Stadt

Aschgabat

Flagge
Aschgabat

Portrait

Aşgabat (turkmenisch für Liebliche Stadt; deutsch Aschgabat; persisch عشق آباد, russisch Ашхаба́д), ist die Hauptstadt Turkmenistans mit 773.400 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004), größte Stadt des Landes. Sie bildet einen eigenen Distrikt, den Aşgabat şäheri. Aşgabat liegt in einer Oase in der Wüste Karakum, am Fuße des Gebirges Kopetdag, nahe der Grenze zum Iran. Aşgabat besitzt einen Hafen sowie einen internationalen Flughafen. Die Stadt ist ein bedeutender Industriestandort (Maschinenbau, Elektrotechnik, Textil-, Lebensmittelindustrie). In Aşgabat befinden sich außerdem ein Kulturzentrum mit Universität, Hochschulen, Theater, Museen und ein Zoo.

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Stadt ist mehrheitlich sunnitisch, daneben gibt es aber auch eine christliche und eine ehemals sehr wichtige Bahai-Minderheit.

Geschichte

Die Stadt Aşgabat entwickelte sich um einen russischen Militärstützpunkt, der 1881 an einem Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenstraßen errichtet worden war. Mit dem Anschluss an die Transkaspische Eisenbahn, die Kasachstan und Usbekistan mit dem Kaspischen Meer verbindet, breitete sich die Stadt ab 1885 kontinuierlich aus. Von 1919-1927 trug sie den Namen Poltorazk.

Im Jahre 1919 wurde in Aşgabat das weltweit erste Haus der Andacht der Bahai errichtet. Im Jahre 1938 wurde es jedoch zwangsweise in eine Kunstgalerie ungewandelt und im Jahre 1963 abgerissen.

1924 wurde Aşgabat Hauptstadt von Turkmenistan innerhalb der Sowjetunion. Bei einem schweren Erdbeben am 5. Oktober 1948 wurde die Stadt fast vollständig zerstört und in der Folgezeit wieder aufgebaut. 1962 erfolgte die Anbindung Aşgabats an den Karakumkanal. Dieser Kanal, einer der längsten der Welt, wird aus dem etwa 600 Kilometer östlich verlaufenden Fluss Amudarja gespeist.

Mit der Unabhängigkeit Turkmenistans am 27. Oktober 1991 wurde Aşgabat die Hauptstadt des souveränen Staates.

Sehenswürdigkeiten

Der überwiegende Teil älterer Bausubstanz wurde bei Erdbeben (vor allem bei dem von 1948) zerstört. Deshalb fehlen die für andere zentralasiatische Städte typischen orientalischen Altstadtviertel. Das Zentrum von Aşgabat wird von Bauten aus Stahlbeton und Glas geprägt, die weitestgehend erdbebensicher sind.

Sehenswert sind das Museum für Bildende Kunst, das Museum für Landeskunde und das Historische Museum. Auffallendste der vielen Grünanlagen ist der Botanische Garten, mit seiner Sammlung einheimischer und exotischer Gewächse.

Bekannt ist Aşgabat als Zentrum des turkmenischen Kunsthandwerks, besonders für handgewobene Teppiche.

Teile des Stadtbildes sind vom Personenkult des ehemaligen Diktators Nyýazow geprägt. Das höchste Gebäude der Stadt, der Neutralitäts-Bogen, ist von einer vergoldeten Statue des Diktators gekrönt.

Textquelle: Artikel Aşgabat. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. April 2007, 08:35 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 9. Mai 2007, 22:20 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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