Stadt

Kalkutta (Kolkata)

Flagge

Geografie

Kalkutta liegt im Bundesstaat Westbengalen am Fluss Hugli, einem Mündungsarm im westlichen Gangesdelta, durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 187,33 Quadratkilometern. Das Kolkata Metropolitan Area (KMA) erstreckt sich über 1.854 Quadratkilometern. Neben den Millionenstädten Kalkutta und Haora sowie der Großstadt Chandannagar

gehören zur Region weitere 38 Gemeinden und 72 Städte.

Die Stadt Kalkutta hat sich zum größten Ballungsgebiet Westbengalens entwickelt. In ihr war fast die gesamte Juteverarbeitungsindustrie Vorderindiens konzentriert. Die Jute selbst wird seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in dem außerordentlich dicht besiedelten Ostbengalen (heute Bangladesch) verstärkt angebaut und bildet heute eines der wichtigsten Erzeugnisse des Gebietes.

Da aber durch die Teilung die in Bangladesch liegenden Anbaugebiete von den in Indien stehenden Verarbeitungswerken getrennt worden sind, hat Bangladesch eine eigene Juteindustrie aufgebaut. Dagegen hat Kalkutta seine historische Rolle als bedeutender Handelshafen nach der Abtrennung der Anbaugebiete und der zunehmenden Verlandung des Hugli verloren.

Ökologie

Die Luftverschmutzung in Kalkutta hat ein enormes Ausmaß angenommen. Der hohe Gehalt an Feinstaub stellt das größte Problem dar. Die Ursachen liegen sowohl in Fabrikanlagen, Kleinindustrie, Kraftwerken und Verkehr als auch in den privaten Haushalten. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid nimmt in Folge der fortschreitenden Industrialisierung und eines stetig wachsenden Verkehrsaufkommens und Energiebedarfs schnell zu. Die unzureichenden technischen Anlagen in den Fabriken führen immer wieder zu Beeinträchtigungen.

Probleme bereiten auch die Verschmutzung des Grundwassers durch fehlende Kläranlagen, ungeregelte Abfalldeponien, die Schadstoffbelastung des Hugli und der Verkehrslärm. Nur circa die Hälfte der Einwohner in den Slums am Rande der Stadt ist an ein Wasserleitungsnetz angeschlossen, der andere Teil benutzt Hydranten auf der Straße oder verseuchte Kanäle und Rinnsale.

Zu den Infektionserkrankungen wie Diarrhöe, Ruhr und Cholera, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der vielen Industriebetriebe und des Kraftfahrzeugverkehrs. Besondere Probleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft ärmerer Wohngebiete und der Industrie. Die Luftverschmutzung und die Zersiedlung historisch bedeutender Areale zerstören viele Kulturdenkmäler Kalkuttas.

Stadtgliederung

Die Stadt Kalkutta (Kolkata Municipal Corporation) gliedert sich in 15 Stadtbezirke (Boroughs I bis XV) und diese in 141 Stadtteile (Wards). Die städtische Agglomeration erstreckt sich über folgende Bereiche:

  • Old Kolkata:
    • Sutanuti - Chitpur, Baghbazar, Sobhabazar, Hatkhola
    • Kolkata - Dharmatala, Bowbazar, Simla, Janbazar
    • Gobindapur - Hastings, Maidan, Bhowanipur
  • New Kolkata:
    • North - Sinthi, Cossipore, Gughudanga
    • South - Tollygunge, Khidderpore, Behala
    • East - Salt Lake, Beliaghata, Topsia
    • West - Hooghly river
  • Greater Kolkata:
    • East - Kalyani bis Budge Budge
    • West - Baruipur bis Bansberia

Klima

In der kurzen Winterzeit herrscht das angenehmste Klima, wenn die tägliche Höchsttemperatur bei 27 Grad Celsius liegt und die Märkte mit Blumen und Gemüse beladen sind. Kurz vor Beginn der Monsunzeit lastet die Hitze bedrückend auf der Stadt.

Die einsetzenden Regenfälle bescheren Ende Juni die ersehnte Linderung, doch die heftigen Fluten verwandeln gleichzeitig die Straßen in Morast. 1978 starben bei Überschwemmungen durch heftige Monsunregenfälle in Kalkutta 15.000 Menschen. Am 27. September 1978 wurde mit 380 Millimeter die höchste Niederschlagsmenge der Geschichte an einem Tag gemessen. Oktober und November sind nach einer kurzen Hitzeperiode nach dem Monsun recht angenehme Monate. Durga Puja, das größte Fest der Stadt, wird dann gefeiert.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 26,9 Grad Celsius, die Jahresniederschlagsmenge beträgt im Mittel 1.614 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Mai mit durchschnittlich 30,8 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 20,1 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juli mit durchschnittlich 385 Millimeter, der wenigste im Dezember mit 13 Millimeter im Mittel.

Die Stadt ist auch durch immer wieder auftretende Zyklone gefährdet. Die Stürme brauen sich vor allem in den Sommermonaten über dem Indischen Ozean nördlich des Äquators zusammen und driften dann nach Norden in Richtung Indien. Die Hauptgefahr geht in den Küstenregionen von den mitunter mehr als zehn Meter hohen Flutwellen aus, die heftige Zyklone vor sich herschieben. Einer der schwersten Stürme forderte am 7. Oktober 1737 an der Mündung des Hugli rund 300.000 Todesopfer.

Textquelle: Seite „Kalkutta“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Januar 2011, 09:02 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 8. Januar 2011, 22:35 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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