Pablo Picasso

Pablo Picasso

*25.10.1881 — †08.04.1973

Portrait

Pablo Picasso (* 25. Oktober 1881 in Málaga; † 8. April 1973 in Mougins, Frankreich; eigentlich Pablo Diego José Santiago Francisco de Paula Juan Nepomuceno Crispín Crispiniano de los Remedios Cipriano de la Santisima Trinidad Ruiz Blasco y Picasso Lopez) war ein spanischer Maler, Graphiker und Bildhauer und gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein beachtliches Gesamtwerk von mehr als 15.000 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken zeigte stil- und schulbildende Wirkung auf die moderne Kunst. Zusammen mit Georges Braque begründete er den Kubismus.

Biografie

Pablo war das erste Kind von Don José Ruiz Blasco und Dona Maria Picasso López. Der Vater war Maler und Zeichenlehrer an der örtlichen Kunstgewerbeschule. Aus Picassos erster Ehe mit der russischen Tänzerin Olga Koklowa (Heirat 1918, Trennung 1935) ging Sohn Paolo (* 1921) hervor. Picasso hatte drei weitere, uneheliche Kinder: aus der Beziehung mit Marie-Thérèse Walter (welche von 1927 bis 1937 dauerte) die Tochter Maya (* 1935), mit Françoise Gilot (Beziehung von 1943 bis 1953) den Sohn Claude (* 1947) und die Tochter Paloma (* 1949). Kinderlos blieb die Beziehung zur Fotografin und Malerin Dora Maar (1936 bis 1943) und Picassos zweite Ehe mit Jacqueline Roque (1961 bis zu seinem Tod).

Werk

Umfangreiche Werkgruppen sind in Deutschland im Museum Ludwig in Köln und in der Sammlung Berggruen in Berlin ausgestellt. Sein graphisches Werk ist nahezu komplett im Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster zu sehen.

Frühe Schaffensperiode

Bereits in früher Jugend trat die künstlerische Begabung Picassos zutage. So begann er bereits im Alter von sieben Jahren unter Anleitung seines Vaters Jose Ruiz Blasco zu malen. Mit 15 Jahren schaffte er mühelos die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule in Barcelona. Nur ein Jahr später verließ er sie wieder, um an der angesehenen Akademie der Hauptstadt Madrid zu studieren. Dort besuchte Picasso die Museen, vor allem den Prado, und die Künstlerlokale. Schon während dieser Zeit hatte er erste erfolgreiche Ausstellungen.

Blaue Periode (ca. 1901–1905)

1901 besuchte der aufstrebende Künstler mehrfach die Kunstmetropole Paris. Dort lernte er die Arbeiten der Impressionisten Cézanne, Degas und Toulouse-Lautrec kennen, die ihn sehr beeindruckten und ihn selbst zu Bildern von Außenseitern der Gesellschaft wie Bettlern, Obdachlosen und einsamen Menschen inspirierten. 1901 zeigte der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard erstmals Picassos Werke in einer Ausstellung. Seine Darstellung reduzierte er sowohl in Farbe als auch in der Formgebung auf ein Minimum. In dieser Schaffensphase zeigte sich am deutlichsten der Einfluss des Expressionismus. Da die zwischen 1901 und 1904 entstandenen Bilder in kühlen bläulich-grünlichen Tönen gehalten sind, nennt man diese melancholische Schaffensphase die „Blaue Periode“. In der Blauen Periode entwickelte Picasso erstmals seinen eigenen Stil. Schwermütige Figurenbilder in verschiedenen Blautönen sind kennzeichnend für diese Phase. Die Bilder sind geprägt von tiefer Traurigkeit. Mit ihrer Hilfe verarbeitete er sowohl seine Einsamkeit in der Fremde als auch den Tod eines guten Freundes. Das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagemas ist das erste Bild der Blauen Schaffensphase. Es soll das Ende einer Freundschaft und den Beginn einer neuen Schaffensphase zeigen.

Rosa Periode (ca. 1905–1907)

Ab 1905 begannen rosa Töne in Picassos Werken vorzuherrschen. Picasso zelebrierte geradezu Schönheit. Im Vergleich zur Blauen Periode gab es nur noch wenig Melancholie in seinen Werken, das Blau wich in den Hintergrund. Besonders Gaukler, Seiltänzer und Harlekins (traurige Spaßmacher), in kontrapostischer Körperhaltung und klassischer Schönheit, zählten zu seinen Bildmotiven. Der „süße Schmerz“ ist immer wieder ein Ausdruck in seinen Bildern. Zu den wichtigsten Werken aus dieser Zeit zählen „Frau mit Krähe“ (1904) und „Gauklerfamilie“.

Kubismus (ca. 1907-1920)

Die kubistische (abgeleitet vom lateinischen cubus für Würfel) Periode Picassos lässt sich in zwei Phasen einteilen: den analytischen (1907-1912) und synthetischen (1912-1920) Kubismus.

>> Picasso begründet mit Braque den Kubismus

>> Picasso und der Kubismus (Website des Museum Ludwig)

Analytischer Kubismus

Der analytische Kubismus ist die kubistische Malweise im engeren Sinne, die Picasso gemeinsam mit seinem Freund Georges Braque entwickelte. Er beschäftigt sich mit Formfragen; im Zentrum steht das Problem, wie sich die Dinge auf organisierte einfache geometrische Formen zurückführen lassen. Im Grunde ist kubistische Kunst ein Zerlegungsprozess. Zur Darstellung der Motive wird keineswegs nur der Würfel benutzt, sondern auch andere geometrische Formen wie Kugel, Kegel und Zylinder. Eine charakteristische Abkehr von der traditionellen Perspektive ist ferner die Simultanansicht, das heißt, ein Objekt wird so dargestellt, als sähe man es von allen Seiten gleichzeitig. Dieser Impuls entspringt auch der Erfahrung des gemeinsamen Malens von Picasso und Braque vor der Natur, da sie beobachteten, dass der Lichteinfall – zum Beispiel bei einer Hausecke – je nach Tageszeit verschieden war. Sie malten diese unterschiedlichen Ansichten in einem Bild, so dass sie simultan dargestellt wurden und die „kristalline“ Struktur entstand. Anregung war für Picasso und Braque sowohl ihre Auseinandersetzung mit der Kunst der Naturvölker, vor allem der afrikanischen, als auch traditionelle iberische Kunst bis hin zu Werken Cézannes. Bevorzugte Motive waren Stillleben, insbesondere mit Musikinstrumenten, aber auch Menschen. Besondere Bedeutung in Picassos Werk kommt dem Gemälde Les demoiselle d´Avignon (1907) zu, markiert es doch den Übergang von der Rosa Periode (die sich noch in der Farbgebung widerspiegelt) zum Kubismus (der die Formgebung der dargestellten Frauen bestimmt).

Synthetischer Kubismus

Zerlegte Picasso im analytischen Kubismus noch Motive in einzelne geometrische Objekte, so setzte er sie im synthetischen Kubismus aus einzelnen Objekten wieder zusammen. Dazu bezog er Materialien (sogenannte objets trouvés) wie Sand, Zeitungsausschnitte oder Holz in seine Werke mit ein. Dadurch verloren sie ihre eigentlich Funktion und wurden in seinen Bildern zu Dekorationselementen. Zusammen mit grafischen Elementen (Linien und Schraffuren, zum Beispiel mit Kohle) gingen sie nun eine Synthese ein, daher der Name dieser Schaffensperiode. Zunehmend – besonders durch den Einsatz von Materialien – wurde seine Bilder plastischer und ragten von den Leinwänden hervor. Mit dem synthetischen Kubismus schuf Picasso nicht nur eine neue Kunstrichtung, sondern entdeckte auch neue Gestaltungsmöglichkeiten, beispielsweise die Collage.

Textquelle: Artikel Pablo Picasso. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. November 2006, 15:09 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 7. November 2006, 23:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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