Gemälde des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán (1598–1664) und des einheimischen Malers Gregorio Vasquez de Arce y Ceballos, einem Schüler des Sohnes von Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682), der nach Bogotá auswanderte.

In Zipaquirá, 25 Kilometer nördlich von Bogotá, befindet sich in der Sabana de Bogotá eine einzigartige unterirdische Salz-Kathedrale, die zu den größten der Welt gehört.

Parks

Sehenswert sind der Simón-Bolívar-Park (Parque Metropolitano Simón Bolívar), einer der größten städtischen Parks der Welt, der Botanische Garten (Jardín Botánico) mit dem Sitz des Sportministeriums Coldeportes und der Nationalpark (Parque Nacional), Ort zahlreicher kultureller Veranstaltungen.

Im El Tunal-Park werden jeden Sommer Festivals der lateinamerikanischen Rockmusik veranstaltet und im Parque del Chicó befindet sich ein im kolonialen Stil erbautes Museum. Weitere bedeutende Parks in Bogotá sind der Parque Sauzalito, der Parque La Florida, der Parque San Andrés, der Parque Tunal, der Parque Timiza und der Parque Tercer Milenio.

Außerhalb der Stadt einen Besuch wert ist der Salto del Tequendama (Tequendama-Wasserfall), der durch eine Felsenschlucht in den 145 Meter darunter liegenden Dschungel der Anden herabstürzt. Etwa 30 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums liegt die Lagune von Guatavita.

Der Ort war früher ein Zentrum religiöser Zeremonien der Muisca-Indianer, bei denen Gold im Mittelpunkt stand und die nach der Überlieferung den Ursprung der Legende von „Eldorado“ bilden. So wurden verschiedene Goldgegenstände und Edelsteine dem Sonnengott im dortigen Bergsee geopfert. Die spanischen Konquistadoren haben 1560 versucht, den See trocken zu legen und einen v-förmigen Eingang in den Kraterrand geschlagen. Dem Versuch war allerdings kein Erfolg beschieden.

Etwa 20 km südlich von Bogotá befindet sich der Parque Natural de Chicaque, zwischen 2720 m und 2100 m Höhe gelegen, mit einer Fläche von etwa 300 Hektar. Ein System von Wanderwegen mit etwa 15 km Gesamtlänge durchzieht diesen in der sogenannten Nebelwaldzone gelegenen Naturpark, der hoch über dem Nordufer des Rio Bogotá liegt.

Fußgängerzonen

Seit September 2006 sind die Calles 10a und 11 von der Carrera 3a bis zur 10a von 9 Uhr bis 19 Uhr nur noch für Fußgänger freigegeben. Somit sind 43 Gebäude und Monumente auf dieser Strecke besonders für Touristen attraktiv geworden. Diese Straßen gehören zum Altstadtkern und sind daher gerade durch die spanische Architektur geprägt.[10]

Sport

Internationale Bekanntheit hat Bogotá im Bereich Sport nur mit seinen beiden Fußballklubs Millonarios und Independiente Santa Fe erlangt. Weitere Mannschaftsportarten werden auf professioneller Ebene nicht außerhalb des Landes wahrgenommen. Das Heimstadion des dreizehnmaligen kolumbianischen Fußballmeisters Millonarios ist das 1938 eröffnete Nemesio Camacho („El Campín“) mit einer Kapazität von etwa 48.000 Plätzen. Das Heimstadion des sechsmaligen Meisters Independiente Santa Fe ist das Nemesio Camacho („El Campín“) mit einer Kapazität von 46.000 Plätzen.

Der in Bogotá geborene Rennfahrer Juan Pablo Montoya hat mit seinen Erfolgen einen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht, vor allem in der USA und Deutschland. Er gewann bis zu seinem Wechsel zur NASCAR 2006 die CART Championship Series 1999, die 500 Meilen von Indianapolis 2000 und sieben Formel-1 Rennen.

In den Parks und öffentlichen Sportstätten der Stadt ist die Bevölkerung beim Praktizieren vieler Sportarten zu beobachten, wie beispielsweise Hallenfußball, Volleyball, Basketball oder Skateboarding.

Ciclovía

Seit 1976 wird von der Stadt an jedem Sonn- und Feiertag eine Ciclovía (spanisch für Fahrradweg) organisiert. Dazu werden von 7.00 bis 14.00 Uhr über 120 km des Straßennetzes in 18 der 20 Stadtteile für den motorisierten Verkehr gesperrt. Jede Woche nehmen über zwei Millionen Menschen zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf Inline-Skates an der Ciclovía teil.

Seit den 1980er Jahren ist die Ciclovía gesetzlich fest verankert, und sie wird von Jahr zu Jahr professioneller organisiert: So werden seit 1995 Wehrpflichtige eingesetzt, um die Kreuzungen zu sichern, ein Großteil der Strecke wird mit Straßenschildern abgesperrt, und für den motorisierten Verkehr werden Umleitungen ausgeschildert. Zusätzlich bietet die Stadt an einigen zentralen Knoten kostenlose Aerobicveranstaltungen und Informationspunkte an. Seit dem 13. August 2006 können die Teilnehmer von 74 öffentlichen Toiletten entlang der Strecke Gebrauch machen. Zusätzlich befinden sich jetzt Tierärtze an einigen der 600 Informationspunkte, an denen auch Getränke und Speisen angeboten werden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Festivals

In der Stadt finden zahlreiche Veranstaltungen statt, unter denen besonders die Folgenden Zuspruch bei den Besuchern finden:-

Die Temporada Taurina ist die Stierkampf-Jahreszeit. Sie wird in den Monaten Januar und Februar in der Plaza de Toros La Santamaría (Stierkamparena) gefeiert. Sie liegt neben dem Park der Unabhängigkeit (Parque de la Independencia). Nach Bogotá kommen zu diesem Anlass die wichtigsten Stierkämpfer aus Lateinamerika und Europa.

Das Festival de Rock al Parque ist ein jährlich stattfindendes Musikfestival. Es gilt weltweit als das größte seiner Art in Spanischer Sprache. Die Genres die gespielt werden sind so vielseitig wie die Zuhörer; von Metal, Hardcore, Punk, Ska über Blues und Jazz bis ins Alternative. Es findet in der großen Veranstaltungshalle des Metropolitano Simón Bolívar Parks statt, das bis zu 250.000 Besuchern Platz bietet.

Das Festival de Salsa al Parque findet im Parque Simón Bolívar statt. Die besten Salsaorchester aus New York, Kuba, Puerto Rico, Kolumbien und der Karibik nehmen daran teil.

Das Festival de Jazz al Parque ist ein Jazzfestival, das im September jedes Jahres in den größten Parks und Universitätsgeländen der Stadt stattfindet.

Das Festival Internacional de Cine (seit 1984) ist ein Internationales Filmfestival und wird ebenfalls jährlich veranstaltet. Es war ursprünglich auf kolumbianische Filme spezialisiert und ist heute ein wichtiges internationales Festival für neue Regisseure.

Das Festival Iberoamericano de Teatro ist kulturell eines der wichtigsten Ereignisse der Stadt, zu dem Theatergruppen aus aller Welt einreisen. Es findet jedes zweite Jahr im März oder April statt, sodass es auf die Osterwoche fällt.

Der Carnaval de Bogotá wird jedes Jahr am 6. August zur Feier der Gründung der Stadt veranstaltet.

Messen

Ausstellungen und Messen sind fast jede Woche zu finden. Zu den bedeutendsten gehören folgende:

Die Feria Internacional del Libro ist eine Buchmesse, die jedes Jahr auf dem Gelände von Corferias stattfindet.

Die Feria Internacional de Bogotá ist die größte Messe Kolumbiens und dient der Ausstellung von Industrie- und Konsumgütern. Sie öffnet ihre Türen alle zwei Jahre.

Expoartesanías ist eine jährlich öffnende Handarbeitsmesse. Sie ist die wichtigste Messe für das kolumbianische Kunsthandwerk und eine der bedeutendsten in Lateinamerika.

Kulinarische Spezialitäten

Eine kulinarische Spezialität der Hauptstadt ist die „Ajiaco Santafereño“. Dabei handelt es sich um eine kräftige Suppe, die aus verschiedenen Sorten von Kartoffeln, Hühnerfleisch, Maiskolben und einer Mischung aus Guascakräutern besteht. Sie wird mit Kapern und frischer Sahne serviert. Eine weitere Spezialität der Region ist „Puchero“ - ein Eintopf aus verschiedenen Sorten Fleisch, Kohl, Kartoffeln, Bananen und Kürbis.

Auch Ceviche wird von den Einwohnern der Stadt gern gegessen, ein Gericht in vielen Varianten, meist auf der Basis marinierten, rohen Fisches.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Wichtige Industriezweige sind Druck- und Verlagswesen, Textil-, Lebensmittel-, Metall-, Maschinenbau- und Elektroindustrie. Zahlreiche Banken und Unternehmen haben ihren Sitz in Bogotá. Die Stadt beherbergt ungefähr 100.000 Einzelunternehmen in allen Sektoren. Jedes Jahr fließen etwa 4.000 Millionen US-Dollar Auslandskapital als Investitionen in die Stadt. 24 Prozent des nationalen Exportgutes wird in Bogotá produziert. Über 400 multinationale Unternehmen betreiben aktiv Geschäfte in Bogotá. Die Arbeitslosenquote beträgt 17,5 Prozent (Januar bis August 2003).

Der überwiegende Teil der ausländischen Betriebe in Kolumbien hat sich in der Hauptstadt angesiedelt, in denen sie teilweise ein Monopol besitzen. Das hat zu einer starken Konzentration der Industriebetriebe, insbesondere des Managements sowie der Forschungs- und Vertriebsabteilungen in Bogotá geführt. Auch die regionalen Verflechtungen der Industrie werden überwiegend von der Hauptstadt aus bestimmt, so dass der Ballungsraum ein ausgeprägtes Zentrum-Peripherie-Verhältnis aufweist.

Probleme bereiten die hohe Luftverschmutzung durch den Schadstoffausstoß der Industriebetriebe und die Abgase der Kraftfahrzeuge (hohe Ozon- und Kohlenmonoxidwerte) sowie der Verkehrslärm. In der Industrie, die sich im Ballungsgebiet von Bogotá konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Vor allem die Bevölkerung in den Slumsiedlungen am Stadtrand ist durch Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus gefährdet, die durch unzureichende hygienische Verhältnisse verbreitet werden. Dazu kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.

Mit dem Messegelände Corferias, im Stadtteil Quinta Paredes im Westen der Stadt gelegen, verfügt Bogotá über eines der größten Messegelände Südamerikas. Höhepunkt ist die internationale Messe, die jährlich Anfang Oktober stattfindet.

Verkehr

Zahlreiche Straßen, darunter die Panamericana, verbinden die Stadt mit anderen Großstädten. Bogotá ist schachbrettartig aufgeteilt. Die Straßen sind nach „carreras“ und „calles“ nummeriert, wobei einige der großen Umgehungs- und Hauptverkehrsstraßen auch einen Namen tragen (wie beispielsweise Carrera 14 - Avenida Caracas).

In der Stadt existiert kein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem mit hoher Kapazität, wie eine U-Bahn, Hochbahn oder Straßenbahn, das die Straße entlasten würde, jedoch brachte die Einführung des innovativen Verkehrskonzeptes TransMilenio, welches im Jahr 2000 in Angriff genommen wurde und noch immer im Gange ist, ein wenig Ordnung in das für lateinamerikanische Metropolen übliche Verkehrschaos.

Kern des Konzeptes ist ein Bussystem, das letztlich wie eine U-Bahn funktioniert: Den Großraumbussen stehen eigene Fahrspuren zur Verfügung, und es gibt – im Gegensatz zum sonstigen Busverkehr in Bogotá – klar definierte Haltestellen. Zubringer-Busse verbinden die Außenbezirke Bogotás mit den Transmilenio-Haltestellen. Weitere Teile des TransMilenio-Konzeptes sind ein neu angelegtes Netz von Fahrradwegen (ciclorutas), neue Grünanlagen und Fußgängerzonen im Stadtgebiet und der zweimal jährlich stattfindende Tag ohne Auto.

Bis 2015 plant die Stadtregierung von Bogota, sämtlichen motorisierten Verkehr während der täglichen Rushhour im Stadtzentrum zu unterbinden.

Die Fahrradwege sind in Bogotá seit dessen Einführung durch den ehemaligen Bürgermeister Antanas Mockus mit einer Länge von 303 Kilometern zu einem der größten Fahrradwegnetzwerke der Welt gewachsen. Diese Wege erstrecken sich vom Norden der Stadt (170. Straße) bis zum Süden (27. Straße) und von Monserrate im Osten bis zum Fluss Bogotá im Westen.

Die erste Pferdestraßenbahn fuhr am 25. Dezember 1884 in Bogotá, die erste elektrische Straßenbahn am 7. März 1910. Der Betrieb wurde am 30. Juni 1951 eingestellt. Trolleybusse verkehrten zwischen dem 12. April 1948 und 15. August 1991 in der Stadt.

Nahe der Stadt befindet sich der Internationale Flughafen, El Dorado International Airport, der von einer Vielzahl von direkten Linienflügen bedient wird.

Bildung

Bogotá ist das Bildungszentrum des Landes und beheimatet mehrere Universitäten von Rang wie die Universidad Externado de Colombia, Universidad Javeriana, Universidad Santo Tomás, Universidad de los Andes, Universidad del Rosario, Universidad Nacional de Colombia und viele andere Bildungseinrichtungen und Bibliotheken. Im Palacio de San Carlos wurde von den Jesuiten 1777 die erste öffentliche Bibliothek Amerikas eröffnet.

Die Universidad Nacional de Colombia ist die erste öffentliche und staatliche Universität Kolumbiens. Sie wurde am 22. September 1867 mit sechs Studiengängen gegründet. Zwischen 1903 und 1940 wurden weitere 20 Studiengänge hinzugefügt und 1967 die ersten Master-Studiengänge angeboten; 1986 vergab die Universität ihre ersten Doktortitel.

Außerdem sind folgende Universitäten in Bogotá angesiedelt: Universidad de los Andes, Universidad Javeriana, Universidad de la Sabana, Universidad Distrital, Universidad Autónoma de Colombia, Universidad Pedagógica Nacional, Escuela Colombiana de Ingeniería, Universidad Central, Universidad La Gran Colombia, Universidad Libre und Universidad Jorge Tadeo Lozano.

Die Universitäten werden sowohl vom Staat als auch privat betrieben. Technische Abschlüsse werden nach drei Jahren, Graduierte (vergleichbar mit Bachelor) nach vier und Diplome nach fünf Jahren vergeben. Ergänzend werden Master- und Doktortitel, letztere nur durch staatlich anerkannte Institutionen, angeboten.

Die deutsche Sprache wird sowohl am Goethe-Institut als auch in der deutschen Schule Colegio Andino gelehrt.

Textquelle: Artikel Bogotá. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Mai 2007, 21:57 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 11. Mai 2007, 21:22 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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