Pablo Picasso

Pablo Picasso

*25.10.1881 — †08.04.1973

Die späteren Jahre

Nach sechs Jahren innerer Emigration und Isolation in Paris während des Zweiten Weltkriegs besuchte Picasso ab 1945 häufiger südfranzösische Orte wie Antibes und Nizza. Dort besuchte er Henri Matisse, dessen Malweise deutliche Einflüsse in Picassos Spätwerk hinterließ. Beide Künstler blieben über viele Jahre in loser Verbindung, wobei Matisse der einzige lebende Künstler war, den Picasso als ebenbürtig ansah und respektierte. Seine Begleiterin in diesen Jahren war die Malerin Françoise Gilot, die er 1943 in Paris kennengelernt hatte. Die Beziehung dauerte bis 1953. Sohn Claude wurde im Jahr 1947 geboren und die Tochter Paloma 1949.

Vallauris und Antibes

Die mediterrane Umgebung seiner Jugendzeit zog Picasso wieder in seinen Bann, denn ab dem Frühling 1948 wohnten er und Françoise Gilot nach Aufenthalten in Golfe-Juan in der Villa „La Galloise“ in Vallauris, einem Ort mit traditionellen Töpfereien, wo er sich schon im Jahr zuvor aufgehalten hatte. Dort experimentierte er unter Anleitung örtlicher Töpfer in der Manufaktur Madoura mit Ton und Glasuren, sprengte den traditionellen Produktrahmen und verhalf dem Ort zu überregionaler und später zu internationaler Bekanntheit. Von Picassos Gestaltungsideen profitierte Vallauris noch lange Jahre nach seinem Tod. 1948 besuchte er Krakau und Auschwitz.

Trotz des Eintritts in die Kommunistische Partei behielt Picasso eine unabhängige Einstellung. Das Gemälde Massaker in Korea, das 1951 entstand, verärgerte die Amerikaner, sein Porträt Stalins von 1953 die Kommunisten, denn in der Sowjetunion galt seine Malweise offiziell als dekadent. Picasso engagierte sich allerdings, wann immer man ihn darum bat, für den Frieden. Im Jahr 1949 entwarf er ein Plakat mit einer Taube für den Pariser Weltfriedenskongress; die Taube wurde in der Folge weltweit ein Symbol für den Frieden. 1952 entstanden zwei große Wandgemälde, Der Krieg und Der Frieden, für den „Friedenstempel“ in Vallauris.

Jacqueline Roque, eine Keramikverkäuferin bei Madoura in Vallauris, war Picassos neue Lebensgefährin ab 1953, nachdem ihn Françoise Gilot verlassen hatte. Er schuf zahlreiche Porträts von ihr wie beispielsweise 1954 Bildnis Madame Z. (Jaqueline Roque) und 1956 Jacqueline im Atelier. 1955 kaufte er die Villa „La Californie“ über Antibes. Seine Hinwendung zu klassischen Interpretationen von Meisterwerken zeigten Werke wie Frauen von Algier von Eugène Delacroix 1955, Diego Velazquez’ Las Meninas 1957 oder Édouard Manets Frühstück im Freien 1961. Bereits 1946 hatte eine Ausstellung im Louvre seine Bilder denen klassischer Meister gegenübergestellt.

Erwerb von Schloss Vauvenargues

Da Picasso zunehmend von Touristen und Bewunderern belästigt wurde und in unmittelbarer Nähe von „La Californie“ Wohnhochhäuser gebaut wurden, die ihm sowohl den Ausblick auf die Landschaft versperrten als auch Einblick auf sein Grundstück ermöglichten, entschloss er sich 1958, das Schloss Vauvenargues bei Aix-en-Provence, mit Blick auf Paul Cézannes Lieblingsmotiv, das Gebirge Montagne Sainte-Victoire, zu erwerben und dorthin umzuziehen.

Picassos Stil reduzierte sich zunehmend auf das Linienbetonte, Skizzenhafte. Mit hoher Produktivität setzte er sich nicht nur mit der Malerei und Grafik wie Lithografie und Linolschnitt auseinander, sondern ab 1947 zudem mit der Bildhauerei und Keramik. Er malte wie besessen, wiederholte, variierte und zitierte seine Themen immer wieder.

Letzter Wohnort Mougins

Picasso hatte sich von seiner Frau Olga aus finanziellen Gründen nie scheiden lassen. Mehrere Jahre nach ihrem Tod heiratete er 1961 Jacqueline Roque und zog mit ihr nach Mougins, nördlich über den Hängen von Cannes. Die Ehe blieb kinderlos. Das Schloss Vauvenargues nutzte er als Lager für unzählige Bilder. 1963 wurde das Museu Picasso in Barcelona eröffnet, das später einen Großteil seines Nachlasses erhielt. Den Grundstock bildete die Schenkung von 574 Werken von Picassos Freund und Sekretär Sabartés. Anlässlich des Erscheinens der Erinnerungen von Françoise Gilot, Leben mit Picasso, im Jahr 1964, kam es zum Zerwürfnis mit seinen aus dieser Beziehung stammenden Kindern Claude und Paloma Picasso. Gilots Memoiren und Arianna Stassinopoulos Huffingtons Buch Picasso bildeten die Grundlage für die Verfilmung Mein Mann Picasso aus dem Jahr 1996 unter der Regie von James Ivory mit Anthony Hopkins als Picasso.

Im Jahr 1971 fand eine Retrospektive in Paris anlässlich Picassos 90. Geburtstags im Louvre statt, er war der erste Künstler, dem diese Auszeichnung bereits zu Lebzeiten gewährt wurde.

Am 8. April 1973 starb Picasso in seinem Haus in Mougins und wurde am 18. April im Garten seines Schlosses in Vauvenargues begraben. Picasso hatte kein Testament hinterlassen; seine Erben entrichteten die Erbschaftsteuer in Form von Kunstwerken Picassos und anderen Gemälden aus seiner Sammlung, wie beispielsweise Werke von Matisse und die Yadwigha von Rousseau. Sie bildeten den Grundstock der Kollektion des Musée Picasso in Paris. Im Jahr 2003 weihten Verwandte das Picasso gewidmete Museum in seiner Geburtsstadt Málaga ein, das Museo Picasso, und überließen ihm viele Ausstellungsstücke.

Textquelle: Seite „Pablo Picasso“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Januar 2010, 12:31 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 7. Januar 2010, 16:24 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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