Stadt

Rotterdam

Flagge

Geschichte

Rotterdam wurde 1230 gegründet, als ein Damm am Fluss Rotte gebaut wurde. Die ersten Siedler waren wahrscheinlich Heringsfischer, die hier ihren Fang umluden. Nach dem Erhalt der Stadtrechte 1340 entwickelte sich die Stadt wegen ihrer günstigen geografischen Lage schnell zu einer reichen Handelsstadt. Die erste Stadtbefestigung stammt aus dem Jahr 1359. Während des Kriegs mit Spanien in den 1570er Jahren war Rotterdam eine der wenigen Hafenstädte mit freiem Zugang zum Meer.

Der Hafen wuchs weiter, bestimmender Zeitpunkt für die Entwicklung zum größten Hafen Europas war allerdings der Bau des Nieuwe Waterwegs 1853. Damit war ein schleusenloser offener Kanal zur Nordsee geschaffen und Rotterdam wurde zum wichtigsten Im- und Exporthafen für die rasch expandierende Industrie im rheinaufwärts gelegenen Ruhrgebiet. Die Stadtpolitik prägten damals fast ausschließlich Händler, im Stadtrat stellte diese Gruppe bis 1880 über 90% der Mitglieder, wobei die Dynastien Mees, Stolk und Van Oordt besonders einflussreich waren.

Zuerst dehnte sich die Stadt mit dem Bezirk Feijenoord auf die Südseite der Nieuwe Maas aus, dann folgten Rijnhaven, der große Teile des alten Dorfs Katendrecht vernichtete (1894), Maashaven (1905), der eine vollkommen neue Dimension für große Hafenbecken in Rotterdam eröffnete, der Waalhaven 1919 für Kohle, Erz und Getreide, 1923 der Merwehafen, 1929 der erste Ölhafen, dem 1936 die Ansiedlung der ersten Raffinerie folgte, sowie 1938 der zweite Ölhafen. In den Jahren zwischen 1869 und 1913 vervierfachte sich die Bevölkerung von 116.000 auf 462.000.

Neben der besseren Anbindung an die Nordsee rückte Rotterdam durch den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands und vor allem des Ruhrgebiets auch in die Mitte der europäischen Industrie. Lag die Stadt während der industriellen Revolution am Rande der Prosperitätszone, begann sie seit der Gründerzeit in der Mitte des Handelswegs Großbritannien-Ruhrgebiet zu liegen, zudem am strategisch wichtigen Übergang vom See- zum Fluss und Eisenbahnverkehr.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam am 14. Mai 1940 bei einem deutschen Luftangriff und den darauf folgenden Bränden schwer zerstört. Etwa 800 Menschen starben, 80.000 Rotterdammer wurden obdachlos. Im Stadtbereich wurden 260 Hektar dichter Bebauung zerstört, darauf befanden sich 25.000 Wohnungen, 70 Schulen, 2.400 Geschäfte und 2.000 Büros. Einzig die massiver gebauten Gebäude von Rathaus, Post, Börse und St. Laurentiuskirche blieben, wenn auch schwer beschädigt, erhalten. Die Grundmauern wurden nach der deutschen Eroberung der Stadt dann „auf Befehl des Führers unter Kunstschutz gestellt“. Weitere kleinere Luftangriffe, diesmal der Alliierten, folgten im Oktober 1942 und am 31. März 1943, bevor wiederum die Deutschen 1944 große Teile der Hafenanlagen zerstörten. Auch der Hafen litt unter dem Angriff, welcher 35% der Kaimauern, 45% der Umschlagkapazität und 40% der Lagerräume zerstörte.

Der Angriff der Luftwaffe ist auch heute noch im Gedächtnis der Einwohner von Rotterdam tief verankert. Das alte Rotterdam verschwand weitestgehend und wurde modern wiederaufgebaut. So gehörte der Hafen nach dem Wiederaufbau zu den modernsten Europas und expandierte weiter. Kurz darauf folgte mit dem Botlek-Projekt der nächste Ölhafen, dessen Industriegebiete aber schon neun Monate nach Fertigstellung komplett ausgefüllt waren. Erst das Mammutprojekt des Europoorts, ein 15 Kilometer langer Hafen, für den zwei Dörfer und ein Naturschutzgebiet weichen mussten, stellte die gewünschten Flächen für die chemische Industrie her, die sich in Rotterdam ansiedelte.

1962 löste die Stadt mit einem Jahresumschlag von 92 Millionen Tonnen New York als größten Hafen der Welt ab. 1967 landete das erste transatlantische Containerschiff im Hafen, die Stadt und ihr Hafen expandierte weiter.

Die Maasvlakte wurde von 1970 bis 1985 auf einer Sandbank aufgeschüttet, die Fläche im Hafengebiet vergrößerte sich von 3.000 auf 10.000 Hektar.

1972 wurde die Universität Rotterdam gegründet, nachdem Rotterdam eine der größten westlichen Städte ohne Universität gewesen war. 1985 ist der Hafenbetrieb weitgehend auf Gebiete am Nieuwe Waterweg und an der Maasvlakte vor Rotterdam ausgelagert. Für die zentrumsnahen Hafengebiete werden neue Konzepte zur Integration ins Stadtbild gesucht wie zum Beispiel das Kop van Zuid.

Textquelle: Seite „Rotterdam“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. Dezember 2010, 17:53 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 2. Januar 2011, 20:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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