Ramses II

Ramses II

*-1298 — †19.07.-1213

Portrait

Ramses II. (* um 1303 v. Chr.; † 27. Juni 1213 v. Chr.), auch der Große genannt, war der dritte altägyptische König (Pharao) aus der 19. Dynastie des Neuen Reichs. Er regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. und war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten.

Während seiner Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, wie sie nach ihm unter keinem Pharao mehr erreicht wurde. Durch sein diplomatisches Handeln gelang es ihm, einen fast fünfzigjährigen Frieden mit seinen Nachbarvölkern, darunter auch mit den Hethitern, zu halten.

Zur Person

Pharao Ramses II, Abu Simbel.
Hajor (CC|by-sa|1.0)

Pharao Ramses II, Abu Simbel.

Ramses war der Sohn von Sethos I. und dessen Große königliche Gemahlin Tuja. Er hatte wahrscheinlich zwei Geschwister: Einen Bruder, der Nebchasetnebet hieß und schon in jungen Jahren verstarb, sowie eine Schwester mit dem Namen Tia. Lange Zeit wurde auch Henutmire für eine Tochter von Sethos I. und damit eine Schwester von Ramses II. gehalten. Sie war aber tatsächlich die zur großen königlichen Gemahlin erhobene Tochter von Ramses II. Nach Aussagen von Wissenschaftlern war er hellhäutig, etwa 175 cm groß und hatte rote Haare.

Von seinen drei Großen königlichen Gemahlinnen Nefertari, Isisnofret und Maathorneferure hatte er möglicherweise mehr als fünfzehn Kinder. In der Zuordnung sind sich die Ägyptologen nur bei den folgenden sicher:

  • Nefertari gebar mehrere Söhne, den Erstgeborenen und Kronprinzen Amunherchepeschef, Paraherwenemef, Sethherchepeschef, Seti und Merire, sowie die Töchter Meritamun (weitere Große königliche Gemahlin) und Henuttaui.
  • Isisnofret brachte die Töchter Bintanat (weitere Große königliche Gemahlin), Nebettaui (weitere Große königliche Gemahlin) und Isisnofret sowie die Söhne Ramses, Chaemwaset und Merenptah, den Nachfolger Ramses II., zur Welt.
  • In der Mitte seiner Regierungszeit, um das 34. Regierungsjahr, heiratete Ramses die hethitische Prinzessin Sauskanu, die den ägyptischen Namen Maat-Hor-Neferu-Re erhielt und ihm die Tochter Neferure schenkte.

Von Ramses II. sind als Nachkommen 40 Töchter und 45 Söhne bekannt. Designierte Nachfolger sind der Reihe nach Amunherchepeschef, Sethherchepeschef (Söhne der Nefertari), Ramses (1. Sohn der Isisnofret) und Chaemwaset (2. Sohn der Isisnofret). Sein wirklicher Nachfolger wurde dann Merenptah, der 13. Sohn (von Isisnofret).

Während seiner letzten 20 Lebensjahre litt er an einer Versteifung der Wirbelsäule, die auch mit öfter auftretenden Entzündungen einherging. Aus diesem Grund konnte er im Alter nur noch tief gebückt und vermutlich an einem Stock gehen. Bei seinem Tod war er rund 85 bis 90 Jahre alt.

Die Kindheit

Das erste große Ereignis im jungen Leben des Ramses dürfte die Thronbesteigung seines Großvaters Ramses I. gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt war Ramses etwa fünf Jahre alt. Da seinem Großvater bis zu seinem Tod nur knapp zwei Regierungsjahre verblieben, war das nächste Großereignis die Krönung seines Vaters Sethos I. im Jahr 1290 v. Chr.

Ramses’ Lehrer war Tia, der Sohn des königlichen Schreibers und damit Vorratsverwalters Amunwahsu am pharaonischen Hof. Tia erreichte bei Ramses eine so hohe Vertrauensstellung, dass er später der Verwalter des Tempels der Millionen Jahre des Ramses wurde. Zudem heiratete Tia die Schwester Ramses’, die ebenfalls Tia hieß, und wurde somit sein Schwager. Das Doppelgrab Tia und Tia wurde später direkt neben dem Grab des Haremhab in Saqqara entdeckt.

Als Zehnjähriger bekam Ramses von seinem Vater den Ehrentitel Oberkommandierender des Heeres verliehen. Seine ersten Schlachten erlebte er rund zwei Jahre später im Nildelta, als sein Vater gegen die Tjehenu und Meschwesch in den Kampf zog und der junge Prinz ihn begleitete. Im Folgejahr zog das ägyptische Heer in Richtung Syrien, um die Hethiter zurückzudrängen und die Stadt Kadesch am Orontes wieder unter ägyptische Kontrolle zu bekommen.

Nach dem Friedensschluss mit den Hethitern kehrte wieder Ruhe am ägyptischen Hof ein und mit knapp fünfzehn Jahren erhob Sethos I. seinen Sohn zum Mitregenten.

Als Mitregent

Mit großer Wahrscheinlichkeit stand der Palast des Ramses, der ihm als Mitregent seines Vaters erbaut wurde, in Memphis. Die beiden Königsgemahlinnen Nefertari und Isisnofret sind seit der Mitregentenzeit belegt. Ramses wurde mit ihnen in seinem fünfzehnten Lebensjahr verheiratet. Über die Herkunft beider ist nichts bekannt. Vermutungen der Ägyptologen gehen in die Richtung, dass Isisnofret möglicherweise eine syrische Prinzessin gewesen sein könnte, da die erste Tochter Bintanat genannt wurde. Der Name bedeutet Tochter der Göttin Anat. Anat war eine asiatische Göttin aus dem syrischen Raum.

1287 v. Chr. erlebte Ramses die Niederschlagung eines Aufstandes im Land Kusch mit. Seinem Vater gelang dies innerhalb nur einer Woche. Dabei machte er fast eintausend Gefangene.

In seinem 22. Lebensjahr wurde Ramses von seinem Vater Sethos I. offiziell mit der Entgegennahme der Tributzahlungen aus den Ländern Wawat und Kusch betraut. Zudem zog er gegen aufständische Beduinen im Land Kanaan zu Felde. Nun tauchte der junge Mitregent auch als vollwertiger Pharao erstmalig auf Tempelinschriften auf.

In einer Seeschlacht gelang es Ramses, die in das Nildelta eingedrungenen Schardana zurückzuschlagen, die sich mit den Libyern verbündet hatten. Kurz darauf, in Ramses’ fünfundzwanzigstem Lebensjahr, starb am 26. Schemu III (18. Mai 1279 v. Chr.) plötzlich sein Vater Sethos I.; Ramses II. übernahm am 27. Schemu III (19. Mai 1279 v. Chr.), einen Tag später, die alleinige Regentschaft.

Krönung 

Am 1. Achet II (27. Juli 1279 v. Chr.) erfolgte die Beerdigung seines Vaters Sethos, die traditionsgemäß siebzig Tage in Anspruch nahm. Anschließend wurde der junge Prinz auf seine Krönungszeremonie vorbereitet. Als Ramses schließlich die straußenfederne Chepreschkrone trug, wurde seine aus fünf Namen bestehende Titulatur verkündet.

Usermaatre Setepenre (Stark ist die Maat des Re, Auserwählt von Re; auch mit Beinamen: Zeichen des Re, Plan des Re, Herrscher von Theben, Erbe des Re, Geliebter des Re, Besitzer von Schlagkraft, stark wie Month.)

Horusnamen:
Mächtiger Stier, geliebt von Maat, Herr von Sedfesten wie sein Vater Ptah-Tatenen, Geliebter des Re, der jedes Fremdland niedertritt unter seinen Sohlen, der sich über die Maat freut, der Theben erhebt mit mächtiger Kraft, Reich an Kraft, Sohn des Atum mit großen Siegen, der mit seiner Schlagkraft kämpft, mit großem Königtum, mit großem Ansehen, der die Maat erhebt, Reich an Schlagkraft mit spitzen Hörnern, der jedes Land schlägt, der die beiden Länder vereint, mit beständigem Willen und mächtiger Kraft, mit großen Sedfesten, Geliebter der beiden Länder, Starker Stier des Re, der die Asiaten zerschlägt, Stier der Herrscher, Groß an Sedfesten wie Tatenen.

Nebtinamen:
Beschützer Ägyptens, der die beiden Länder unterwirft, Re der die Götterstatuen hervorbringt, der die beiden Länder begründet, Göttliches Abbild des Chepri, mit großem Ansehen, Beschützer Ägyptens, der die Denkmäler in Luxor hervorragend ausführt für seinen Vater Amun, der ihn auf seinen Thron gesetzt hat, der sich über die Maat freut wie der Horizontische, Kämpfer für Millionen, Löwe mit starkem Willen, der mit seiner Schlagkraft kämpft, der seine Armee beschützt, der den ihn Angreifenden zu Fall bringt, der das Ende der Welt erreicht.

Goldnamen:
Goldhorus, reich an Jahren, groß an Siegen, reich an Schlagkraft, Geliebter der beiden Länder, ein Pfeiler wie Derjenige-der-in-Theben-ist, der Nützliches ausführt für den, der ihn erschaffen hat, mit mächtiger Schlagkraft, der die neun Bogen (Ägyptischer Feind) unterwirft, mit großen Siegen in jedem Fremdland, mit großem Ansehen und mächtiger Kraft, der die Fremdländer bezwingt und die Rebellen niederwirft.

Nach einer anschließenden erneuten Salbung schloss ein Priester die Inthronisierung ab. Es folgten noch eine Nachtzeremonie und eine Zeremonie im Lebenshaus. Dann konnte der neue Pharao endlich seinen goldbeschlagenen Wagen besteigen und sich in einem großen Umzug seinem jubelnden Volk zeigen.

Textquelle: Seite „Ramses II.“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. März 2010, 18:17 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 18. März 2010, 21:28 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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