Stadt

Kalkutta (Kolkata)

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Überblick

Kalkutta ist das Zentrum der indischen Intellektuellen und der künstlerischen Avantgarde. Der Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1913 Rabindranath Thakur (1861–1941) wirkte hier, ebenso Mutter Teresa (1910–1997), die im Westen wohl berühmteste Bürgerin der Stadt. Sie erhielt 1979 für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis. Auch der indische Physiker Satyendranath Bose hat hier gelebt.

Die indische Nationalbibliothek, Museen und eine vitale Theater-, Musik- und Filmszene (Kolkata Film Festival) sind weitere Beispiele für den Stellenwert von Kunst und Kultur in der Stadt. Es gibt mehrere Universitäten, an denen intensiv geforscht wird. Viele farbenfrohe Feste und ein reges religiöses Leben sind für Kalkutta mit seinem bedeutenden Kali-Tempel Kalighat signifikant.

Theater und Film

Kalkuttas Kunstszene ist berühmt für ihre lebendige Theaterkultur. Bei mehreren nichtreligiösen Jahresfesten werden Musik, Tanz und Theater aufgeführt, beispielsweise anlässlich von Ganga Utsav, das ab Ende Januar für einige Wochen am Diamond Harbour stattfindet.

In Kalkuttas Theater- und Konzerthalle Rabindra Sadan wird gehobene Kultur geboten, Nandan in der benachbarten AJC Bose Road ist das führende Kino der Stadt. Das von dem berühmten Filmemacher Kalkuttas, Satyajit Ray, gegründete Filmzentrum Nadan beherbergt ein Archiv, eine Bibliothek und einen Vorführraum.

Museen

Das 1814 gegründete Indische Museum (Indian Museum), an der Kreuzung Chowringhee Road und Sudder Street gelegen, ist das älteste und größte des Landes. Das gegenwärtige, um einen zentralen Hof angelegte Gebäude mit hohen Decken wurde 1878 eröffnet und stellt als eines der größten Museen Asiens vielfältige Exponate aus – von Skulpturen bis hin zu naturgeschichtlichen Objekten.

Zu sehen sind eine Sammlung von Stein- und Metallskulpturen, in deren Mittelpunkt ein großartiges Löwenkapitell aus Sandstein aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. steht. Eine Abteilung stellt Überreste des buddhistischen Stupas aus Bharhut in Madhya Pradesh aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. aus. Zu den weiteren Exponaten gehören Steinskulpturen aus Khajuraho sowie Bilder der Company School, einer Gruppe indischer Künstler des 19. Jahrhunderts, die mit westlichen Techniken und Themen für europäische Mäzene tätig waren.

Die Calcutta Gallery am südlichen Ende des Maidan ist der indischen Bevölkerung Kalkuttas und dem Unabhängigkeitskampf gewidmet. Die abendliche Sound and Light Show stellt dasselbe Thema dar. Das kleine Ashutosh-Museum der Indischen Geschichte im Centenary Building in der College Street besitzt eine Sammlung mit bengalischer Kunst, kunsthandwerklichen Exponaten, Stoffen und seltenen buddhistischen Manuskripten und Statuen.

Unmittelbar nördlich der St. Paul's Cathedral lädt das Birla Planetarium, das größte Asiens und eines der größten der Welt, zu mehreren Vorführungen täglich ein. Südlich der Kathedrale präsentiert die Academy of Fine Arts in der Cathedral Road zeitgenössische bengalische Kunst. Neben Wanderausstellungen bietet sie Dauerausstellungen zu Werken von Künstlern wie Jamini Roy und Rabindranath Thakur. Ein Café und Grünanlagen tragen zum Ambiente bei. Der große Vortragssaal Rabinda Sadan hat regelmäßig klassische Musik auf dem Programm.

Bauwerke

BBD Bag

Das wirtschaftliche und administrative Zentrum Kalkuttas ist BBD Bag (anglisiert auch: BBD Bagh), das Einheimische noch immer Dalhousie Square nennen. Der neue offizielle Name erinnert an drei Revolutionäre, Benoy Basu, Badal Gupta und Dinesh Gupta, die am 8. Dezember 1930 den Generalinspektor für die Gefängnisse (Inspector General of Prisons), Colonel N. S. Simpson, auf dem Balkon des Writers’ Building erschossen. Der frühere Name Dalhousie Square bezieht sich auf den Generalgouverneur von Britisch-Indien, Lord Dalhousie. Er regierte von 1847 bis 1856. Im Zentrum des Platzes befindet sich das große Wasserbecken Lal Dighi.

Das 1868 an der Stelle des einstigen Fort William errichtete Hauptpostamt (General Post Office) im Westen des Platzes verbirgt angeblich hinter seinen Mauern das berüchtigte Black Hole of Calcutta. In einer heißen Juninacht des Jahres 1756 pferchten Schergen von Sultan Siraj-ud-Daula 146 englische Gefangene in eine kleine Kammer, die nur durch winzige Fensterschlitze belüftet wurde. Am nächsten Morgen waren die meisten erstickt. Die Wachen hatten die sich abzeichnende Tragödie nicht erkannt, und Siraj-ud-Daula war bestürzt, als ihn die Nachricht erreichte. Als Robert Clive die Macht über Kalkutta zurückgewann, ließ er das 1756 durch Siraj-ud-Daula zerstörte Fort an der heutigen Stelle auf dem Maidan wieder aufbauen.

Nördlich des Platzes wurde 1780 das Writers’ Building errichtet, das heute Amtssitz der westbengalischen Regierung ist. Im ursprünglichen Gebäude waren die Beamten (writers) der Britischen Ostindien-Kompanie untergebracht. Ein Symbol von Kalkuttas schottischer Tradition ist die graue Spitze der St Andrew’s Kirk, die sich nordöstlich des BBD Bag erhebt. Die schottische Kirche wurde 1818 trotz des starken Widerstands von Seiten der Anglikanischen Gemeinschaft errichtet.

Weiter östlich steht in der ältesten Straße der Stadt – der früheren Mission Row und heutigen R. N. Mukherjee Road – die 1770 von dem schwedischen Missionar Jahann Kiernander gegründete Alte Missionskirche. Die St John’s Church südlich des Hauptpostamtes geht auf das Jahr 1787 zurück. Im Inneren hängt neben Gedenktafeln an britische Einwohner und den ersten Bischof von Kalkutta, Bischof Middleton, ein Abendmahl-Gemälde von Johann Zoffany, auf dem prominente Bürger der Stadt als Apostel dargestellt sind. Auf dem ältesten Friedhof der Stadt befindet sich auch das Grab von Job Charnock, dem Gründer der britischen Handelsniederlassung in Kalkutta.

Das Gebiet südlich des Platzes wird vom Government House dominiert. Das Gebäude überschaut den Norden des Maidan und die Prachtstraße Red Road, die einst als Fluglandebahn fungierte und heute die einzige Hauptverkehrsstraße der Stadt ohne Schlaglöcher darstellt. Bis 1911 diente das Gebäude den britischen Generalgouverneuren und Vizekönigen als Residenz, heute ist es unter dem Namen Raj Bhavan die offizielle Adresse des Gouverneurs von Bengalen. Bei seinem Bau Ende des 18. Jahrhunderts sollte ein Palast nach dem Vorbild des Herrenhauses Kedleston Hall im englischen Derbyshire entstehen. Das durch einen hohen Eisenzaun vom Rest der Stadt abgeriegelte Haus kann durch vier prachtvolle Tore betreten werden. Neben dem einstigen Thronraum Georgs V. (1865–1936) und einem imposanten Ballsaal mit Kronleuchtern ist auch Kalkuttas erster Aufzug zu bewundern, der noch heute funktioniert. Zu den über das Grundstück verteilten Trophäen gehören eine bronzene Kanone auf einem geflügelten Drachen, die während der Opiumkriege in Nanjing (China) erobert wurde, sowie Messingkanonen aus den Afghanistan-Feldzügen.

Fort William

Zu den Toren von Fort William führt vom Ende der Park Street eine Straße westlich durch die Parkanlage des Maidan. Nur bestimmte Bereiche des Fort William sind zu speziellen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich, da das Fort als Militärhauptquartier des Eastern Command dient.

Die Festung wurde an der Stelle des alten Dorfes Gobindapur nach der britischen Niederlage von 1756 in Auftrag gegeben, 1781 fertiggestellt und nach König William III. (1650–1702) benannt. Das verzerrte Achteck mit einem Durchmesser von rund 500 Metern hat massive, niedrige Wehrmauern und sechs Tore. Seine Anlage sollte die gesamte europäische Gemeinde der Stadt im Falle eines Angriffs aufnehmen können, musste aber nie verteidigt werden.

Victoria Memorial

Der Stolz von Kalkutta ist das am südlichen Ende des Maidan gelegene auffällige Victoria Memorial aus weißem Marmor mit seinen formal gestalteten Gärten und Wasserläufen. Während andere Kolonialbauten und Statuen umbenannt wurden, sind Versuche, das Victoria Memorial umzubenennen, bisher gescheitert. Die Popularität der Königin Victoria (1819–1901) (nach ihr ist das Denkmal benannt) scheint ungebrochen.

Das außergewöhnliche Gebäude mit neuromanischen Statuen über dem Eingang, mogulischen Eckkuppeln und eleganten hohen Kolonnaden an den Seiten wurde von dem britischen Außenminister Lord George Nathaniel Curzon (1859–1925) geplant, um dem Empire zur Zeit seiner höchsten Blüte ein Denkmal zu setzen. Entworfen wurde es von Sir William Emerson (1843–1924), fertiggestellt im Jahre 1921.

St. Paul’s Cathedral

Die nahe dem Victoria Memorial gelegene St. Paul’s Cathedral wurde 1847 unter Major W. N. Forbes errichtet. Das Eisenträgerdach mit den Maßen 75 mal 24 Meter war damals das weltweit längste seiner Art. Für eine bessere Belüftung erstrecken sich die Spitzbogenfenster bis auf Fußleistenniveau, und an den Decken hängen große Ventilatoren.

Unter vielen gut erhaltenen Erinnerungsstücken und Gedenktafeln an verstorbene Imperialisten ragt das Buntglasfenster heraus, das Sir Edward Burne-Jones (1833–1898) im Jahre 1880 zu Ehren des britischen Generalgouverneurs Lord Mayo (1822–1872) entwarf. Die ursprüngliche Kirchturmspitze wurde 1897 durch ein Erdbeben zerstört, nach einem weiteren Erdbeben im Jahre 1934 wurde sie dem Bell Harry Tower der Kathedrale von Canterbury nachgestaltet.

Marble Palace

Nördlich der MG Road an der Muktaram Babu Street, einer Seitenstraße der Chittaranjan Avenue, präsentiert der Marble Palace (Marmorpalast) seine Kostbarkeiten. Das imposante Herrenhaus mit Säulen wurde 1835 von Raja Rajendro Mullick Bahadur, einem reichen zamindar (Landbesitzer) errichtet. Es zeugt von den vielfältigen Einflüssen, denen seine Epoche ausgesetzt war. Die Nachfahren des Raja bewohnen noch heute den Palast, dessen Name sich auf die reich verzierten Marmorzimmer zurückführen lässt.

Sie sind mit Statuen, europäischen Antiquitäten, belgischem Glas, Kronleuchtern, Spiegeln und Ming-Vasen ausgestattet. Zu den Gemälden gehören Werke von Peter Paul Rubens, Tizian, Joshua Reynolds und Thomas Gainsborough. Erwähnung verdienen auch ein Bild von Ravi Varna – ein Porträt einer Frau, deren Augen dem Betrachter überallhin folgen – sowie eine Darstellung von fünf galoppierenden Pferden, die ihre Richtung zu verändern scheinen, während man an ihnen vorbeigeht.

Kalighat

Kalkuttas wichtigster Tempel Kalighat (fünf Kilometer südlich der Park Street) steht im Zentrum eines dicht bewohnten Viertels. Der schlichte, typisch bengalische Tempel mit der gebogenen Dachform wurde 1809 aus Ziegeln und Mörtel errichtet und ist der schwarzen Göttin Kali, einer Shakti-Form, geweiht. Der Legende zufolge geriet Shiva nach dem Tod seiner Frau Sati in Raserei und begann mit ihrem toten Leib zu tanzen, so dass die gesamte Welt erbebte.

Die Götter versuchten ihn auf unterschiedliche Art zu bändigen, bis schließlich Vishnu seinen Sonnendiskus schleuderte und den toten Körper in 51 Teile zerstückelte. Jeder Ort, an dem eines dieser Teile zu Boden fiel, wurde zu pitha, einer Pilgerstätte für Anbeter des weiblichen Prinzips der Göttlichkeit – Shakti. Der Tempel Kalighat kennzeichnet den Ort, an dem ihr kleiner Zeh zu Boden fiel.

Rabindra Setu

Eines der berühmtesten Markenzeichen Kalkuttas ist die Haora-Brücke (Howrah Bridge), die die Stadt mit der am westlichen Ufer des Hugli gelegenen Zwillingsstadt Haora verbindet. Sie ist eine 82 Meter hohe und 656 Meter lange Fachwerkbrücke, die den Fluss in einer einzigen Spanne von 457,5 Metern überwindet und damit eine der längsten Auslegerbrücken der Welt.

Ihr offizieller Name lautet Rabindra Setu. Sie wurde 1943 während des Zweiten Weltkrieges gebaut, um den alliierten Truppen Zugang zur Front in Birma, dem heutigen Myanmar, zu verschaffen und ersetzte eine ältere Pontonbrücke.

Die Haora-Brücke gilt als die verkehrsreichste Brücke der Welt, denn sie wird täglich von Millionen Pendlern benutzt; etwa 60.000 Fahrzeuge überqueren sie täglich.

Parks

Das Herzstück der Stadt bildet der „Maidan Park“, der Stadtbewohner aller Schichten zu Ausstellungen und politischen Versammlungen, Sport und Müßiggang anzieht. Der „Maidan“ ist eine der größten städtischen Parkanlagen der Welt. Der Ursprung des Parks geht auf das Jahr 1758 zurück, als das heute eher unauffällige Fort William in Flussnähe gebaut wurde und der britische Offizier, Lord Robert Clive (1725–1774), Waldgebiete roden ließ, um freie Schusslinie für seine Geschütze zu schaffen.

Heute treiben die Einwohner dort Frühsport, Reiter galoppieren über die alten Wege und Schäfer bringen ihre Herden zum Grasen. Freizeitsportler finden sich am Nachmittag zu spontanen Fußball- und Cricketspielen oder zu Kabadi-Wettbewerben zusammen. Jedes Jahr im Januar findet hier die Kolkata Book Fair, die größte Buchmesse des Landes, statt.

Der „Botanische Garten“ in Shibpur liegt zehn Kilometer südlich des Bahnhofs in Haora am Westufer des Hugli. Erst nach Öffnung der zweiten Hugli-Brücke (Planung und Bauleitung: Schlaich Bergermann und Partner) haben die Stadtbürger die 109 Hektar-Anlage wiederentdeckt, die 1786 zur Entwicklung indischer Teesorten erschlossen wurde. Der Garten ist die Heimat von zahllosen Vogelarten, zu denen Watvögel, Kraniche und Störche gehören. Berühmteste Sehenswürdigkeit ist der weltweit größte Banyanbaum, der 24,5 Meter hoch ist und einen Umfang von 420 Meter aufweist.

Er entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und hat die Zyklone von 1864 und 1867 überlebt, denen jedoch sein Hauptstamm zum Opfer fiel. Seine 1825 Luftwurzeln fallen vom oberen Gezweig Richtung Boden hinab und vermitteln den Eindruck eines kleinen Waldes. An anderer Stelle säumen Palmen kleine Seen und Teiche mit Fußgängerbrücken. Sehenswert sind auch das Palmenhaus, das Orchideenhaus, das Herbarium und die Farnhäuser.

Nicht weit von der Rennbahn in Alipur (anglisierend auch Alipore) entfernt und gegenüber dem luxuriösen Taj Bengal Hotel gelegen, besitzt der Zoo so seltene Geschöpfe wie Tigon (Kreuzung aus Tiger und Löwe), Litigon (Kreuzung aus Löwe und Tigon) oder Litatitigon. Der Tiergarten hat außerdem weiße Tiger aus Rewa, ein Reptilienhaus, ein Aquarium, einen Kinderzoo und mehrere Restaurants.

Sport

Kalkutta ist die indische Fußballmetropole und beherbergt mehrere Erstliga-Vereine der National Football League. Besonders die beiden großen Vereine Mohun Bagan Athletic Club und der East Bengal Club prägen seit den 1930er Jahren den indischen Fußball. Beide Vereine spielen zusammen mit dem Mohammedan Sporting Club im Yuba Bharati Krirangan (auch Salt Lake Stadium), einem Fußballstadion für 120.000 Zuschauer im Stadtteil Bidhan Nagar (auch Salt Lake City).

Darüber hinaus ist Kalkutta auch ein Zentrum des Pferderennsports: die im Royal Calcutta Turf Club (RCTC) entwickelte Calcutta Auction ist eine spezielle Form der Sportwette, die sich in den Ländern des früheren Britischen Empires und den USA großer Beliebtheit erfreut. In den Eden Gardens steht das 100.000 Zuschauer fassende Ranji Stadium, ein weltberühmter Cricketplatz. Hier kommt es gelegentlich zu Ausschreitungen von Zuschauern.

Regelmäßige Veranstaltungen

Kalkuttas Musikpublikum gilt landesweit als besonders kritisch. Die meisten Konzerte finden im Winter und Frühjahr statt. Viele von Indiens besten Musikern treten Ende Januar/Anfang Februar im Rahmen des einwöchigen Dover Lane Music Festival auf, das in einem großen Zelt in Kalkuttas Süden veranstaltet wird. Andere bedeutende kulturelle Treffpunkte bei ein- und mehrtägigen Musikveranstaltungen sind Rabinda Sadan, AJC Bose Road/Cathedral Road, sowie Kala Bhavan, Theatre Road.

Im Oktober findet das größte Fest statt, das die gesamte Stadt in ihren Bann zieht, Durga Puja, das Hauptfest zu Ehren der Göttin Durga (ein anderer Aspekt der Kali). In allen Höfen, Straßen und Gebäuden werden Statuen aufgestellt, in denen fünf Tage lang mit großem Pomp die Göttin verehrt wird. Anschließend feiern die Menschen in der ganzen Stadt mit Musik, Tanz und anderen kulturellen Veranstaltungen. Der Verkehr kommt teilweise zum Erliegen.

Im November findet das siebentägige Kolkata Film Festival statt. Es zieht um die 100.000 Zuschauer an und hat keinen internationalen Wettbewerb. Seit 1995 wird das Festival jährlich veranstaltet. Allerdings gab es bereits 1952 ein internationales Filmfestival in Kalkutta, das auf die Gründung einer Film Society im Jahre 1947 zurückgeht. Die Stadt war 1907 auch die erste Indiens, in der ein fest stehendes Kino errichtet wurde. Seit jeher ist Kalkutta auch eines der Zentren der indischen Filmindustrie, insbesondere für Filme in bengalischer Sprache.

Gastronomie

Die traditionelle bengalische Küche ist, obwohl Kalkutta Bewohner gerne auswärts essen, auf den heimischen Herd beschränkt. Beliebt sind die authentischen chinesischen und muslimischen Restaurants sowie die tibetischen Cafés. Das westliche Ende der Park Street ist das abwechslungsreichste Stadtgebiet für Bars und Restaurants.

Blue Fox und Moulin Rouge sind klingende Namen, die an die 1960er und 1970er Jahre erinnern, als die Straße ein kleines, jedoch sehr lebendiges Zentrum für Jazz, Pop und Kabarett war. Einige Bars und Restaurants bieten noch heute Live-Musik. Die westlichen Touristen, die in kleinen Hotels in der Umgebung der Sudder Street wohnen, werden von den dortigen Küchen und Cafés versorgt.

Besonders in New Market und Sudder Street verkaufen die zahlreichen Straßenhändler den beliebten Chai (schwarzer Tee), bei denen würziges indisches Frühstück und starker süßer Tee vormittags nur einen Bruchteil der Restaurantpreise kosten. Hinter New Market servieren mehrere muslimische Restaurants überwiegend Fleischgerichte, doch es sind auch Samosa (Teigtaschen) erhältlich.

Handel

Im Gegensatz zu Delhi ist Kalkutta nicht auf den Tourismus fixiert - was mit wenigen Ausnahmen deutlichen Niederschlag in den Geschäften findet. Es gibt dennoch viele bunte Märkte, von denen vor allem der ausgedehnte New Market und lokale Institutionen wie der Gariahat im Süden in Baliganj (anglisierend auch Ballygunge) und Barabazaar im Norden Erwähnung verdienen.

Moderne Einkaufszentren für Bücher, Kleidung, Lederwaren und Schmuck sind über die gesamte Stadt verteilt. Zu ihnen gehören Emami Shoppers City, Lord Sinha Road, das Metro Shopping Centre in 1 Ho Chi Minh Sarani und Shree Ram Arcade gegenüber Lighthouse in der Nähe des New Market. Staatliche Emporien (Kaufhäuser), von denen viele im großen Einkaufskomplex Dakshinapan südlich der Dhakuria-Brücke nahe Gol Park ansässig sind, führen eine gute Auswahl an kunsthandwerklichen Artikeln.

Zum typisch bengalischen Kunsthandwerk gehören Metallarbeiten (dokra) aus dem Gebiet um Shantiniketan im Nordwesten der Stadt - im Wachsausschmelzverfahren hergestellte Objekte wie beispielsweise Tiergestalten, Vögel oder Terrakotta-Pferde aller Größen aus Bankura. Kantha-Stoffe tragen ein feines lineares Stickmuster mit dekorativen Formen, während bengalische Lederwaren eher schlichte Muster und dezente Farben aufweisen.

Textquelle: Seite „Kalkutta“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Januar 2011, 09:02 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 8. Januar 2011, 22:35 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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