Wappen

Ceuta

Flagge

Portrait

Ceuta (arabisch ‏ سبتة‎, DMG Sabta) ist eine spanische Stadt, die an der nordafrikanischen Küste der Straße von Gibraltar liegt und somit eine Exklave bildet. Das auf einer Halbinsel gelegene, 18,5 km² große Gebiet ist durch eine Landgrenze mit Marokko verbunden und 21 km vom spanischen Festland entfernt.

Ceuta war seit dem 15. Jahrhundert zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz; auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieben Ceuta und das ebenfalls in Nordafrika gelegene Melilla spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont; konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung werden aber nicht unternommen. Seit 1995 verfügen Ceuta und Melilla jeweils über den Status einer „autonomen Stadt“ (ciudad autónoma), der ihnen einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht. Ceuta ist somit integraler Bestandteil des spanischen Staatsgebiets und der Europäischen Union, verfügt aber über einige Sonderrechte. Insbesondere gehört es gem. Art. 3 Abs. 1 Zollkodex nicht zum Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft.

Als Enklave der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent ist Ceuta ein begehrtes Ziel illegaler Einwanderer, die sich zumeist eine Weiterreise nach Europa erhoffen. In den vergangenen Jahren wurde deshalb seitens der spanischen und der marokkanischen Behörden die Befestigung und Überwachung der Grenze massiv verstärkt.

Geschichte

Die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt begann mit den Griechen. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhafte Siedlungen existierten. Die Griechen nannten den Ort Επτά Αδέλφια (Heptá Adélphia - Sieben Brüder, eine Bezeichnung, die sich auf die sieben Berge der Umgebung bezieht). 319 v. Chr. übernahmen die Karthager die Stadt, nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres (Sieben Brüder) römisch, und die Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht. Der heutige Name leitet sich vermutlich vom römischen Namen ab: Von Septem → Septa → Ceita → Ceupta → Ceuta.

Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und sie wurde neben dem konkurrierenden Tanger zur bedeutendsten Stadt der römischen Provinz Mauretania Tingitana. 429 eroberten die Vandalen die Stadt, 534 fiel sie wieder an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches, um dann 616 von den Westgoten erobert zu werden. Im Jahr 709 nahmen schließlich die Araber die Stadt ein, zwei Jahre, bevor sie auf die spanische Halbinsel zogen und diese für Jahrhunderte besetzten.

Portugal (1415-1580) 1415 wurde die Stadt von König Johann I. für Portugal während der Reconquista erobert.

Spanien (1580-heute) 1668 wurde Ceuta als Ergebnis des Restaurationskrieges im Frieden von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten. Nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) wurde Ceuta ein Souveräner Ort (Plaza de soberanía), der direkt der spanischen Regierung unterstellt war. Ceuta ist seit 1995 eine Autonome Stadt (spanisch Ciudades autónomas) und genießt ähnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften. Sinngemäß das gleiche gilt für Melilla und die drei unbewohnten Plazas de soberanía. Sie alle unterstehen direkt der spanischen Regierung bzw. Administration.

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Ceuta einen Index von 97 (EU-27:100) (2006). 

Weitere Daten

Bevölkerungsdichte: 4.069 Einw./km²
höchste Erhebung: 345 m
Bevölkerungswachstum: 0,0 %

Aktuelles

Migranten aus schwarzafrikanischen Ländern versuchen über Algerien und Marokko nach Melilla und Ceuta zu gelangen, um nach Spanien oder in andere Länder der EU einzureisen. Siehe auch den Artikel zu Melilla.

Textquelle: Seite „Ceuta“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. Dezember 2009, 21:55 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 13. Januar 2010, 22:35 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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