Stadt

Rotterdam

Flagge

Kultur und Bildung

Rotterdam war 2001 zusammen mit Porto die Kulturhauptstadt Europas. Rotterdam war 2007 „city of architecture“ im Zuge der 3. Architektur Biennale

Kultur

Literatur

Rotterdams bekanntester Sohn ist der Humanist Erasmus von Rotterdam, der allerdings kaum Zeit seines erwachsenen Lebens in der Stadt verbrachte und sich eher als Europäer denn Bürger einer bestimmten Stadt sah. Dennoch begann Rotterdam schon früh Erasmus zu ehren und für sich in Anspruch zu nehmen, so steht seit 1549 eine Holz- und seit 1622 eine Bronzestatue für ihn am Großen Markt, womit Erasmus der erste Mensch ist, dem ein Denkmal in den Niederlanden errichtet wurde. In der Stadt selbst, die im 17. Jahrhundert auch als Klein London galt, schrieb allerdings John Locke sein Essay Concerning Human Understanding, während der französische Protestant Pierre Bayle in der Stadt unterrichtete und mehrere Essays veröffentlichte - schon Bayle allerdings fühlt sich bitter enttäuscht vom Geschäftsgeist, der in Rotterdam herrschte und ihm seiner Meinung nach seine Studenten entfremdete. Ein Geschäftsgeist, dem einige Zeit später der gebürtige Rotterdamer Bernard Mandeville mit der Bienenfabel ein bis heute bleibendes Denkmal setzte.

Musik

Obwohl Rotterdam ein Selbstbild als arbeitende Stadt hat, die keine Zeit für Musik hat, hat sich doch einiges an Musikkultur etabliert. Das Philharmonische Orchester unter Waleri Gergijew gilt nach dem in Amsterdam als zweitwichtigstes der Niederlande. Das North Sea Jazz Festival ist europaweit bedeutend, das Dunya-Weltmusik-Festival hat über 100.000 Besucher. Im August findet mit der Heineken Dance Parade eine große Technoparade statt, die Gabber-Szene hat sogar ihre weltweite Hochburg in der Stadt. Ein internationaler Begriff im europäischen Chorleben ist der Rotterdams Jongenskoor.

Kunstmuseen und Galerien

  • Museum Boijmans van Beuningen - bedeutende Kunstsammlung aller Epochen
  • Kunsthal Rotterdam - wechselnde Ausstellungen
  • Witte de With - zeitgenössische Kunst
  • Tent - Zeitgenössische Kunst
  • Nederlands fotomuseum - umfangreiche Sammlung und wechselnde Ausstellungen
  • Nederlands Architectuurinstituut (NAI) - Ausstellungen zur niederländischen und internationalen Architektur
  • Chabot Museum

Sonstige Museen

  • Railz Miniworld - Modelleisenbahn-Ausstellung
  • Wereldmuseum - Völkerkundemuseum
  • Natuurhistorisch Museum Rotterdam - Sammlung von rund 250.000 naturhistorischen Objekten
  • Maritiem Museum mit der Ausstellung 'Mainport Live' über den Rotterdamer Hafen

Festivals und Events

  • Internationales Filmfestival Rotterdam, jährlich Ende Januar, Anfang Februar
  • North Sea Jazz Festival, jährlich am zweiten kompletten Wochenende im Juli
  • Karibischer Sommerkarneval
  • Gergiev Festival - 10-tägiges Festival Klassischer Musik, jährlich im September, unter Leitung des russischen Dirigenten Valery Gergiev

Bildung

Im Vergleich zu den restlichen Niederlanden besitzen viele Bewohner Rotterdams nur eine gemäßigte Bildung. Während 26% der Einwohner mindestens einen Fachhochschulabschluss haben, erreichten 34% nur niedrige Ausbildungsstufen. Insbesondere Migranten haben dabei meist nur sehr niedrige Bildungsabschlüsse. Berufe, die höhere Bildung voraussetzen, werden deshalb zu über 60% von Pendlern aus den Umlandgemeinden (vor allem Capelle aan den IJssel und Spijkenisse) aber auch bis Den Haag oder Dordrecht besetzt.

Rotterdam hat eine Universität, die Erasmus-Universität Rotterdam, und mehrere Fachhochschulen. Die beiden bedeutendsten davon sind die Hogeschool Rotterdam und InHolland. Andere Fachhochschulen sind Pabo Thomas More, Rotterdams Conservatorium, Willem de Kooning Academie (Kunstakademie), Academie van Bouwkunst. Die Technische Universität im benachbarten Delft hat enge Verbindungen nach Rotterdam. An der Erasmus Universiteit Rotterdam studierten 2005 20.545 Studenten an 9 verschiedenen Fakultäten ;. Die größten Fakultäten waren die für Wirtschaft mit über 10.000 Studenten, Jura mit 4.000 Studenten und Medizin mit 1.700 Studenten. Besonders in Medizin betreibt die Universität in mehreren Bereichen (Virologie, Zellbiologie) weltweite Spitzenforschung, die Management Schule der Universität gilt als eine der besten Europas.

An der Hochschule Rotterdam (Hogeschool Rotterdam) sind 23.953 Studenten. Die Hogeschool hat vor allem einen regionalen Fokus und konzentriert sich auf Maschinenbau, Medizin, Stadtentwicklung und Architektur. InHolland ist Teil eines Niederlande-weiten Netzwerks an Fachhochschulen und bietet so ein wesentlich weiter gefächertes Studienangebot.

Sport

Fußball ist die bedeutendste Sportart in der Stadt. Sie stellt bereits seit Jahren mit Feyenoord Rotterdam und Excelsior Rotterdam gleich zwei Vereine in der Eredivisie, der höchsten niederländischen Fußballliga. In der zweiten niederländischen Liga, der Jupiler League, findet man mit Sparta Rotterdam zusätzlich noch den dritten Verein der Stadt, der seine Heimspiele im Stadion Het Kasteel („Die Burg“) austrägt.

Feyenoord gehört zusammen mit Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven zu den großen drei des niederländischen Fußballs. Der Verein gewann 1970 den Europapokal der Landesmeister sowie 1974 und 2002 den UEFA-Pokal. Der Verein war neunmal niederländischer Landesmeister. Der aus dem Stadtteil Feijenoord stammende Club spielt im Feijenoord-Stadion, bekannter als „De Kuip“, dem zweitgrößten Stadion des Landes und Austragungsort des EM-Finales 2000. Sparta war 1959 niederländischer Meister und spielt im Stadtteil Delfshaven. Heute ist Sparta Rotterdam aufgrund eines sehr bescheidenen Etats eine „graue Maus“ in der Liga, die ständig um den Abstiegskampf in der Liga verwickelt ist.

Ebenso findet sich der größte Feldhockey-Verein der Niederlande in der Stadt. Der HC Rotterdam hat knapp 2400 Mitglieder. Sowohl die erste Herren- als auch Damenmannschaft spielen in der höchsten Spielklasse.

Die Strecke des Rotterdam-Marathons zählt zu den schnellsten der Welt. Die Marathon-Weltbestzeit von 1985 bis 1998 war in Rotterdam gelaufen worden: Carlos Lopes hielt sie von 1985 bis 1988, bevor ihn Belayneh Dinsamo mit seiner 1988er Zeit ablöste, die bis 1998 gültig war. Auch beim Rotterdam-Halbmarathon, der von 2004 bis 2009 stattfand, wurde ein Weltrekord aufgestellt, nämlich 2005 von Samuel Kamau Wanjiru.

Textquelle: Seite „Rotterdam“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. Dezember 2010, 17:53 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 2. Januar 2011, 20:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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