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Amsterdam

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Amsterdam: Westermarkt in der Westerstreet

Amsterdam: Westermarkt in der Westerstreet

Amsterdam ist eine Hafenstadt und die Hauptstadt der Niederlande. Amsterdam zählt circa eine dreiviertel Million Einwohner und als Agglomeration „Groot-Amsterdam“ etwa 1,5 Millionen (2007). Im Großraum Amsterdam (nördlicher Teil des Verdichtungsraumes Randstad) leben etwa 2,5 Millionen Menschen (2007). Regierungssitz des Landes ist jedoch das 50 Kilometer entfernte Den Haag.

Amsterdam liegt in der Provinz Nord-Holland, an der Mündung der Amstel und des IJ in das IJsselmeer. Amsterdam ist durch den Noordzeekanaal mit der Nordsee verbunden. Die Stadt wird von zahlreichen Grachten durchzogen, wofür sie unter anderem weltberühmt ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Architektonische Besonderheiten

Blick von der Brücke 263 nach Südwesten auf die Singelgracht in Amsterdam, im Hintergrund die Torontobrug über die Amstel
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Blick von der Brücke 263 nach Südwesten auf die Singelgracht in Amsterdam, im Hintergrund die Torontobrug über die Amstel

Da in der Geschichte Amsterdams die Grachten einen der Haupttransportwege für Güter und Menschen darstellten, war es üblich, die Steuern für ein Gebäude nach seiner Breite am Kanal zu bemessen. Folglich entstanden in Amsterdam vorwiegend Häuser, die sehr schmale Vorderfronten entlang der Grachten aufweisen, dafür aber, um genügend Wohnraum oder Lagerplatz für Güter zu bieten, verhältnismäßig lang und hoch sind. Diese Bauweise eignete sich allerdings nicht für die Anlage breiter Treppenhäuser; vielmehr waren die Treppenhäuser meist zu schmal, um sperrige Güter oder Möbel durch sie zu transportieren. Gegenstände, die nur schwer über das Treppenhaus zu transportieren waren, wurden stattdessen über die Fenster in ein Haus befördert. Um diesen Vorgang zu erleichtern, befinden sich an den Giebeln vieler historischer Gebäude vorstehende Balken, an denen sich Flaschenzüge anbringen lassen. Weiterhin sind viele Fassaden leicht nach vorne geneigt, da Amsterdam früher auf Holzpfählen gebaut wurde und die Pfähle im Lauf der Jahrzehnte langsam vermodern. Daher machen die historischen Stadtteile Amsterdams einen leicht „schiefen“ oder „verzerrten“ Eindruck. Amsterdam steht auf rund fünf Millionen Holzpfählen, die wegen des feuchten, sandigen Untergrundes notwendig sind. Heute werden Betonpfähle verwendet wegen der längeren Haltbarkeit. Der Hauptbahnhof steht auf rund 8.600 Pfählen; der Königliche Palast auf rund 13.659 Pfählen. Ein großer Teil dieser Holzpfähle wurde aus dem Schwarzwald und dem Frankenwald mit Flößen herbeigeschafft. So stammen sämtliche Pfähle des Hauptbahnhofs aus dem Frankenwald. Auch das Bauholz für Häuser und Schiffe sowie das Brennholz wurde mit Flößen aus diesen Wäldern antransportiert.

Museen

  • Amsterdam: Rijksmuseum; niederländisches Nationalmuseum am Museumplein im Amsterdamer Stadtteil Oud-Zuid
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    Amsterdam: Rijksmuseum; niederländisches Nationalmuseum am Museumplein im Amsterdamer Stadtteil Oud-Zuid

    Das Rijksmuseum: Nationalmuseum, Stadhouderskade 42; unter anderem niederländische Gemälde des 16.–19. Jahrhunderts, einschließlich der berühmten Nachtwache von Rembrandt
  • Das Anne-Frank-Haus, Prinsengracht 263
  • Das Van Gogh Museum, Paulus Potterstraat 7
  • Museum Het Rembrandthuis: Rembrandthaus, Jodenbreestraat 4–6; ehemaliges Wohnhaus des Malers
  • Schifffahrtsmuseum (Scheepvaart Museum), Kattenburgplein 1
  • Tropenmuseum, Linnaeusstraat 2
  • Biblisches Museum (Bijbels Museum) Amsterdam
  • Joods Historisch Museum (Museum zur Geschichte des Judentums), in der ehemaligen Großen Synagoge nahe Waterlooplein/Weesperstraat
  • Theatermuseum: Geschichte des niederländischen Theaters
  • Stedelijk Museum (Städtisches Museum für moderne Kunst), Paulus Potterstraat 13
  • Die Petersburger Eremitage hat im Amstelhof eine Filiale
  • Das Amsterdams Historisch Museum, über drei Etagen, am Nieuwezijds Voorburgwal
  • Das NEMO (Wissenschaftsmuseum zum Anfassen), nähe Hauptbahnhof
  • Foam_Fotografiemuseum Amsterdam, Keizersgracht 609
  • Museum Geelvinck-Hinlopen Huis, Keizersgracht 633
  • Hash Marihuana & Hemp Museum, Oudezijds Achterburgwal 148
  • Hash Marihuana & Hemp Gallery, Oudezijds Achterburgwal 130

Sakralbauten

  • Amstelkerk (1668–1670/Umgestaltung 1840)
  • „Ons Lieve Heer op Solder“ – Museum Amstelkring (verborgene Kirche) (1661)
  • Nieuwe Kerk (1408, Umgestaltung 1530–1540/1645)
  • De Duif (1858)
  • Mozes en Aäronkerk (1837–1841)
  • Posthoornkerk (1860–1889), seit 1963 nicht mehr in Dienst
  • Sint Nicolaaskerk (1884–1887)
  • Noorderkerk (1620–1623)
  • Oosterkerk (1669–1671), seit 1985 nicht mehr in Dienst
  • Singelkerk (1639/1640)
  • Zuiderkerk (1603–1611), seit 1970 nicht mehr in Dienst
  • Westerkerk (1620–1631)
  • Oude Kerk (ca. 1400, letzte Umgestaltung 1565), Oud. Voorburgwal, der vermutlich einzige Dom der Welt, auf dessen Domplatz ganz überwiegend Bordelle aneinander gereiht sind.
  • Portugiesische Synagoge Amsterdams

Konzertsäle und Theater

  • Het Muziektheater – Modernes Opernhaus am Waterlooplein; das Haus wird von De Nederlandse Opera (Operngesellschaft) und Het Nationale Ballet (Ballettgesellschaft) genutzt
  • Stadsschouwburg – wichtiges Schauspielhaus (früher auch Oper)
  • Concertgebouw – (klassische Musik, Sitz des renommierten Concertgebouw Orkest)
  • Muziekgebouw aan ’t IJ – moderne klassische Musik und Jazz
  • Paradiso, neben dem Melkweg bedeutendes Konzert- und Veranstaltungsgebäude für Rock-, Jazz- und Popmusik.

Sonstige

  • Albert Cuyp–Markt, Wochenmarkt im Stadtteil De Pijp
  • Dappermarkt, Tagesmarkt in Amsterdam Oost
  • Wohnblöcke im Stil der Amsterdamer Schule (Stilrichtung der klassischen modernen Architektur)
  • Artis Zoo, Plantage Middenlaan
  • Begijnhof, eine ruhige Oase in der geschäftigen Innenstadt. (Almshäuser aus dem 14. Jahrhundert)
  • Beurs van Berlage, die alte Amsterdamer Börse nach einem Entwurf des Architekten Hendrik Petrus Berlage
  • Bloemenmarkt, Blumenmarkt am Singel
  • Homomonument
  • Hortus Botanicus Amsterdam (Botanischer Garten)
  • Magere Brug, Amstelbrücke von 1670 in der Innenstadt
  • Madame Tussauds, Wachsfigurenkabinett mit wechselnder Ausstellung, Paleisstraat am Dam
  • Munttoren (Münzturm), historisches Zollamt, auf der Singel Gracht
  • Die Neun Straßen bilden ein Wohnviertel mit kleinen Geschäften, Bars und Restaurants
  • Nieuwe Amstelbrug, Amstelbrücke nach einem Entwurf von Hendrik Petrus Berlage
  • Olympiastadion, Hauptaustragungsort der Olympischen Sommerspiele 1928
  • Paleis op de dam, Königlicher Palast am Dam
  • Philip Kohnstammhuis, klassizistisches Verwaltungsgebäude von 1958
  • Schreierstoren
  • Kwakoe Zomerfestival in Amsterdam Zuidoost
  • Vondelpark, der zweitgrößte Park in der Amsterdamer Innenstadt. Benannt nach dem Dramatiker Joost van den Vondel
  • Diemerpark, in Amsterdam Oost. Ein Natur– und Stadtpark
  • De Waag, historische Stadtwaage auf dem Nieuwmarkt, heute mit Restaurant
  • Rotlichtviertel De Wallen (Oudezijds Voorburgwal, Oudezijds Achterburgwal und Warmoesstraat)
  • Waterloopleinmarkt, Flohmarkt auf dem Waterlooplein

Graffiti

Amsterdam gehört zu den wichtigsten Graffiti-Metropolen. Obwohl sicherlich auch die New Yorker Writingbewegung, die mit der Hip-Hop-Szene in Verbindung steht, die Amsterdamer Sprayer beeinflusste, spielte hier die Punk-Bewegung in den Anfängen die wichtigere Rolle. Amsterdamer Sprayer beeinflussten seit Anfang der 1980er-Jahre stilistisch viele Sprayer in aller Welt.

Gay Pride in Amsterdam

Durch die Eröffnung von zwei großen Tanzdielen für Homosexuelle, 1955 De Schakel am Leidseplein und 1958 De Odeon Kring (DOK) sowie die später einsetzende liberale Einstellung und Politik im Zuge der sexuellen Revolution Mitte der 1960er Jahre wurde Amsterdam zur „schwulen Hauptstadt“ Europas. Die beiden Tanzdielen (mittlerweile geschlossen) waren der Bevölkerung lieber als Cruising und Klappensex. Sie stellten weiterhin für Touristen eine große Attraktion dar. Seit 1996 gibt es die „Amsterdam Gay Pride“, eine Canal Parade, welche in der Prinsengracht und Amstel stattfindet, jährlich am ersten Samstag im August. 2008 wurde die Amsterdam Gay Pride zur besten Gay Pride in Europa ausgerufen.

Textquelle: Seite „Amsterdam“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Dezember 2010, 20:07 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 9. Dezember 2010, 21:28 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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