Wappen

Algier

Flagge

Geographie

Geographische Lage

Algier liegt in der gleichnamigen Provinz im westlichen Teil einer Bucht des Mittelmeeres, an den Berghängen des algerischen Sahel (Sahel algérois), einem Ausläufer des Atlas-Gebirges.

Algiers Küste, Aussicht aus Notre-Dame d´Afrique
Damien Boilley (CC|by|2.0|fr)

Algiers Küste, Aussicht aus Notre-Dame d´Afrique

Hinter dem nur schmalen, buchtenreichen Saum der Mittelmeerküste erhebt sich der steil ansteigende Tellatlas mit der algerischen Hauptstadt. Der durch Becken, Längs- und Quertäler gegliederte Gebirgszug erreicht östlich von Algier in der wildzerschluchteten Kabylei 2.308 Meter Höhe. Auf seiner Südseite fällt der Tellatlas zum Hochland der Schotts (391 Meter bis weit über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel) ab, das im Inneren zahlreiche abflusslose, versumpfte Salzseen, die sogenannten Schotts, aufweist.

Algier bei Nacht
PhR61 (CC|by-sa|2.0)

Algier bei Nacht

Die meist kurzen Dauerflüsse in der Küstenregion können sich durch heftige Regenfälle in reißende Ströme verwandeln. In der Umgebung von Algier, an der ausreichend beregneten Nordseite des Tellatlas, wachsen mediterrane Sträucher wie Macchie, Aleppo-Kiefern, Korkeichen und Steineichen sowie (über 1.600 Meter) Atlas-Zedern; in der Kabylei gibt es noch zusammenhängende Waldgebiete.

Die Provinz hat eine Fläche von 865 Quadratkilometer. Davon gehören 273 Quadratkilometer (32 Prozent) zur Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform), 592 Quadratkilometer (68 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Das städtische Siedlungsgebiet hat eine Ausdehnung von etwa 30 Kilometer.

Geologie

Die algerische Hauptstadt Algier liegt in einer durch Erdbeben gefährdeten Zone. Das Atlasgebirge bildet plattentektonisch betrachtet die Grenze zwischen der Eurasischen Platte im Norden und der Afrikanischen Platte im Süden. Wenn diese beiden Platten aneinander reiben, kann es zu Erdbeben kommen. Die Aufzeichnungen von starken Erdbeben in der Region um die Hauptstadt Algier reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück.

Am 2. Januar 1365 und 10. März 1673 erschütterten schwere Erdbeben Algier. Bei einem Beben am 3. Februar 1716 starben in der Region um Algier rund 20.000 Menschen. Ein Erdbeben in der südwestlich der Hauptstadt liegenden Stadt Blida forderte am 2. März 1825 rund 7.000 Todesopfer. Die Stadt wurde dabei vollständig zerstört. Nur wenige Jahrzehnte später, am 2. Januar 1867, wurde Blida erneut von einem Erdbeben zerstört.

In der westlich der algerischen Hauptstadt liegenden Stadt Ech Cheliff starben bei einem Beben mit der Stärke 7,3 auf der Richterskala am 10. Oktober 1980 etwa 5.000 Menschen. Ein Erdbeben der Stärke 6,8 forderte am 21. Mai 2003 in der östlich von Algier gelegenen Stadt Zemmouri rund 2.000 Todesopfer.

Stadtgliederung

Algier: Stadtteil Belouizdad (Belcourt)
Ludovic Courtès, CC|by-sa|3.0|deed

Algier: Stadtteil Belouizdad (Belcourt)

Die Provinz Algier (von der die Kernstadt Algiers etwa ein Drittel einnimmt) gliedert sich in 13 Kreise (Daïras) und 57 Gemeinden (Communes), wovon die Gemeinde Alger-Centre („Algier-Zentrum“) (etwa 150.000 Einwohner) eine ist.

  • Daïra von Sidi M'Hamed: Algier-Zentrum, Sidi M'Hamed, El Biar, El Madania, El Mouradia, Hamma-Anassers, Hydra
  • Daïra von Bab El Oued: Bab El-Oued, Casbah, Bologhine, Hammamet, Oued Koriche, Rais Hamidou
  • Daïra von Hussein Dey: Bourouba, El Magharia, Hussein Dey, Kouba
  • Daïra von Bouzareah: Ben Aknoun, Beni Messous, Bouzareah, Dely Brahim
  • Daïra von Bir Mourad: Raïs, Bir Mourad Raïs, Birkhadem, Gue de Constantine, Saoula
  • Daïra von El Harrach: Bachdjerrah, El Harrach, Oued Smar, Mohammadia
  • Daïra von Dar El Beïda: Aïn Taya, Bab Ezzouar, Bordj El Bahri, Bordj El Kiffan, Dar El Beïda, El Marsa
  • Daïra von Cheraga: Aïn Benian, Cheraga, Ouled Fayet, El Achour
  • Daïra von Zeralda: Mahelma, Rahmania, Souidania, Staouali, Zeralda
  • Daïra von Draria: Baba Hassen, Douera, Draria, Khraïssia
  • Daïra von Birtouta: Birtouta, Ouled Chebel, Tessala El Merdja
  • Daïra von Baraki: Baraki, Les Eucalyptus, Sidi Moussa
  • Daïra von Rouïba: H'raoua, Reghaïa, Rouïba

Klima

Algier befindet sich in der mediterranen Klimazone mit warmen und trockenen Sommern sowie kühlen und niederschlagsreichen Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 18,2 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 25,2 Grad Celsius, die kältesten Monate Januar und Februar mit 12,2 bis 12,6 Grad Celsius im Mittel. Meeresbrisen sorgen an heißen Tagen für Abkühlung. Im Winter gibt es häufig Stürme mit starken Regenfällen.

Am 9. November 2001 starben bei schweren Unwettern in Algier 672 Menschen, 1500 Familien wurden obdachlos. Starke Regenfälle hatten Schlamm- und Gerölllawinen ausgelöst, die an den Hügeln der algerischen Hauptstadt gelegene, leicht gebaute Behausungen der Armenviertel fortrissen. Mit 120 Millimeter Regen innerhalb eines Tages fiel mehr Niederschlag als im gesamten übrigen Monat.

Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 598 Millimeter im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt zwischen November und Februar mit durchschnittlich 72,7 bis 91,0 Millimeter, der wenigste zwischen Juni und August mit 4,5 bis 8,5 Millimeter im Mittel.

Textquelle: Seite „Algier“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. November 2009, 11:22 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 21. November 2009, 19:22 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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