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Bukarest

Flagge
Bukarest

Portrait

Bukarest (rumän. Bucureşti [bukuˈreʃtʲ], engl. Bucharest, franz. Bucarest, dt. veralt. auch Freudenstadt) ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Rumäniens. Die Stadt ist nach Einwohnern gesehen durch den Beitritt des Landes auch die sechstgrößte der Europäischen Union und die größte urbane Einheit in Mittel und Südosteuropa.

Nachdem Bukarest Târgovişte den Rang als Landeshauptstadt abgerungen hatte, wurde es zum kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Walachei, des südlichen Teils des heutigen Rumänien. In Bukarest befindet sich eine Universität (von 1864) und verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.

Geografische Lage

Bukarest liegt im Zentrum der Walachischen Tiefebene. Die Flüsse Colentina und Dâmboviţa fließen durch Bukarest, zusätzlich befinden sich folgende Seen im Stadtgebiet oder in unmittelbarer Nähe; Buftea, Buciumeni, Mogoşoaia, Străuleşti, Griviţa, Băneasa, Herăstrău, Floreasca, Tei, Plumbuita, Colentina, Fundeni, Dobroeşti, Pantelimon, Dâmboviţa, Morarilor, Cişmigiu, Titan, Văcăreşti und weitere kleine Seen in den vielen Parks.

Klima

Das Klima ist gemäßigt kontinental. Berüchtigt ist im Winter auch der Crivăţ, ein kalter kontinentaler Wind, der aus nordöstlicher Richtung weht (der Ursprung liegt in dem südlichen Ural-Gebirge) und Dauerfrost und Schneestürme mit sich bringt. Die Jahresniederschlagssumme liegt bei 579 mm. Im Jahresmittel liegt die Temperatur bei 11,1 ºC

Geschichte

* Am 20. September 1459 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung von Bukarest und wird durch die Unterschrift von Vlad Ţepeş bezeugt.
* 1595 – Stadtbrand nach Überfall durch die Osmanen
* 1659 – Bukarest wird Hauptstadt der Walachei
* 1821 – Volksaufstand unter Tudor Vladimirescu
* 1848 – Kampf um Vereinigung der rumänischen Fürstentümer Moldau und Walachei
* 1861 – Bukarest wird Hauptstadt: Nachdem die beiden Fürstentümer Moldau und Walachei eine gemeinsame Vertretungskörperschaft (Divan ad hoc) gebildet hatten, einigte man sich auf einen erblichen Fürsten. Der Oberst Alexandru Ioan Cuza proklamiert dann als Fürst Alexandru Ioan I. am 24. Dezember 1861 Bukarest zur Hauptstadt des vereinigten Rumäniens.
* Das Erzbistum Bukarest (lat. Archidioecesis Bucarestiensis) entstand am 27. April 1883 durch die Erhebung des Apostolischen Vikariates der Walachei zum Erzbistum.
* 6. Dezember 1916 - Erster Weltkrieg: Truppen der Mittelmächte marschieren in Bukarest ein.
* Vom 12. Februar 1935 bis zum 31. Dezember 1944 hat der Schriftsteller Mihail Sebastian hauptsächlich in Bukarest gelebt und sein Tagebuch geschrieben. Dieses persönliche Dokument enthält anschauliche und detaillierte Schilderungen des Lebens in Bukarest bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.
* Zerstörungen der Stadt im Zweiten Weltkrieg: Rumänien verbündet sich zunächst mit dem Deutschen Reich, dann am 23. August 1944 mit den Alliierten. Teilweise gibt es auch Zerstörungen durch Bombardierungen und die sowjetische Besetzung im Jahr 1944.
* 4. März 1977: Ein Erdbeben erschüttert das Gebiet um Bukarest. Es sterben insgesamt über 1.700 Menschen, ein Teil davon in Bukarest. Die historische Bausubstanz wird teilweise zerstört.
* 80er Jahre: Ehrgeizige Neubauprojekte werden auf Kosten der Zerstörung der Altbausubstanz vorangetrieben
* 1989 – Revolution: In Temeschburg, rum. Timişoara / Banat beginnt der Volksaufstand gegen Nicolae Ceauşescu; anschließend auch in allen größeren Städten Rumäniens; Brand des ehemaligen königlichen Palasts und der Universitätsbibliothek in Bukarest; Sturz des sozialistischen Regimes. Siehe auch: Rumänische Revolution 1989

Bevölkerung

Die Stadt hat im Jahr 2006 2,3 Millionen Einwohner und wird manchmal auch Kleines Paris genannt – allerdings bei annähernd gleicher Einwohnerzahl wie die französische Hauptstadt. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum beträgt -0,7%. 11,6 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, 5,9% sind über 75 Jahre. 97% der Einwohner sind Rumänen, 1,4% Roma, 0,3% Ungarn, sowie je 0,1% Deutsche, Russen, Türken, Griechen, Juden und Chinesen. Weitere insgesamt 0,4% gehören anderen Ethnien (vor allem Bulgaren, Armenier, Albaner, Italiener, Ukrainer, Polen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

* Arcul de Triumf (Triumphbogen) – Errichtet zu Ehren des Triumphes im Ersten Weltkrieg. Bukarests Triumphbogen ist 1922 als Denkmal des Sieges rumänischer Truppen im Ersten Weltkrieg begonnen worden. Von 1933 bis 1936 vollendete ihn Petre Antonescu zu einem riesigen Bauwerk nach klassisch-römischer Art. Wie in Paris strömt auch hier der Verkehr von einer Reihe großer Straßen sternförmig auf den mächtigen Bogen zu.

* Athenäum - Das Rumänische Athenäum wurde vom Architekten Albert Galleron entworfen und nach seinen Plänen in den Jahren 1885 bis 1888 erbaut. Mächtig wachsen die ionischen Säulen der von einem Dreiecksgiebel abgeschlossenen Vorhalle vor dem Betrachter in die Höhe. Dahinter erhebt sich als kuppelgedeckter Rundbau das eigentliche Konzerthaus, das inzwischen Sitz der Staatsphilharmonie George Enescu ist. Zwischen den Säulen blinken auf nachträglich hinzugefügten runden Goldmosaiken Porträts bedeutender Fürsten der Geschichte hervor. Vor dem Portal blickt ein bronzener Mihai Eminescu (Rumäniens Dichterfürst) auf die Menschen herunter.

* Boulevard Unirii (Boulevard der Einheit) ist der heutige Name des früheren "Boulevard des Sieges des Sozialismus", den der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu in den 1980er Jahren in Bukarest hat anlegen lassen.

* Bukarester Königsschloss (Palatul Regal) - Das Bukarester Königschloss hat einen U-förmigen Grundriss. Das Gebäude wurde von 1927 bis 1937 nach Plänen von Nicolae Nenciulescu im neuklassizistischen Stil errichtet. Der rumänische König Mihai wohnte hier bis 1947. Seit 1950 ist in einem Teil das bedeutendste Kunstmuseum des Landes untergebracht. Über 70000 Exponate zeigen die reichste Sammlung rumänischer Malerei von Nicolae Grigorescu bis Camil Ressu, Meisterwerke italienischer, holländischer, spanischer und russischer Künstler sowie spätbyzantinische Ikonen und Plastiken der Moderne. Im anderen Teil der monumentalen Schlossanlage bezogen nach 1947 die kommunistischen Herrscher Rumäniens Quartier. Von einem Balkon des riesigen Komplexes aus versuchten am 21. Dezember 1989 die Ceauşescus, noch einmal das Ruder herumzureißen. Doch sie mussten sich schnell vom Dach aus per Hubschrauber in die Lüfte flüchten - durch TV-Übertragung weltbekannte Szenen.

* Catedrala Patriarhală – Die Patriarchalkirche

* Curtea Veche (Alter Hof) - In der Seitenstraße Strada Iuliu Maniu stößt man auf die Überreste des ersten Bukarester Fürstenhofs (Curtea Veche) aus dem 15. und 16. Jh. Die Überreste bestehen aus ein paar Ruinen und der gut vierhundertjährige Dreikonchenanlage Alte Hofkirche (Biserica Curtea Veche). Auch an diese Anlage beeindruckt die Blatt- und Blütenornamentik des später hinzugefügten Brâncoveanu-Portals.

* Hanul lui Manuc (Eine gut erhaltene mittelalterliche Schänke, heute Hotel und Restaurant) - Beim Hanul lui Manuc handelt es sich um die einzige in der Stadt erhalten gebliebene ehemalige Karawanserei vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Bukarest war lange Zeit Handelszentrum des walachischen Fürstentums. In Gasthöfen wie diesem des Armeniers Manucbey machten die Pferdekarawanen der Kaufleute Halt, als Eisenbahnen und Autos noch nicht erfunden waren

* Justizpalast
* National-Theater
* Muzeul satului – Das Dorfmuseum, mit unzähligen gut erhaltenen Häusern unterschiedlicher Epochen
* die verschiedenen Parks, so z. B. der 18 ha große Cişmigiu (amtlich: "Gradina Cişmigiu", also Cismigiu-Garten), 1910 von F. Rebhuhn nördlich des Rathauses angelegt, oder der im Norden gelegene Herăstrău
* Parlaments-Palast (rumän. Palatul Parlamentului), auch bekannt als "Haus des Volkes" (rumän. Casa Poporului)

* Stavropoleoskirche - Die Stavropoleoskirche ist eine griechische Stiftung aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Ihre von zarten Blüten- und Blätterornamenten bedeckten Fassaden passen sich bestens der Umgebung an. Im Inneren überrascht, ebenfalls mit pflanzlichen Motiven, eine kostbare holzgeschnitzte Ikonostase im Brâncoveanu-Stil.

*Schloss Cotroceni
* Schloss Mogoşoaia

* Seit 2005 hat Bukarest eine Kunstbiennale, die Bucharest Biennale. 2006 kuratierte der Budapester Zsolt Petranyi die Ausstellung, die das Thema CHAOS: THE AGE OF CONFUSION, welches eng mit dem Bild der Stadt verbunden ist.

Museen

* Das Muzeul Naţional de Artă al României (Nationales Kunstmuseum von Rumänien) befindet sich im ehemaligen königlichen Palast in Bukarest, der 1937 fertiggestellt wurde.
* Nationalmuseum für Geschichte von Rumänien - Im ehemaligen Postpalast (Bukarest) befindet sich das nationale Museum für die Landesgeschichte Rumäniens, mit Sammlungen und Ausstellungen von der Urgeschichte bis zum 20. Jahrhundert. Berühmt ist unter anderem die umfangreiche Schatzkammer mit kostbaren Objekten aus allen Epochen.

* Museum George Enescu
* Naturgeschichtliches Museum Grigore Antipa www.antipa.ro
* Das Jüdische Museum (zentrumsnah in der ehemaligen Schneider-Synagoge eingerichtet)
* Museum Gheorghe Tattarascu
* Museum Theodor Pallady

* Das Zambaccian-Museum (rumänisch: Muzeul Zambaccian) in Bukarest ist ein Museum im ehemaligen Wohnhaus Krikor Zambaccians (1889 - 1962), eines armenischen Geschäftsmannes und Kunstsammlers.

Textquelle: Artikel Bukarest. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Mai 2007, 15:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 11. Mai 2007, 19:50 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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