Pablo Picasso

Pablo Picasso

*25.10.1881 — †08.04.1973

Erster Weltkrieg, Isolation in Paris

Picasso verbrachte die Zeit von Ende Juni bis Mitte November 1914 mit Eva Gouel in Avignon. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete Picassos Zusammenarbeit mit Braque, da dieser zur französischen Armee eingezogen wurde. Sein Kunsthändler Kahnweiler, der Deutscher war, musste Frankreich verlassen; Picasso, der als Spanier keinen Kriegsdienst leisten musste, blieb in Paris isoliert zurück.

Im Juli 1916 organisierte sein Freund André Salmon eine Ausstellung im „Salon d’Antin“, im Ausstellungsraum des Modeschöpfers Paul Poiret. Dort wurde Picassos Les Demoiselles d’Avignon zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt; das Gemälde erhielt erst zu diesem Zeitpunkt von Salmon diesen Namen.

Nach dem Tod von Eva Gouel, die 1915 an Tuberkulose starb, hatte Picasso eine Affäre mit Gabrielle Lespinasse, die er Gaby nannte. Sie wohnte am Montmartre nahe seinem Studio. Während eines Aufenthalts in Saint-Tropez im Jahr 1916 erklärte ihr Picasso seine Liebe, sie wies ihn jedoch ab und heiratete im folgenden Jahr den amerikanischen Künstler Herbert Lespinasse.

Auf einer Italienreise im Frühjahr 1917 wohnte Picasso in Rom den Proben des Ensembles Ballets Russes unter der Leitung von Sergei Djagilew zum Ballett „Parade“ von Jean Cocteau und Erik Satie bei und entwarf die Kostüme, Bühnenbilder und den aus der Reihe fallenden klassisch romantischen Bühnenvorhang. Der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg, ein Freund Picassos, der in Paris im Exil lebte, beschrieb die spektakuläre Premiere im Mai 1917 im Pariser Théâtre du Châtelet: „Die Musik gab sich modern, das Bühnenbild war halb kubistisch […] Die Parterregäste rannten zur Bühne und schrien markdurchdringend: ‚Vorhang!‘ […] Und als ein Pferd mit kubistischer Schnauze Zirkusnummer vorführte, verloren sie endgültig die Geduld: ‚Tod den Russen! Picasso ist ein Boche! Die Russen sind Boches!‘“ Picassos Freunde jedoch waren begeistert. Apollinaire beispielsweise betrachtete die erstmalige künstlerische Allianz zwischen Malerei und Tanz, Plastik und Darstellungskunst als Beginn einer umfassenden Kunst, als eine Art „sur-réalisme“. 

Während der Arbeiten zu „Parade“ lernte Picasso die Tänzerin Olga Stepanowna Chochlowa, Primaballerina des „Ballets Russes“, kennen, die er im Jahr 1918 heiratete. Nach der Heirat gab er sein Bohèmeleben auf und wurde zum „Malerfürsten“ mit eigenem Chauffeur und Hauspersonal. Aus der Ehe ging Sohn Paulo (1921–1975) hervor.

Textquelle: Seite „Pablo Picasso“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Januar 2010, 12:31 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 7. Januar 2010, 16:24 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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