Stadt

Tirana

Flagge

Portrait

Tirana (albanisch auch Tiranë [tiˈɾanə], im lokalen gegischen Dialekt Tirona genannt, neugr. Τίρανα, türk. Tiran) ist die Hauptstadt der Republik Albanien, des Qark Tirana (Präfektur) und des gleichnamigen Kreises (Rreth). Seit der Ernennung zur Hauptstadt im Jahr 1920 erlebt der vormals kleine, 1614 gegründete Ort einen rasanten Aufschwung. Tirana ist heute die größte Stadt und Agglomeration Albaniens sowie das wirtschaftliche, kulturelle, akademische und politische Zentrum des Landes. Sie verfügt über mehrere Universitäten, Museen, ein Opernhaus, einige Theater und einen internationalen Flughafen.

Geographie

Lage

Die Stadt liegt am Fuße des Dajti-Berges (1.611 m) am Übergang von der Ebene in hügelige Landschaft auf einer Höhe von 110 m. Bis zur Küste der Adria sind es etwa 30 Kilometer Luftlinie. Im Süden und Westen wird Tirana von Hügeln umgeben, die mit dem Dajti einen grünen Gürtel um die Stadt bilden. Im Nordwesten öffnet sich eine Ebene.

Am nördlichen Stadtrand verläuft der Fluss Tirana (Lumi i Tiranës), einer der Oberläufe des Flusses Ishëm. Einige Kilometer südlich fließt der Erzen an Tirana vorbei. Das Stadtzentrum wird vom Flüsschen Lana durchquert. Ein künstlicher See (Liqeni artificial) befindet sich im "Großen Park" (Parku i madh) am Südrand der Innenstadt.

Klima 

In Tirana herrscht Mittelmeerklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16 °C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 mm vor. Im Juli liegt die Durchschnittstemperatur bei 24 °C, im Januar bei 7 °C. Zwei Sommermonate sind arid.

Bevölkerung

Entwicklung

Jahr
Einwohnerzahl
1979 189.000
1989 238.057
2001 343.078
2009 624.646

Die Einwohnerzahl Tiranas dürfte sich seit 1991 mehr als verdoppelt haben. Im September 2009 waren 624.642 Einwohner gemeldet, davon waren 49.8 % Männer und 50.2 % Frauen.[3] Im Vorjahresvergleich 2006/07 ergab sich eine Bevölkerungszunahme von 1.2 %.[4] Es ist davon auszugehen, dass in Tirana und in den Vororten sehr viele nicht registriert sind, weshalb andere offizielle Quellen die Bevölkerungszahl in der Metropole mit 895.042 Personen (Ende 2004) angeben.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus setzte eine starke Landflucht vor allem aus dem von der Verarmung der Bevölkerung stark betroffenen Norden ein. Zwischenzeitlich entwickelte sich ein eklatanter Unterschied zwischen Reichen und Armen. Während in den modernen Lokalen im Stadtzentrum die Preise weit über Landesdurchschnitt liegen und viele neue Villen und Hochhäuser für die Oberschicht entstanden sind, leben in Neubaugebieten wie Bathore am Stadtrand Zehntausende von Menschen in Siedlungen ohne jegliche Infrastruktur. Die Zuwanderer haben oft illegal Land besetzt und einfache Häuser errichtet, die weder über fließendes Wasser, Strom oder ordentliche Zufahrtstraßen verfügen. Die Kinder, die in diesen Gegenden leben, können teilweise keine Schule in der Nähe besuchen, da diese nur in den älteren Stadtteilen existieren. Die Stadtverwaltung hat mittlerweile einen Plan zusammengestellt, welcher die Asphaltierung der Straßen, Sicherstellung von fließendem Wasser, Anbindung ans Stromnetz und den Bau von zwei Schulen beinhaltet. Die Umsetzung folgt mehr oder weniger.

Dialekte

Ursprünglich war Tirana ein kleines Städtchen, dessen Einwohner den regionalen südgegischen Dialekt sprachen. Die seit 1920 anhaltende stetige Einwanderung aus allen Teilen des Landes, hat dazu geführt, dass das örtliche Idiom mittlerweile fast ganz verschwunden ist und nur mehr Standard-Albanisch gesprochen wird.

Minderheiten

Die starke albanische Binnenmigration, vorzugsweise mit dem Ziel Tirana, führte dazu, dass heute in der Hauptstadt Angehörige aller in Albanien vertretenen Minderheiten leben. Die größte ethnische Minderheit sind die Roma, gefolgt von einer kleineren Zahl Griechen und Aromunen. Genaue Zahlen liegen heute nicht vor.

Religionen

Tirana ist in religiöser Hinsicht ein großer Schmelztiegel. Die islamische Gemeinschaft des Landes wurde bis 1929 vom Obermufti von Tirana geleitet. Seit Tirana zur Hauptstadt bestimmt wurde, sind auch viele Bewohner anderer Konfessionen zugezogen. Tirana ist Sitz eines katholischen und eines orthodoxen Erzbischofs. In der Stadt befinden sich mehrere Kirchen, Moscheen, eine katholische Universität (Zoja e Këshillit të Mirë) und eine Medrese. Sie ist zudem das Weltzentrum des Bektaschi-Ordens. Bemerkenswert ist das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Glaubensgemeinschaften.

Textquelle: Seite „Tirana“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. Dezember 2010, 10:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 28. Dezember 2010, 17:40 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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