Elvis Presley

Elvis Presley

*08.01.1935 — †16.08.1977

Portrait

Elvis Aaron Presley (* 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi, USA; † 16. August 1977 in Memphis, Tennessee, USA) war ein US-amerikanischer Sänger und Schauspieler, der aufgrund seines immensen und dauerhaften Erfolges den Beinamen King of Rock `n´ Roll erhielt.

Kindheit

Der "King" wird am 8. Januar 1935 unter dem Namen Elvis Aaron Presley in einem sog. Shotgun House geboren und ist das einzige überlebende Kind von Vernon Elvis (* 19. April 1916; † 26. Juni 1979) und Gladys Love Presley (geb. Smith * 25. April 1912; † 14. August 1958). Sein Zwillingsbruder (Jesse Garon, der etwa eine halbe Stunde vor Elvis geboren wurde) war bereits bei der Entbindung tot. Gladys kann nach der schweren Geburt keine weiteren Kinder mehr bekommen. Die Presleys arbeiteten in verschiedenen Gelegenheitsjobs an der Armutsgrenze. Im Mai 1938 wird Vernon wegen Scheckbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren im Mississippi State Penitentiary verurteilt, kommt aber bereits im Februar 1939 aufgrund einer Petition der Bürger von Lee County und eines Briefes der durch den Scheckbetrug betroffenen Partei wieder frei. Seine Bewährung belief sich auf sechs Monate.

Vernon Presley und Gladys Smith wachsen gemeinsam auf und heiraten am 17. Juni 1933. Vernon arbeitet, wie auch schon sein Vater vor ihm, als Landarbeiter, Gladys als Akkordarbeiterin in einer Textilfabrik, dem Tupelo Garment Center. Als Gladys 1934 schwanger wird, verliert sie ihren Job. Vernon hat inzwischen einen etwas besser bezahlten Job als Milchwagenfahrer gefunden. Die Presleys bauen sich ein kleines Holzhaus mit zwei Zimmern.

Angetrieben von der Hoffnung auf eine wirtschaftlich bessere Zukunft ziehen die Presleys im November 1948 nach Memphis. Die Wohnungszustände waren erniedrigend. Während die Presleys in Tupelo wenigstens noch ein kleines, eigenes Holzhaus hatten, lebten sie in Memphis, in einem einzigen feuchten, kalten, etwas angeschimmelten Raum. Das Bad wurde von drei weiteren Familien mitbenutzt. Die wöchtenliche Miete beträgt 11 $. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft bekommt Vernon einen Job in der Precision Tool Company in South Memphis.

Elvis Presley selbst arbeitete nach seinem Abschluss an der Humes High School in Memphis zunächst als Elektriker bei der Precision Tool Company und danach unter anderem als Lastwagenfahrer für Crown Electric. Musikalisch geprägt vom Gospel, den er als Mitglied des Kirchenchors in einer schwarzen Methodistengemeinde seit frühster Kindheit sang, und dem im Mississippi-Delta beheimateten Blues sowie auch der Country-Musik, träumte er jedoch von einer ganz anderen Zukunft. Nach dem Umzug der Familie Presley 1948 in die seit Anfang der fünfziger Jahre aufstrebende Metropole Memphis, in der Blues-Interpreten wie B. B. King, Howlin´ Wolf oder Rufus Thomas die Musikszene prägten, war dies für ihn die richtige Umgebung, seine Träume wahr werden zu lassen. Sehr maßgeblich für seine musikalische Karriere - und damit auch für die weitere Entwicklung der gesamten Popmusik, sowie des Rock im 20. Jahrhundert - war schließlich auch der Umstand, dass seine Eltern ihm 1946 zu seinem 11. Geburtstag nicht das gewünschte Fahrrad und Gewehr schenken konnten. Er erhielt stattdessen eine Gitarre, die er ohne Unterricht und Notenkenntnisse schon nach kurzer Zeit zu spielen verstand.

Frühe Karriere

1953 nahm Presley in den Sun Records-Studios in Memphis auf Celluloseacetat die Titel My Happiness und That´s When Your Heartaches Begin auf, angeblich als verspätetes Geburtstagsgeschenk für seine Mutter. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er den Klang seiner Stimme hören wollte. Die beiden Titel, sowie zahlreiche Balladen in den über zwei Jahrzehnten danach, sang er sehr rührselig, ja fast kitschig, was teilweise noch heute für Kritikerspott sorgt. Dieser Vortragsstil war aber - neben seiner „rockigen“ Phrasierungstechnik - von Anfang an ein wichtiger Teil von Elvis´ Erfolgsrezept.

Der Inhaber der Sun-Studios, Sam Phillips, ein Liebhaber und Produzent der schwarzen Musik, wurde durch die spezielle Klangfärbung von Elvis´ Stimme auf diesen aufmerksam. Phillips war damals bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Sänger mit „dem besonderen Sound“ und vor allem mit einem ausgeprägten Rhythmusgefühl, denn er sagte einmal voraus: „Wenn ich einen weißen Mann finden könnte, der die Stimme und das Einfühlungsvermögen eines Schwarzen hat, dann könnte ich eine Million Dollar machen“.

Obwohl von seiner Meinung überzeugt, war er aufgrund der damaligen Marktmechanismen zunächst noch sehr skeptisch, denn vor allem im rassistischen Süden der USA spielten „weiße“ Radiostationen bis in die 60er Jahre keine schwarze Musik. Doch Phillips behielt Recht, sein Gefühl bezüglich des jungen Gesangstalentes hatte ihn nicht getäuscht, denn seit 1954 verkauften sich weltweit insgesamt weit über eine Milliarde Schallplatten von Elvis Presley. Ab Anfang 1956 setzte in den USA und kurze Zeit später auch in Westeuropa um Elvis eine „Massenhysterie“ und ein regelrechter „Personenkult“ ein, wie die amerikanische Presse polemisch schrieb, denn kein anderes Teenager-Idol der früheren Jahre, wie beispielsweise Bing Crosby, Perry Como oder Dean Martin, wurde von der Jugend so hingebungsvoll verehrt wie Elvis Presley. Kein Musiker vor und nach Elvis, außer vielleicht annähernd Frank Sinatra in den 1940er und die Beatles in den 1960er Jahren, löste eine derartige weltweite Begeisterung aus, die v.a. während der Jahre 1956 bis 1958 in den USA durchaus den Charakter einer „Massenhysterie“ hatte.

Am 5. Juli 1954 fand die erste von mehreren Aufnahmesessions in den Sun-Studios statt, wobei Elvis anfangs noch etwas uninspiriert verschiedene Countryballaden und gerade aktuelle Popsongs ausprobierte, gemeinsam mit den Studiomusikern Scotty Moore (Gitarre) und Bill Black (Bass) - D.J. Fontana am Schlagzeug kam erst ein Jahr später hinzu. Mehr durch Zufall entstand in einer Pause während der Probe durch musikalisches Herumalbern der typische „Elvis-Sound“, als Scotty Moore das Gitarrenriff eines Rhythm & Blues-Stückes rhythmisch stark akzentuiert spielte, Elvis diesen Offbeat aufgriff, den klassischen Bluesgesang des Originals mit vokalistischen Elementen von Gospel und Country-Musik anreicherte und dabei mit kreisenden Bewegungen durch das Studio wirbelte. Sam Phillips, der dies sah und hörte, hatte nun endlich, was er immer wollte und forderte die Band auf, in diesem Stil weiter zu machen.

Ein neuartiger Sound war geboren und eine neue Musikrichtung kreiert, die der legendäre amerikanische Discjockey Alan Freed kurz darauf erstmals Rock ’n’ Roll (engl. etwa für "schunkeln & wirbeln") nannte. That´s All Right Mama - eigentlich ein Blues-Stück des schwarzen Sängers Arthur "Big Boy" Crudup, das Elvis aber vor allem rhythmisch vollkommen neu interpretierte - war der erste, im neuen Stil aufgenommene Song. Er wurde zwei Tage später vom Discjockey Dewey Phillips (nicht verwandt mit Sam Phillips) auf Memphis´ Radiosender WHBQ vorgestellt. Aufgrund der zahlreichen Hörerwünsche musste er an jenem Abend insgesamt 15 Mal gespielt werden, und am nächsten Tag trafen 5.000 Bestellungen der Single bei Sun Records ein.

Im Januar 1956 gelang Elvis mit einem fulminanten Fernsehauftritt in der Tommy and Jimmy Dorsey Stage Show sowie durch die Veröffentlichung des Songs Heartbreak Hotel (seiner ersten Nr.1 in den Billboard-Single-Charts) der Durchbruch in den USA, und dann folgten unmittelbar sechs weitere Nr.1 - Singles, z. B. "Hound Dog", "Don´t Be Cruel" und "All Shook Up". In den folgenden Jahren wurde er für die Jugend der Welt zum gefeierten Idol und nach Frank Sinatra in den 40er Jahren zu einem der ersten internationalen Superstars in der Geschichte der Popmusik.

Die rhythmische bis ekstatische Art, wie er seinen Körper zur Musik bewegte - gelegentlich auch mit einer Portion Selbstironie - kannte man höchstens von Schwarzen; dem weißen Mainstream-Publikum war so etwas bis dato völlig unbekannt. Besonders sein Hüftschwung, der ihm den Beinamen „Elvis the pelvis“ („Elvis, das Becken“) einbrachte, wurde legendär, war aber auch ständiger Stein des Anstoßes für die öffentliche Meinung im konservativen Klima in den USA der 50er Jahre. Elternverbände und allen voran die Kirche fürchteten einen generellen Verfall von Sittlichkeit, Moral und ethischen Werten bei der fanatisierten Jugend; ein großer Teil der amerikanischen Presse verteufelte ihn aufgrund dessen u. a. als „Botschafter des schlechten Geschmacks“, „sexuellen Freibeuter“, oder gar „musikalischen Abschaum“ und heizte die Stimmung dadurch zusätzlich an. Das führte soweit, dass ihm in manchen Bundesstaaten die Polizei wegen des starken öffentlichen Druckes bei Konzerten den Hüftschwung unter Androhung von Strafen verbot. Dabei wollte Elvis mit seinen Bewegungen nie einen öffentlichen Skandal provozieren - im Gegensatz zu manchen Rockstars nach ihm, die noch wesentlich spektakulärer auftraten, um so ihren allgemeinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen oder ihr Image als „böse Buben“ zu pflegen -, sondern sie waren vor allem Ausdruck seiner musikalischen Emotionen. Die Beschreibung des Gitarristen Scotty Moore, der bei seinem ersten Konzert im Juli 1954 dabei war, bestätigt dies: „Das war der Moment, in dem er mit dieser Schüttelei anfing. Elvis stellte sich beim Gitarrespielen auf die Fußballen, um im Takt zu bleiben. Als er nun diese Show machte, fingen sie alle an zu schreien, und wir wussten gar nicht, was vor sich ging. Als wir wieder von der Bühne gingen meinte jemand, das liege nur daran, dass Elvis andauernd sein Bein geschüttelt hat. Von da an machte er das immer mehr und entwickelte daraus eine richtige Kunst. Aber es war ihm auch ein natürliches Bedürfnis.“ Seiner enormen Popularität tat die Gegenwehr breiter Gesellschaftskreise letztlich keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. In der Ed Sullivan-Show, der bekanntesten Musiksendung im damaligen US-Fernsehen, erreichte Elvis eine landesweite Rekord-Einschaltquote von 80%, obwohl Sullivan vorher öffentlich bekannt gab, dass Elvis wegen seiner anstößigen Bewegungen nur von der Hüfte an aufwärts gezeigt werde. Vorher hatte sich der Moderator monatelang geweigert, Elvis ins Programm zu nehmen, musste sich aber letztlich doch dem Ansturm der amerikanischen Jugend beugen, die ihn mit Briefen „bombardierte“ und androhte, fortan seine Sendung zu boykottieren, was natürlich enorme Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen gehabt hätte.

Nach seiner Einberufung zur Army Ende 1958 erschien sein Film "King Creole". Der Film wurde ein Riesenerfolg, das Soundtrack-Album ebenso. Während seiner Stationierung in Deutschland (bei Friedberg in Hessen) erschienen dann regelmäßig neue Singles, was eine clevere Strategie seines Managers Colonel Parker war, denn auf diese Weise ebbte der Hype um Elvis bis zu seiner Rückkehr nach Amerika nie ab.

1959 lernte er in Deutschland die damals erst 14-jährige attraktive Soldatentochter Priscilla Beaulieu kennen, die er 1967 schließlich heiratete. Am 1. Februar 1968 wurde die gemeinsame Tochter Lisa Marie Presley geboren, die 1994 durch ihre Hochzeit mit Michael Jackson, dem sogennannten „King of Pop“, Aufsehen erregte. Bereits 1973 reichte Priscilla Presley jedoch die Scheidung ein, denn aufgrund der zu dieser Zeit fast täglich stattfindenden Konzerte war Elvis nach ihrer Meinung zu selten daheim bei seiner Familie.

Musikalisch stand er mit Stücken wie Heartbreak Hotel (das erste Stück auf RCA), Hound Dog (1956), und vielen weiteren anfänglich für den Rock ’n’ Roll, jedoch erweiterte er recht bald sein Repertoire um Balladen wie Love Me Tender (1956). Es war wohl die Kombination von hervorragender, schwarz klingender Stimme, gutem Aussehen, weißer Hautfarbe und einem vielfältigen, aber stets sicher den Massenmarkt treffenden Repertoire, die den einzigartigen Erfolg Presleys erklären. Die Sun Studios der 1950er hatten mit zahlreichen Interpreten etwas Neues hervorgebracht, doch erst Elvis war in der Lage, es von einer Minderheiten- zur Massenkultur werden zu lassen.

Späte Karriere

Nachdem Elvis sich während der sechziger Jahre auf seine Filme konzentrierte, nahm er Anfang 1969 in den American Sound Studios beim legendären Produzenten Chips Moman das erste Mal seit vielen Jahren wieder in seiner Heimatstadt Memphis auf. Diese Sessions brachten die beiden Hit-Alben From Elvis in Memphis und Back In Memphis hervor, außerdem entstanden hier auch die Welthits Suspicious Minds und In The Ghetto, die Elvis nach vier Jahren Nummer-1-Hit-Flaute wieder zurück an die Spitze der Charts brachten.

Ein Höhepunkt seiner Arbeiten war 1973 die Fernseh-Show Elvis - Aloha From Hawaii, die via Satellit ausgestrahlt wurde, als erstes Konzert weltweit live gesehen werden konnte und über eine Milliarde Menschen vor den Fernseher lockte. In den USA erzielte die Show an diesem Abend eine Einschaltquote von 99,7 Prozent. Dies ist bis heute der höchste Quotenwert weltweit. Auf der ganzen Welt haben mehr Menschen das Aloha From Hawaii-Konzert live mitverfolgt als vier Jahre zuvor die erste Mondlandung!

Bereits zu Lebzeiten erschienen 89 Alben von Elvis Presley. Bis zu seinem Tod am 16. August 1977 hatte er bereits über 500 Millionen Tonträger verkauft, bis heute ca. 1,85 Milliarden (Stand 2000). Somit ist er mit Abstand der erfolgreichste Sänger aller Zeiten überhaupt. Obwohl er gerne in der Rolle des rebellischen Rockers gesehen wurde, war er doch letztlich eher unpolitisch. Er wurde für 14 Grammys nominiert und gewann 3 - alle für seine Gospelmusik. Seinen letzten Song nahm er im Jungle Room in seinem Anwesen Graceland auf (Oktober 1976) mit dem Titel Way Down, ein Gemisch aus recht moderner Musik und seinem besonderem Rock `n´Roll-Stil.

Finanziell sah die Situation für Elvis problematisch aus. Für weit unterbezahlte 5,5 Millionen US-Dollar verkaufte er alle seine musikalischen Rechte 1974 an RCA. Nach dem Abzug des Anteiles seines Managers und der Steuern blieben Elvis gerade einmal 900.000 Dollar. Bereits 1967, auf dem Tiefpunkt der Karriere, hatte er mit seinem Manager einen Vertrag unterschrieben, der diesem die Hälfte aller Einnahmen zuwilligte. Bei seinem Tod besaß er an Vermögen trotz Plattenverkäufen im dreistelligen Millionenbereich nur sein Haus Graceland und 1,2 Millionen Dollar auf seinem Girokonto, um die laufenden Kosten zu decken.

Elvis Presley absolvierte in seinen letzten acht Lebensjahren einen Konzertmarathon von mehr als 150 Shows pro Jahr. Die freie Zeit verbrachte er auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, wo er, so oft es ging, mit seinen Fans an Eingangstor plauderte und Autogramme gab. Er kämpfte in dieser Zeit nach Aussage von Freunden mit erheblichen persönlichen und wirtschaftlichen Problemen. Zudem litt er seit Jahren unter Medikamentenabhängigkeit, wodurch seine Gesundheit letztlich ruiniert wurde.

Tod

Am 16. August 1977 wurde Elvis Presley von seiner damaligen Freundin Ginger Alden auf dem Bauch liegend am Boden seines Badezimmer - Vorraumes aufgefunden und im Baptist-Memorial-Hospital um 15.30 Uhr offiziell für tot erklärt. Er wurde nur 42 Jahre alt.

"Der King ist tot", diese Nachricht verbreitete sich rasant und löste weltweite Trauer aus. Als offizielle Todesursache Presleys wurde "Herzstillstand durch zentrales Versagen der Atemorgane" angegeben. Sein Leibarzt Dr. Nichopolus, der Elvis immer wieder mit Aufputschmittel versorgte, wurde später von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

Filme und Fernsehen

Presley arbeitete als Schauspieler in Hollywood und spielte in 31 Spielfilmen und zwei Dokumentarfilmen (Elvis – That´s The Way It Is, 1970 sowie On Tour, 1972) in der Hauptrolle mit. Am 3. Dezember 1968, noch vor seinem eigentlichen Bühnen-Comeback, trat er in einer eigenen TV-Show auf, die im Juni vorab aufgezeichnet wurde: "Elvis NBC TV-Special", die später als "68 Comeback Special" bezeichnet wird. Elvis vereinte darin den Rock `n´ Roll der 50er Jahre und einige neue Songs in neuem Stil. Diese Show konnte er als vollen Erfolg verbuchen. Denn zunächst war er sich nicht sicher, ob er nach seiner langen Pause als Livemusiker noch denselben Anklang bei dem Publikum finden konnte, wie fast 10 Jahre zuvor. Doch sein Auftritt überzeugte. In seinem schwarzen Lederoutfit (das zwischen den Aufnahmen immer wieder geglättet, gereinigt und mit einem Fön getrocknet werden musste, da Elvis darin unheimlich schwitzte) stellte er sein Können wieder unter Beweis. Er war wieder da. Legendär die beiden Showteile, die als "Stand up-Show" und "Sit down-Show" bekannt wurden. Die "Sit down-Show" wird auch gerne als erste Unplugged-Show gewertet. Abgeschlossen wurde der TV Auftritt mit dem Bild, das berühmt wurde. Elvis steht vor einem überdimensionalen, 6 Meter hohen, rot leuchtenden Schriftzug seines Namens in einem weißen Anzug und singt den Song "If I Can Dream" (der Einfluss von Martin Luther Kings Rede `I have a dream´ ist deutlich zu erkennen). Elvis hatte an dem Gelingen dieser Show und an ihrer Konzeption entscheidenden Anteil: Sein Manager Tom Parker hatte ursprünglich nur eine "weichgespülte" Show im Sinn gehabt, bei welcher Elvis Weihnachtslieder singen sollte, der Regisseur Steve Binder wollte jedoch der Show keinen saisonalen Charakter geben. Im Streit zwischen dem "Colonel" und den Produzenten ergriff Elvis, der seinem Manager sonst nicht widersprach, Partei für den "Rock `n´ Roll".

Nach seinem Militärdienst 1958 bis 1960 in Deutschland und einer Phase als Filmstar in Hollywood bereitete Presley sich 1969 auf sein Bühnen-Comeback vor. Ab 1970 ging er schließlich wieder auf Tournee. Der Film Elvis – That´s The Way It Is zeigt die Entstehung seiner einzigartigen Show im Juli/August 1970 von den Proben in Kalifornien bis hin zu den Vorbereitungen und Live-Auftritten im Showroom des International Hotels (heute das Hilton) in Las Vegas. Die 2001 auf DVD erschienene "Special Edition" dieses Konzertfilms ist eine völlig überarbeitete, restaurierte Version der Originaldokumentation mit einigen neuen Songs und anderen Kameraeinstellungen. Nach dem großen Erfolg von That´s The Way It Is folgte zwei Jahre später eine Fortsetzung in Form des Konzertfilms On Tour, der Elvis auf Tour im Frühjahr 1972 in verschiedenen Städten der USA zeigt. Der Film erhielt 1972 den Golden Globe als bester Dokumentarfilm des Jahres. Nach Aloha from Hawaii via Satellite (1973) wurde Presley nur noch einmal, während seiner letzten Tournee im Juni 1977, von einem Fernsehteam begleitet (CBS). Dabei fielen seine Gewichtsprobleme auf, seine Stimme verließ ihn jedoch nie. Ausgestrahlt wurde der Zusammenschnitt von zwei Konzerten (19. und 21. Juni 1977) unter dem Titel Elvis in Concert, allerdings erst nach seinem Tod (03.Oktober 1977). Bereits seit vielen Jahren werden diese Aufnahmen von Elvis Presley Enterprises vor weiteren Ausstrahlungen bzw. Veröffentlichungen unter Verschluss gehalten, weshalb Aufzeichnungen der Sendung unter Fans sehr begehrt sind. Auf der DVD "Elvis by the Presleys", die 2005 erschien, sind erstmals wieder Ausschnitte aus dieser Zeit zu sehen. Eine weitere Dokumentation ist der Film "This is Elvis". Ein zum Teil mit Schauspielern besetzter Film, der jedoch auch etliche Originalaufnahmen enthält. Eine deutschsprachige Fassung dieses Films ist in den 80ern unter dem Titel "Das ist Elvis" auch auf Video erschienen.

Nachleben

Elvis´ Ruhm hat auch durch seinen Tod kaum gelitten. Bis heute kann man Bücher, Videos oder CDs von Elvis kaufen. Sein Anwesen Graceland in Memphis ist mit jährlich rund 600.000 Besuchern eine populäre Touristenattraktion der USA und nach dem Weißen Haus in Washington das am zweihäufigsten besuchte Anwesen überhaupt. Graceland hat sich zu einer Art Pilgerstätte für seine Fans entwickelt. Seit 1982 befindet sich dort ein Elvis-Museum.

Die Rechte an Elvis Presley als Markenzeichen liegen bei Elvis Presley Enterprises, die bis Mitte Dezember 2004 zum größten Teil Lisa Marie Presley gehörte, seitdem dem Medienunternehmer Robert Sillerman. Das Unternehmen gibt den eigenen Angaben zufolge nur bei 2 % aller Anträge ihre Zustimmung zu einem Merchandise-Artikel. Trotzdem gibt es mittlerweile kaum einen Gegenstand, der nicht in einer Elvis-Presley-Version auf den Markt gekommen wäre. Elvis lag Jahrzehnte lang an erster Stelle der Forbes-Liste toter Prominenter mit den höchsten Einnahmen. 2006 fiel er auf den zweiten Platz zurück. Der FAZ zufolge nahm die Firma 2003 45 Millionen Dollar ein und erwirtschaftete 12 Millionen Dollar operativen Gewinn - obwohl sie keinerlei Rechte an seinen Musikaufnahmen besitzt.

Der eigentlich für einen Werbespot des Sportartikelherstellers Nike zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 vom niederländischen DJ Junkie XL (Tom Holkenborg) gefertigte Remix des Songs A little less conversation wurde zum Nummer 1 Hit. (Das Original wurde 1968 als B-Seite veröffentlicht). Aus Rücksicht auf Presleys Tablettensucht in den 70ern und auf Druck der Elvis-Erben nannte sich Junkie XL nur "JXL".

Eine Wiederveröffentlichung der 18 UK No.1 Hits auf Maxi CDs im Jahre 2005 bescherte Elvis nicht nur die 1000. No.1 im Vereinigten Königreich sondern insgesamt 3 "neue" No.1 Hits. Denn die Maxi CDs gelten als eigenständige Veröffentlichung weil sie eine eigene Bestellnummer haben. Somit ist es irrelevant, dass deren akustischer Inhalt mit den bereits zu Lebzeiten von Elvis erschienen Singles identisch ist. Dies bedeutet für die Rank List, dass Elvis mit 21 Nummer 1 Hits (18 verschiedene Songtitel) der Spitzenreiter vor den Beatles bleibt.

Textquelle: Artikel Elvis Presley. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. Dezember 2006, 11:34 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 28. Dezember 2006, 22:46 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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