Ramses II

Ramses II

*-1298 — †19.07.-1213

Pharao Ramses II.

Ramses Mutter Tuja agierte in den ersten Jahren der Herrschaft zusammen mit seinen beiden Hauptfrauen Nefertari und Isisnofret als Große königliche Gemahlin an seiner Seite. Dies ist auf vielen Inschriften, die aus den frühen Regierungsjahren stammen, belegt. Tuja starb dann aber im Jahr 1258 v. Chr. und wurde im Tal der Königinnen im Grab QV 80 bestattet. Ramses erhob seine Tochter Bintanat im Folgejahr zur Großen königlichen Gemahlin. 1255 v. Chr. bekam auch Meritamun dieses hohe Amt angetragen.

Im Jahr 1255 v. Chr. verstarb die Große königliche Gemahlin Nefertari, die Ramses auf vielen Inschriften wegen ihrer Schönheit und seiner Liebe zu ihr förmlich vergötterte. Dies muss ein großer Schlag für den Pharao gewesen sein. Die Beisetzung fand im Tal der Königinnen statt. Das Grab QV 66 der Nefertari, das 1904 von Ernesto Schiaparelli entdeckt wurde, gilt heute als eines der schönsten und besterhaltenen Gräber ganz Ägyptens.

Als die Große königliche Gemahlin Isisnofret im Jahr 1246 v. Chr. starb, heiratete Ramses wohl aus politischen Gründen eine hethitische Prinzessin, die von ihm den Namen Maathorneferure erhielt.

Wenn der auf späteren Inschriften erwähnte Sohn des Ramses Sethherchepeschef mit Amunherchepeschef identisch ist, starb dieser um das Jahr 1244 v. Chr. Er wurde im Grab KV5 im Tal der Könige beigesetzt.

Für das Jahr 1239 v. Chr. verzeichnen Inschriften die Heirat mit einer weiteren hethitischen Prinzessin, deren Name aber nicht erwähnt wird.

Prinz Chaemwaset, der im Jahr 1230 v. Chr. als Ramses Nachfolger proklamiert wurde, starb aber schon fünf Jahre später, so dass 1225 v. Chr. Prinz Merenptah als neuer Thronfolger eingesetzt wurde.

Politik

Ein sehr wichtiges Mitglied am Hofe des Pharaos war der Wesir Paser. Er hatte dieses Amt schon unter Ramses Vater Sethos I. inne. Auch unter Ramses II. spielte Paser im ägyptischen Reich eine große Rolle. Er unterstützte den Pharao nicht nur in innenpolitischen Angelegenheiten, auch außenpolitisch besaß Paser durchaus ein Mitspracherecht.

Schon unter der Regierung von Sethos I. waren die Hauptfeinde die libyschen Stämme im Nordwesten, sowie die syrischen Vasallenstaaten, die sich immer wieder gegen die ägyptische Herrschaft erhoben. Gegen Ende der Regierungszeit traf das Heer Sethos’ I. hier auch erstmals auf das Hethitische Großreich, das begonnen hatte, sich in Richtung Ägypten auszudehnen und die Stadt Kadesch in Nordsyrien eroberte.

So war auch Ramses II. gezwungen, sich gegen dieselben Gegner zur Wehr zu setzen. Gerade die Hethiter bereiteten ihm zu Beginn seiner Regierungszeit große Schwierigkeiten.

Feldzüge nach Syrien

Schon im Sommer des vierten Jahres seiner Regierung, 1276 v. Chr., zog Ramses mit seinem Heer gegen Syrien. Das Heer schlug den Weg ins Landesinnere ein und eroberte das Fürstentum Amurru, das unter der Herrschaft des Bentešina stand, zurück. Mit diesem Schlag forderte Ramses die Hethiter förmlich auf, sich einer Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft im syrischen Raum zu stellen.

Ramses rüstete eine Armee von ca. 20.000 Mann aus und zog mit ihr 1274 v. Chr. den heutigen Gazastreifen entlang nach Syrien. Rund sechzehn Kilometer vor der Stadt Kadesch am Orontes im Wald von Labwi kam das Heer Anfang Mai zum Stehen. Auch der Hethiterkönig Muwatalli II. hatte ein Heer aufgestellt, das mit zwei Divisionen von jeweils fast 19.000 Mann und einer Streitmacht von 2.500 bis 3.500 Kampfwagenlenkern angeblich fast doppelt so groß war wie das ägyptische Heer. Hier kam es am 12. Mai 1274 v. Chr. zur Entscheidungsschlacht bei Kadesch, die die bestdokumentierte Konfrontation zweier Staaten der Antike bis zu diesem Zeitpunkt ist, da ihr Verlauf in vielen Tempelinschriften Ramses II. erhalten ist.

Die Schlacht brachte keinem der beteiligten Gegner einen eindeutigen Vorteil, auch wenn Ramses das Ziel des Feldzugs, die Einnahme von Kadesch, klar verfehlte. Zurück in Ägypten ließ er jedoch die Schlacht als einen großen Sieg seiner Truppen darstellen. In den Folgejahren stabilisierte sich der hethitische Einfluss im Norden, aber die Hethiter konnten nicht bis nach Ägypten vordringen. Ramses führte noch dreimal sein Heer nach Norden. Nach etwa fünfzehn Jahren sahen sich die Hethiter jedoch von einem neuen Feind, den Assyrern, bedroht, so dass der König Hattusili III. Ramses einen Friedensschluss, ja sogar einen Bündnispakt anbot.

Während an dieser Front relative Ruhe herrschte, musste sich Ramses aber durchaus bemühen, die anderen Landesgrenzen zu sichern. So unternahm er beispielsweise 1236 v. Chr. eine Strafexpedition in den Süden nach Nubien.

Frieden

Nach monatelangen Verhandlungen gelang es schließlich am 21. November 1259 v. Chr., den Friedensvertrag zwischen Ramses II. und Hattusili III. zu unterzeichnen.

1246 v. Chr. schlug Hattusili III. zusätzlich die Heirat Ramses’ mit einer seiner Töchter, Maathorneferure, vor, um das Bündnis zwischen den beiden Ländern noch zu vertiefen. Zwei weitere Hochzeiten sollten folgen.

Der Frieden mit den Hethitern, der als ältester bekannter schriftlicher Friedensschluss gilt, hielt bis über den Tod Ramses’ II. hinaus. Sogar sein Sohn und Nachfolger auf dem Pharaonenthron Merenptah lieferte Getreide an den hethitischen König Suppiluliuma II., als in dessen Reich eine Hungersnot ausbrach. Doch gegen Feinde der Hethiter zog Merenptah nicht zu Felde, wie es der Friedensvertrag eigentlich vorsah. Kurz darauf ging das hethitische Reich unter.

Der Hofstaat

Der Hofstaat des Herrschers ist relativ gut dokumentiert. Viele seiner Beamten sind durch zahlreiche und bedeutende Denkmäler belegt. An erster Stelle sind hier die Wesire zu nennen: Nebamun, Paser, Rahotep, Chay und Neferrenpet. Vor allem Paser scheint eine bedeutende Persönlichkeit gewesen zu sein, der sogar einen Brief an den Großkönig Hattusili III. sandte. Von den anderen Beamten sei der Vizekönig von Kusch Setau erwähnt, der selbst an Tempelbauten des Herrschers seinen Namen anbringen ließ.

Bauten

Durch Ramses rege Bautätigkeit, die mit der Vollendung der begonnenen Bauwerke seines Vaters begann, ist uns im Wesentlichen seine Geschichte überliefert. Dies resultiert aus der gewaltigen Zahl an Inschriften, die er in die Tempel, Paläste und Stelen einmeißeln ließ.

Ramses hatte eine Vorliebe für Mega-Bauten, die jedoch schon nach einigen Jahrhunderten wegen schlechter Fundamente und anderer Baufehler/-flüchtigkeiten einiges von ihrer Wirkung einbüßten.

Nachfolgend eine kleine Auswahl der Bauten und Ausbauten:

Abydos (Tempel), Akscha (Tempel), Amara-West (Tempel), Auaris, Beit el-Wali (Tempel aus der Prinzenzeit), Bubastis, Deir el-Medina (Stadterweiterung), ed-Derr (Tempel), Gebel es-Silsile (Tempelanlagen), Gerf Hussein (Haus des Ptah), Heliopolis (Tempelerweiterungen, Obelisken), Herakleopolis (Tempel), Hermopolis (Tempelerweiterung), Karnak (viele Tempelerweiterungen), Luxor (Tempelerweiterung), Memphis (Tempelanlagen), Serapeum in Saqqara (ausgebaut), Theben-West (Grabanlagen), Wadi es-Sebua (Tempel)

Pi-Ramesse

Schon kurz nach dem Tod seines Vaters erklärte Ramses den bei der alten Hyksosstadt Auaris im östlichen Nildelta gelegenen Sommerpalast, der von seinem Vater erbaut wurde, zum Kern seiner neuen Hauptstadt. Er ließ ihn zu einer gewaltigen Metropole am Pelusischen Nilarm ausbauen, die wahrscheinlich eine Fläche von über 30 km² bedeckte.

Die Tempelanlagen der Stadt wurden von späteren Dynastien, hier besonders der 22. Dynastie, abgebaut und zum Bau von deren Hauptstadt Tanis weiterverwendet, da der Pelusische Nilarm schon zu Zeiten der 20. Dynastie zu versanden begann und die Hafenanlagen nutzlos wurden.

Abu Simbel 

Das wohl bekannteste Bauwerk, das Ramses II. hat bauen lassen, ist Abu Simbel. Die aus zwei Tempeln bestehende Tempelanlage liegt etwa 300 km südlich von Assuan, am Rande des Nasser-Stausees, im damaligen Nubien. Es wird vermutet dass er dieses prunkvolle Bauwerk bewusst zur Abschreckung der unterworfenen Nubier dort bauen ließ. Die Außenwand des größeren Tempels (altäg. Meha) zieren vier überlebensgroße Sitzstatuen von Ramses II. und mehrere kleinere seiner Frauen und Kinder. Der kleine Tempel von Abu Simbel (altäg. Ibschek) ist Ramses' erster Hauptfrau Nefertari gewidmet.

In einer großen internationalen Aktion konnte die Tempelanlage ab 1964 vor den durch den neu angelegten Nassersee immer höher steigenden Nilfluten gerettet werden, indem sie auf ein 64 m höheres Niveau versetzt wurde.

Das Ramesseum 

An der Stelle in Theben-West, wo schon sein Vater Sethos I. einen Schrein errichtet hatte, baute Ramses den Palast des Ramses II. vereint mit Theben im Reich des Amun.

Schon in der Antike wurde der Palast als Steinbruch benutzt und andere ägyptische Dynastien benutzten dessen Steine zum Bau ihrer eigenen Tempel. Im frühen 19. Jahrhundert, während der Ägyptischen Expedition, erforschte Champollion die Anlage und gab ihr den Namen Ramesseum.

Textquelle: Seite „Ramses II.“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. März 2010, 18:17 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 18. März 2010, 21:28 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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