Stadt

Trient

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Portrait

Trient (italienisch Trento; trentinisch Trènt; ladinisch Trënt) ist die Hauptstadt der autonomen Provinz Trient und mit Bozen Hauptstadt und Verwaltungssitz der autonomen Region Trentino-Südtirol, der nördlichsten Verwaltungsregion von Italien. Die Stadt hat 108.577 Einwohner (Stand 2004 ISTAT). Das Zentrum befindet sich auf einer Höhe von 194 m. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 158 km². Die Stadt ist auch der Sitz eines Erzbischofs und Sitz der Universität Trient mit etwa 15.000 Studenten. Nach der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore war Trient 2007 die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Italien (2006: Platz 4).

Geografie

Trient liegt im Tal des Flusses Etsch, 55 km südlich von Bozen und 100 km nördlich von Verona, umgeben von Bergen.

Im Westen liegt der Monte Bondone (2091 m), im Nordwesten die Paganella (2125 m), im Nordosten der Monte Calisio (1096 m), im Osten die Marzola (1738 m) und im Südwesten der Becco di Filadonna (2150 m).
Nachbargemeinden
Albiano, Aldeno, Besenello, Calavino, Cavedine, Cimone (TN), Civezzano, Garniga Terme, Giovo, Lasino, Lavis (Laifs), Padergnone, Pergine Valsugana, Terlago, Vezzano (TN), Vigolo Vattaro, Civezzano (Zivernach).
Verwaltungsgliederung der Gemeinde
Trient ist in 12 Bezirke gegliedert. Drei Bezirke bilden die Stadt und sind in Stadtviertel unterteilt, die anderen neun sind in Dörfer gegliedert.

Geschichte

Schon in der Vorgeschichte war das Etschtal besiedelt und eine wichtige Verkehrsroute. In rätischer Zeit bestand bereits ein System von Wegen. Die Römer verwandelten die rätischen Routen in teilweise befestigte Straßen, die bei der Eroberung und Erschließung der alpinen Regionen hilfreich waren.

Trient wurde von Kelten gegründet und später von den Römern erobert (Tridentum). Nach dem Fall des Weströmischen Reichs im Jahr 476 fiel die Stadt unter verschiedene Herrschaften, bis Heinrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, im Jahr 1004 beschloss, den Bischöfen die weltliche Gewalt zu übertragen (Hochstift Trient). Das 1027 von Konrad dem Salier gesetzte Siegel eröffnete ein neues Kapitel der Trienter Geschichte, während der sich die Stadt über acht Jahrhunderte behauptete.

1407 kam es in Trient zu einer Revolution. Adelige und Bürger der Stadt erhoben sich gegen den Bischof Georg von Lichtenstein (1390-1419). Gleichzeitig kam es zu Bauernaufständen in anderen Teilen des Trentino, so dass sich Herzog Friedrich mit der leeren Tasche gegen den Bischof wandte und ihn aus Trient vertrieb.

Die historische Bedeutung der Stadt liegt vor allem im Konzil von Trient von 1545-1563, das der Gegenreformation zum Auftrieb verhalf und ihren geistigen Rahmen bestimmte. In diese Zeit fiel auch die Neugestaltung von Teilen der Stadt im Renaissancestil. Trient war Sitz der Fürstbischöfe, die auch weltliche Macht ausübten. Ab etwa 1700 kam durch den Barockstil eine neue architektonische Prägung dazu.

Die Existenz des Fürstbistums endete 1796 durch den Einmarsch napoleonischer Truppen. Danach wurde das Gebiet Teil des Kaisertums Österreich, später Österreich-Ungarns. Im 19. Jahrhundert begann mit der Verwirklichung technischer Werke wie der Verlegung des Etsch 1858 und dem Bau der Brennerbahn 1859 eine moderne Stadtentwicklung, es entstanden Palazzi der Staatsverwaltung und große Hotels.

Nach dem Ersten Weltkrieg fielen die Stadt und das Trentino durch den Vertrag von Saint-Germain an das Königreich Italien. Nach der Absetzung von Mussolini im Jahre 1943 wurde die Provinz Trient zusammen mit den benachbarten Provinzen Südtirol und Belluno Teil der sogenannten deutschen Operationszone Alpenvorland.

Seit den 50er Jahren erfreuen sich sowohl die Stadt als auch die ganze Region eines beständigen wirtschaftlichen Wachstums und gehören heute zu den wohlhabendsten Regionen Italiens. Die Provinz Trient genießt in bestimmten Kompetenzen eine teilweise Autonomie.

In Trient befindet sich das Italienisch-deutsche Historische Institut.

Trient wurde durch die Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2004 erklärt.

Textquelle: Artikel Trient. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Februar 2008, 01:48 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 19. Februar 2008, 16:23 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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