Stadt

Rabat

Flagge

Portrait

Königspalast in Rabat
Bernard Gagnon, CC|by-sa|3.0|deed

Königspalast in Rabat

Rabat (arabisch ‏الرباط‎, DMG ar-Ribāṭ, „befestigter Ort“) ist die Hauptstadt Marokkos und mit 1.754.425 Einwohnern (Stand: 2008) nach Casablanca zweitgrößte Stadt des Landes.

Rabat ist Sitz des Ober- und Unterhauses Marokkos, Sitz der Regierung und Residenzstadt des marokkanischen Königs. Rabat ist die vierte der so genannten Königsstädte, Städte in denen die Sultane und Könige Marokkos im Laufe der Jahrhunderte abwechselnd residierten, so dass diese sich zu Großstädten entwickeln konnten.

Geschichte

Das Mündungsgebiet des Oued Bou-Regreg war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Bereits in der Zeit um 300 v. Chr. existierte im Gebiet der Chellah ein punischer Hafen, über den Handel mit Karthago betrieben wurde.

Tal des Bou-Regreg, zwischen Sale und Rabat, Marokko

Tal des Bou-Regreg, zwischen Sale und Rabat, Marokko

Rabats eigentliche Geschichte beginnt jedoch mit der Errichtung einer Klosterburg, eines Ribat, an der Stelle der heutigen Kasbah im 10. Jahrhundert. Etwa einhundert Jahre später wurde auch die Stadt Salé am anderen Ufer des Bou-Regreg gegründet. Im Jahre 1146 wurde die Küstenregion Marokkos durch den Almohaden Abd al-Mumin annektiert. Er ließ Salé zerstören, Rabat jedoch ausbauen, wobei auch die Oudaïa-Kasbah entstand.

Kalif Yaqub al-Mansur (1184-1199) ließ Rabat großzügig ausbauen, eine große Hassan-Moschee errichten und Rabat zur Hauptstadt seines Reiches erheben. Er ließ die mächtige über 5 km lange Stadtmauer errichten sowie eine gigantische Moschee, die allerdings nie vollendet wurde. Noch heute beeindruckt der Wald von Säulen vor dem wuchtigen Turm. Nach Yaqubs Tod wurden dessen Pläne nicht länger verfolgt und die Residenz der Almohaden wieder nach Marrakesch verlegt.

Rabat Hassan-Turm
Public Domain

Rabat Hassan-Turm

Aus jener Epoche existieren heute noch der Hassan-Turm und Reste der damaligen Stadtmauer Rabats. Unter den nachfolgenden Herrscherdynastien des Landes – insbesondere den Meriniden – kam es zu einer Vernachlässigung Rabats und Salés, die sich auch in der wirtschaftlichen Situation der Städte niederschlug.

Zu einem unerwarteten Aufschwung Rabats und Salés kam es im 17. Jahrhundert, als moriskische Flüchtlinge aus Spanien sich in den Städten ansiedelten. Beflügelt durch die wirtschaftliche Blüte schlossen sich Rabat und Salé 1627 zur unabhängigen Republik Bou-Regreg zusammen. In der Folge stieg der Reichtum der Städte durch Freibeuterei und Sklavenhandel, so dass in diese Epoche auch die Errichtung der Medina von Rabat fällt.

1666 wurde die Republik Bou-Regreg von den Alawiden eingenommen, die Freibeuterei stellte sich jedoch nicht ein, so dass die Freibeuter von Salé auch in den folgenden hundert Jahren fremde Schiffe kaperten. 1755 wurden große Teile der Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Zehn Jahre später, im Jahr 1765, folgten weitere Zerstörungen in Form eines französischen Vergeltungsschlages auf Grund der nicht enden wollenden Piraterie.

Mit dem sich daraufhin einstellenden Niedergang der Piraterie kam es abermals zum Niedergang von Rabat und Salé, aus dem sich Rabat – nicht jedoch Salé – erst im 20. Jahrhundert befreien konnte, da es unter dem französischen Protektorat 1912 vom General Lyautey zum Verwaltungshauptsitz Marokkos bestimmt wurde. Sultan Mulai Abd al-Hafiz verlegte daraufhin den Sitz des Alawidenhofes von Fès nach Rabat. Wie sein Vater, so residiert auch der derzeitige König, Mohammed VI., den größten Teil des Jahres in Rabat.

Verkehr

Rabat hat einen internationalen Flughafen, den Flughafen Rabat-Salé.

Sehenswürdigkeiten

Oudaya 1
kashmir (CC|by-sa|2.0)

Kasbah des Oudaїa

Auf einem Felsen hoch über der Flussmündung liegt die Festungsanlage Kasbah des Oudaїa, die einen kleinen Palast (heute ein Museum), eine Moschee und einen zauberhaften Garten birgt. Die Mauren brachten die Gartenkunst aus Spanien nach Marokko. Deshalb heißen die Gärten auch heute noch Andalusische Gärten.

Südlich außerhalb der Stadtmauer liegt hinter einem beeindruckenden Eingangstor die merinidische Totenstadt Chellah. Die neben den Grundmauern der römischen Siedlung Sala Colonia errichtete Nekropole aus dem 14. Jahrhundert ist eine der schönsten Stätten Marokkos. In einem Park befinden sich neben den römischen Ruinen einige Qubbas, Grabbauten für Herrscher und Marabouts, eine kleine Moschee sowie ein Teich mit heiligen Aalen.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Alain Badiou, Professor und Direktor des Institutes für Philosophie in Paris
  • Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon und Kardinal
  • Ben Barka, marokkanischer Politiker
  • Nezha Bidouane, marokkanische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
  • Younes El Aynaoui, marokkanischer Tennisspieler
  • David Levy (Politiker), israelischer Politiker des Likud; führender Vertreter der sephardischen Juden in Israel und ehemaliger Außenminister
  • Mohammed VI. (Marokko), König von Marokko
  • Dominique de Villepin, französischer Politiker
Textquelle: Seite „Rabat“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Januar 2011, 14:08 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 18. Januar 2011, 12:28 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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