Stadt

Rotterdam

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Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaftsstruktur

Bestimmender Wirtschaftsfaktor Rotterdams ist der Hafen, als dessen Hinterland nicht nur die Niederlande gelten, sondern auch noch große Teile Deutschlands und Teile Westeuropas. Dabei machen Großunternehmen einen Großteil der Wirtschaftskraft außerhalb des direkten Hafens aus. Allein 2% der Unternehmen beschäftigen über 50% der Arbeitnehmer in der Stadt.

Insgesamt konzentriert sich Rotterdams Wirtschaft auf Sektoren, die in den letzten Jahren in allen Industrieländern zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut haben: Transport, Logistik und Industrie. Der Ertrag pro Arbeitskraft liegt mit 67.000 Euro im Jahr weit über dem nationalen Durchschnitt (Den Haag beispielsweise 62.000 Euro; Amsterdam 58.000 Euro), was vor allem der äußerst kapitalintensiven Petrochemischen Industrie geschuldet ist, die sich im Hafengebiet angesiedelt hat.

Die Arbeitslosenquote liegt in den letzten Jahren deutlich über dem Durchschnitt der Niederlande, die Differenz beträgt drei bis fünf Prozentpunkte. Rotterdam hat zudem die höchste Arbeitslosenquote innerhalb der Randstad. Allerdings sind die Arbeitnehmer auch wesentlich jünger als in den restlichen Niederlanden. Sind beispielsweise 39% der niederländischen Arbeitnehmer unter 35 Jahren, so sind es in Rotterdam 47%.

Hafen

Rotterdam hat einen der größten Seehäfen der Welt und den mit Abstand größten Europas. Im Rotterdamer Hafen - zu dem unter anderem auch Europoort gehört - wurden im Jahr 2004 insgesamt 354 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Der Hafen und die hafenbezogene Wirtschaft trägt damit allein etwa 7% zum niederländischen Bruttoinlandsprodukt bei und sorgt für etwa 320.000 Arbeitsplätze, davon befinden sich etwa 60.000 direkt im Hafengebiet.

Im Jahr 2000 bewältigte der Hafen damit 36 % des Güterverkehrs in Tonnen auf dem Abschnitt zwischen Le Havre und Hamburg, gefolgt vom Antwerpener Hafen mit 14%. Die transportierten Güter beliefen sich im Jahr 2000 zur Hälfte auf feuchtes Massengut (davon ca. 80% Erdöl, der Rest vor allem Chemikalien aber auch andere Öle und Fette und Fruchtsaft), zu 30% auf trockenes Massengut und zu 20% auf Container.

Der Hafen ist der mit Abstand wichtigste Handelspunkt für Erdöl in Europa. Dort kamen 2004 insgesamt 101 Millionen Tonnen Erdöl an, von denen die Hälfte mit Pipelines ins Ruhrgebiet und nach Antwerpen geleitet wurde. Die andere Hälfte wurde direkt im Hafen weiterverarbeitet. Im Hafen stehen vier große Raffinerien, die sich meist mehrere Firmen teilen. Angesiedelt haben sich 40 Unternehmen der Erdöl- und Chemiebranche, drei Produzenten von Gas und 13 Unternehmen, die sich primär mit Öllagerung und Verteilung beschäftigen. Vom Hafen aus laufen mehrere Rohölpipelines nach Deutschland und Belgien sowie eine Produktenpipeline über das Ruhrgebiet bis nach Ludwigshafen. Im Hafengebiet selbst verlaufen insgesamt 1.500 Kilometer an Pipelines.

Darüber hinaus läuft ein großer Teil der in Europa importierten Kohle durch den Hafen. 102 Containerkräne entluden im Jahr 2005 9.286.757 TEU, womit der Hafen sich vor Hamburg auch als größter Containerhafen Europas behaupten konnte. Ebenso ist er der wichtigste europäische Hafen für Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. 2000 wurden dort bereits 900.000 Tonnen Gemüse und Früchte umgeschlagen, die europäische Börse für Zitrusfrüchte befindet sich ebenfalls in der Stadt.

Der Hafen ist ein Tiefwasserhafen mit einer 24 Meter tiefen Fahrrinne. Damit ist Rotterdam der einzige Hafen der westlichen Welt und einer von dreien weltweit, den der Schüttgutfrachter Berge Stahl anlaufen kann. Darüber hinaus hat sich auch ein großer Teil der Offshore-Ölindustrie im Hafen angesiedelt, da er als einer der wenigen Häfen genug Tiefgang für deren Geräte bietet.

Auf einer Länge von 40 Kilometern breitet er sich über 10.500 Hektar aus, wobei mit dem Bau der zweiten Maasvlakte bereits eine weitere Vergrößerung geplant ist.

Der Weitertransport der Güter erfolgt vor allem über die Flüsse Rhein und Maas, durch den Hafen wurde Rotterdam auch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, wozu auch der außerhalb der Stadtgrenze an der Eisenbahnstrecke nach Dordrecht gelegene Rangierbahnhof Kijfhoek zwischen den Nachbarorten Barendrecht und Zwijndrecht gehört. Neustes Projekt ist dabei die Betuweroute, die ab 2007 eine neue Route schafft, den Hafen mit dem Ruhrgebiet zu verbinden.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Rotterdam Centraal ist ein wichtiger Knotenpunkt nationaler und internationaler Eisenbahnverbindungen. Die Züge der NS verbinden Rotterdam mit den meisten Orten der Niederlande. Der internationale Hochgeschwindigkeitszug Thalys verkehrt mehrmals täglich nach Amsterdam, Antwerpen, Brüssel und Paris. Derzeit werden der Bahnhof und sein Umfeld bei laufendem Betrieb komplett neu errichtet.

Seit 1968 besitzt Rotterdam eine U-Bahn, die Metro, auf deren Haltestellen weit sichtbar ein gelbes M hinweist. Der sonstige ÖPNV wird unter anderem von der Rotterdamse Elektrische Tram, der Straßenbahngesellschaft von Rotterdam, die auch Omnibusse betreibt, durchgeführt. Alle regionalen Verkehrsmittel können mit der OV-Chipkarte des nationalen Tarifsystems genutzt werden.

Flughafen

Rotterdam verfügt über einen Flughafen, der Verbindungen in diverse Städte Europas bietet. Anders als der Hafen jedoch spielt der Flughafen nur eine nachgeordnete Rolle im europäischen Verkehr: mit einem Passagieraufkommen von 1,1 Mio. Fluggästen jährlich zugleich der zweitgrößte Flughafen der Niederlande. Wesentlich wichtiger für Rotterdam ist die gute Anbindung an den Flughafen Schiphol von Amsterdam - den viertgrößten Europas.

Textquelle: Seite „Rotterdam“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. Dezember 2010, 17:53 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 2. Januar 2011, 20:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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