Stadt

Harbin

Flagge

Portrait

Harbin (chin. 哈爾濱 / 哈尔滨, Hā'ěrbīn, W.-G. Ha-erh-pin; russisch: Харби́н / Charbin) ist die Hauptstadt der Provinz Heilongjiang (Amur-Provinz), Mandschurei, Volksrepublik China, am Fluss Songhua Jiang mit 3.279.454 Einwohnern im Stadtgebiet (1. Jan. 2006), Agglomeration 4.8 Mio; 9,92 Mio. im Gesamtgebiet (2010).

Geographie

Das Stadtgebiet liegt hauptsächlich am Südufer des Songhua Jiang, eines Nebenflusses des Heilong Jiang. Das Nordufer wird als Naherholungsgebiet ausgebaut. Das Stadtgebiet ist weitestgehend eben.

Harbin liegt zwischen 125°42' - 130°10' Ost und 44°04' - 46°40' Nord.

Fläche

Harbin ist 56.579 km² groß, davon 1.637 km² Stadtfläche.

Klima

Im Winter ist es in Harbin sehr kalt, in den Nächten kann die Temperatur bis auf -40° sinken. Oft beginnt es im Oktober schon zu schneien und der Frost endet meist erst Ende April. Dementsprechend ist die Vegetationszeit relativ kurz. Im Sommer ist die Stadt angenehm kühl, so dass sie im Sommer ein beliebter Konferenzort Chinas ist.

Geschichte

Die Stadt wurde 1898 - nach der Besetzung der nördlichen Mandschurei durch Russland - als Bahnstation der Transmandschurischen Eisenbahn von Russen gegründet, weswegen das Stadtbild der älteren Stadtteile heute noch von russischer Architektur geprägt ist. Besonders nach der Oktoberrevolution flohen viele Russen nach Harbin und haben zum Aufblühen der Stadt beigetragen. 1932 wurde die Stadt von japanischen Truppen besetzt. Nach der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg übernahm die Sowjetunion die Stadt. Zwar übergab sie die Stadt vereinbarungsgemäß der Republik China, aber die Truppen der Roten Armee blieben weiterhin dort stationiert. Unter ihrer stillschweigenden Duldung konnte die Kommunistische Partei Chinas die Stadt bereits 1946 erobern. Die Industrieanlagen dort dienten ihnen als Basis für den Sieg im Bürgerkrieg.

Nach der Gründung der Volksrepublik China wurde Harbin in seiner Rolle als Schwerindustriestadt noch ausgebaut. Dafür wurden Menschen aus dem Süden Chinas hierher umgesiedelt und die Technische Universität durch Lehrkräfte aus dem Süden verstärkt. Viele dieser Menschen kehrten nach der Lockerung der Wohnbestimmungen wieder in ihre alte Heimat zurück.

Seit der wirtschaftlichen Reform versuchen Harbin und die Provinz Heilongjiang sich als Brückenkopf im Handel mit Russland zu profilieren.

Im November 2005 verseuchte der Chemieunfall von Jilin das Wasser des Songhua Jiang mit Benzol, woraufhin die Trinkwasserversorgung der Stadt für mehrere Tage unterbrochen werden musste.

Bildung

In Harbin liegen 19 Hochschulen mit rund 70.000 Studierenden, davon gehört die Technische Universität Harbin zu den Top Ten in China. Zudem bestehen 22 Erwachsenenhochschulen mit rund 116.000 Studierenden.

Wirtschaft

Harbin ist ein Industriestandort mit Branchen wie Maschinenbau, Leichtindustrie, Textilindustrie, Medizin, Lebensmittelindustrie, Automobilindustrie, Elektronik, Chemieindustrie, davon eine dominierende Rolle spielen Kraftwerksausrüstung, Flugzeugbau, Busbau und Messinstrumente, Relais, Al-Mg-Legierungen in China. Die Harbin City Commercial Bank ist im Bereich der Vergabe von Kleinkrediten sehr aktiv.

Verkehr

Harbin Taiping ist der größte Internationale Flughafen in Nordchina, Direktflüge nach den USA, Russland, Japan und Korea sind möglich. Von Geschichte her ist Harbin ein Eisenbahnknotenpunkt in Nordost China. Der erste und zugleich auch der einzige Inlandhafen in China kann alle Formalitäten in Harbin erfüllen und danach direkt exportieren.

Tourismus

Im Winter, in der Regel von Anfang Januar bis Mitte Februar, finden in Harbin das Eis- und Schnee-Festival und das Eislaternen-Festival statt. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet werden dann zum Teil filigran ausgearbeitete Eis- und Schneeskulpturen ausgestellt. Die größten Skulpturen sind Nachbauten berühmter Baudenkmale wie des Louvre in Paris oder des Pekinger Sommerpalastes. Dabei können die Skulpturen mehrere Meter hoch werden und sind nachts von innen mehrfarbig beleuchtet. Das Festival hat sich mittlerweile zu einer Winter-Touristenattraktion entwickelt und gehört zu den vier größten Eis- und Schneefestivals der Welt (neben dem Schneefestival in Sapporo, dem Skifestival in Oslo und der Winter-Sonnwendfeier in Québec).

Der im Jahr 2000 fertiggestellte Drachenturm ist einer der höchsten Stahlfachwerktürme der Welt.

Seit 2001 wird in Harbin ein (am Münchener Oktoberfest angelehntes) Bierfestival ausgerichtet. Innerhalb Chinas kann die Stadt Harbin auf die längste Tradition im Bierbrauen zurückblicken: Die Gründung der Harbiner Brauerei erfolgte bereits 1900 und damit 3 Jahre vor der weltbekannten Tsingtao-Brauerei.

Textquelle: Seite „Harbin“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Dezember 2010, 03:37 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 8. Januar 2011, 22:04 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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