Wappen

Almería

Flagge

Potrait

Almería ist eine Hafenstadt in der autonomen Region Andalusien im Süden Spaniens. Die Stadt liegt auf dem Schwemmgebiet des Rio Andarax in einer weiten Mittelmeerbucht (Golf von Almería). Das Stadtbild ist nordafrikanisch geprägt: enge Gassen, alte, weiße Häuser, Gärten und Palmenalleen. Almería ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Der Name der Stadt leitet sich vom arabischen al-Mariyya / ‏المرية‎ /„Spiegel des Meeres“ ab.

Allgemein 

Almería liegt in Spanien, an der andalusischen Mittelmeerküste. Die einzelnen Stadtviertel unterscheiden sich stark. Im Westen leben Gitanos, insbesondere im Viertel La Chanca (Die Chance), teilweise in vom Staat errichteten Sozialwohnungen, teilweise in Wohnhöhlen in den Berghängen. Die Universität der Stadt ist 1993 gegründet worden mit einem komplett neu errichteten Campus außerhalb der Stadt. Durch die 15.000 Studenten, die vor allem in den Vierteln im Osten und im Zentrum der Stadt wohnen, ist die Stadt stark studentisch geprägt. Die Stadt ist lange Zeit wirtschaftlich rückständig gewesen. Derzeit boomt sie aber auf Grund verbesserter Verkehrsanbindungen, Subventionen, der Touristenorte Roquetas de Mar, Aguadulce, Vera oder Cabo de Gata, sowie der landwirtschaftlichen Produktion. Ein weiterer Grund für diesen Boom sind die 2005 hier ausgetragenen Mittelmeerspiele, die Almería ein neues und modernes Bild gaben. Seit der Saison 2007 / 2008 ist die Stadt durch den UD Almeria auch wieder in der höchsten spanischen Fußball-Liga, der Primera Division, vertreten.

Geschichte

Die nach dem Ort benannte Almeríakultur ist eine spätjungsteinzeitliche, iberische Ackerbaukultur. Ihre Spätphase zeigt kupferzeitlichen Einfluss und weist auf Beziehungen zur Glockenbecherkultur. Nachfolgerin der Almería-Kultur ist die Los Millares-Kultur.

Almería wurde im Jahr 955 von Abd ar-Rahman III. als ein Haupthafen seines großen Reiches gegründet. Im Jahr 1489 eroberten die Katholischen Könige (Los Reyes Católicos) Ferdinand und Isabel im Zuge der Rückeroberung Spaniens (Reconquista) die Stadt. 1492 wurde Almería mit der Gründung des gleichnamigen Bistums Bischofssitz.

Das 16. Jahrhundert war für Almería ein Jahrhundert der Naturkatastrophen; es erlitt mindestens vier Erdbeben, von denen das im Jahr 1522 besonders viel Verwüstung anrichtete. Außerdem fanden in jenem Jahrhundert regelmäßige Angriffe durch Berber-Piraten statt, die noch bis in das 18. Jahrhundert anhielten. Hauptsächlich wurden dabei Bewohner der Küstengegenden in die Sklaverei nach Nordafrika verschleppt.

Klima

Almería ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden Spaniens im Jahr, knapp 3.000. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 18°C - 19°C; im Winter ist die Wassertemperatur sogar höher als die Lufttemperatur. Häufig weht ein starker Wind.

Einer Veröffentlichung im Journal of Geophysical Research zufolge sind die durchschnittlichen Temperaturen in der Region in den vergangenen 25 Jahren um 0,3°C pro Jahrzehnt gesunken, während sie in Spanien insgesamt um 0,5°C pro Jahrzehnt stiegen. Grund dafür ist offenbar die große Zahl an Treibhäusern in der Region, deren Dächer das kurzwellige Licht der Sonne teilweise reflektieren, sodass über einem Quadratmeter Treibhausfläche rein rechnerisch 2-3 Prozent weniger Sonnenenergie ankommt als über einem Quadratmeter Weideland.

Wirtschaft

Der Hafen der Stadt Almería ist bedeutend für den Export der landwirtschaftlichen Produkte aus der Provinz Almería, sowie der Mineralprodukte aus der Sierra de Alhamilla. El Ejido ist durch Gewächshäuser aus Plastikplanen geprägt, weshalb die Region auch den unrühmlichen Namen Plastikküste trägt.

Kultur 

Große Teile der Stadt wurden im 16. Jahrhundert zerstört.

Alcazaba >> Zum Hauptartikel

Die Alcazaba ist eine auf einem Hügel gelegene maurische Festung, von der aus man die ganze Stadt überblicken kann. Ihr Bau wurde 955 auf Veranlassung von Abd ar-Rahman III, während das Kalifat von Córdoba bestand, begonnen. Die Arbeiten wurden während der Regierungszeit von Hairán, der König des Kleinreichs Almería war, im 11. Jahrhundert beendet. Die Festung besteht aus drei Bezirken. Hervorzuheben sind der Huldigungsturm, der Turm der Gerechtigkeit und der Turm der Spiegel, das Bollwerk El Espolón sowie die von den Christen errichtete Kapelle San Juan Evangelista und der Warttum Torre de la Vela. Von der Festung gehen starke, durch Türme befestigte Verteidigungsmauern aus, die sich durch das Tal La Hoya bis zum Hügel San Christobal ziehen. Die Festung ist im Laufe der Jahrhunderte von den jeweiligen Herrschern der Stadt immer weiter gebaut worden, so dass auch Teile der Alcazaba durch christliche Architektur geprägt sind.

Cabo de Gata

Der nahe gelegene Naturpark Cabo de Gata ist eine steinige Halbwüste, die einzige Wüste in Europa, mit spärlicher Vegetation und reizvollen Stränden.

Kathedrale

Die Kathedrale von Almería liegt in der Innenstadt. Mit ihrem Bau wurde 1524 begonnen, nachdem 1522 das vorherige Gotteshaus durch ein Erdbeben zerstört worden war. Sie ist eine ausgesprochene Kirchenburg, die aufgrund der ständigen Angriffe berberischer Seeräuber nötig wurde. An der Fassade fallen vier aus großen Quadersteinen erbaute Türme auf, und sogar die Apsis hat die Form eines viereckigen Abwehrturms. Am Bau herrschen der Renaissance und der gotische Stil vor, obwohl barocke und klassizistische Elemente festzustellen sind. Besonders interessant sind die beiden Portale, das Querschiff, die Sakristei, der Hochaltar und die verschiedenen Kapellen sowie der Chor und der Raum dahinter. Im 18. Jahrhundert wurde der Kreuzgang im klassizistischen Stil errichtet. Das Bauganze wird vervollständigt durch wertvolle Gemälde und Skulpturen bedeutender Künstler aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Stierkampfarena

In der Stierkampfarena finden mehrmals jährlich Stierkämpfe statt.

Mittelmeerspiele

2005 war Almería Austragungsort der Mittelmeerspiele.

Andere Bauwerk 

Man findet in der Stadt zahlreiche aus dem Beginn der Industriezeit stammende Bauwerke, wie z.B. den alten Bahnhof.

Filmhistorisches

Die Gegend um Almería ist filmhistorisch von Bedeutung, weil dort vor dem Hintergrund der Sandwüstenlandschaften, vor allem in den 1960er-Jahren, viele Western und Abenteuerfilme gedreht wurden (Spiel mir das Lied vom Tod, Lawrence von Arabien (Film)).

Feria

Ein Höhepunkt im Jahresablauf ist für die Stadt Almería die Feria, die in der zweiten Augusthälfte stattfindet. Zur gleichen Zeit werden religiöse und sportliche Veranstaltungen, Stierkämpfe und andalusische Musik- und Tanzdarbietungen abgehalten, denen man in den auf dem Festgelände aufgestellten Zelten beiwohnen kann.

Textquelle: Seite „Almería“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Dezember 2009, 23:40 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 3. Januar 2010, 21:23 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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