Diego Maradona

Diego Maradona

*30.10.1960

Portrait

Diego Armando Maradona (* 30. Oktober 1960 in Villa Fiorito) ist ein ehemaliger argentinischer Fußballspieler und Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft.

Er prägte als Spieler wesentlich den Fußball am Ende der 1980er Jahre. Mit der argentinischen Fußballnationalmannschaft wurde er 1986 Weltmeister und 1990 Vizeweltmeister, ferner 1989 mit dem SSC Neapel UEFA-Cup-Sieger sowie 1987 und 1990 italienischer Meister.

Er gilt als einer der besten Fußballspieler aller Zeiten und war zu seiner aktiven Zeit einer der größten Stars des Fußballs, auch wenn sein Image gegen Ende bzw. im Anschluss an seine Laufbahn durch zahlreiche Skandale (u. a. Doping und private Drogenprobleme) getrübt wurde. Von seinen Fans wird Diego Maradona als Heiliger, zuweilen sogar als Gott verehrt. So wurde in Rosario (Argentinien) die Iglesia Maradoniana (Kirche des Maradona) gegründet. Ihre „Gläubigen“ bezeichnen Maradona als Gott, als „D10S“ („Dios“ ist das spanische Wort für Gott, die 10 steht für die Rückennummer, die Maradona jahrelang trug).

Leben der Legende Maradona

Maradona wurde in Villa Fiorito geboren, einer Villa Miseria im Großraum Buenos Aires südlich der eigentlichen Stadt. Er wird als Sohn einer italienisch-stämmigen Familie in ärmlichen Verhältnissen geboren.

Maradona heiratete seine langjährige Freundin Claudia Villafañe am 7. November 1989 in Buenos Aires. Sie haben zwei Töchter: Dalma Nerea (1987) und Giannina Dinorah (1989). Giannina brachte am 19. Februar 2009 ein Kind zur Welt und machte Maradona somit zum Großvater.[2] Maradona und Villafañe wurden 2004 geschieden. Zu seiner Zeit in Neapel unterhielt er eine Beziehung zu der Neapolitanerin Cristiana Sinagra. Aus dieser Beziehung ging der Sohn Diego jr. (* 1986) hervor, der mittlerweile in der italienischen Beach-Soccer-Nationalmannschaft spielt. Diego jr. traf seinen Vater erstmals 2003 und warf diesem 2005 Gefühlskälte und die Verweigerung von Unterhaltszahlungen vor.

Maradona hat mehrere Brüder, von denen zwei ebenfalls Fußball-Profis wurden. Sein Bruder Hugo brachte es immerhin zum Legionär in der italienischen Liga und zu einem (wenn auch recht kurzen) Engagement beim SK Rapid Wien.

Maradona lebte als Fußballspieler in Extremen. Auf dem Fußballplatz als einer der weltbesten Fußballer überhaupt anerkannt, zerstörte er seine Karriere infolge von Drogen und Kontakten zur Camorra. Bei der Weltmeisterschaft 1994 wurde bei einer Dopingprobe Maradonas eine verbotene Substanz (Ephedrin) festgestellt und Maradona, zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt, von der FIFA aus dem Turnier und aus allen sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Er hatte bis dahin im Gruppenspiel gegen die griechische Fußballnationalmannschaft eine nicht für möglich gehaltene Klasseleistung gezeigt. Am 4. Januar 2000 hatte Maradona während eines Aufenthaltes im Badeort Punta del Este (Uruguay) einen schweren Herzinfarkt, der auf eine Überdosis Kokain zurückgeführt wurde. Er unterzog sich anschließend einer Entziehungskur auf Kuba, wo er Freundschaft mit Fidel Castro schloss. Er kündigte die Freundschaft zu seinem langjährigen Manager Guillermo Cóppola auf, der Maradona jahrelang Kokain geliefert haben soll. Am 18. April 2004 wurde Maradona wegen hohen Blutdrucks, Atemnot und einer Lungenentzündung in eine Klinik in Buenos Aires eingeliefert. Gerüchte, dass es sich erneut um die Folgen einer Überdosis Kokain handeln würde, wurden vom Arzt der Familie bestritten.

Der 43-jährige Maradona hielt sich 2004 lange auf Anweisung eines Gerichts zu einer Drogen-Therapie in einer psychiatrischen Klinik vor den Toren der argentinischen Hauptstadt auf. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fand am 12. August 2004 in Buenos Aires ein Treffen mit Staatspräsident Néstor Kirchner statt (siehe Foto), bei dem es um eine Ausreise des ehemaligen Stars in eine Suchtklinik in die Schweiz oder nach Kuba gegangen sein soll.

Im Jahr 2005 besserte sich Maradonas Gesundheitszustand nach der Entziehungskur erheblich, besonders nachdem er sich Mitte des Jahres einer Magenverkleinerung unterzog, um sein chronisches Übergewicht zu bekämpfen.

Anfang August begann er, beim argentinischen Fernsehkanal Canal 13 eine eigene Fernsehshow zu moderieren, La Noche del 10 („Die Nacht der Nummer 10“). In dieser Show, die bis Ende des Jahres im argentinischen Fernsehen lief, spricht Maradona mit Prominenten und Fußballspielern aus Argentinien und dem Rest der Welt.

Maradona trat an seinem 45. Geburtstag endgültig von der aktiven Fußball-Bühne ab. Am 30. Oktober 2005 bestritt er im Stadion San Paolo von Neapel ein weiteres Abschiedsspiel. Negative Schlagzeilen erlangte Maradona im November 2005, als er zwei feste Zusagen für das Abschiedsspiel von Júlio César in Dortmund und für ein Benefizspiel von David Beckham platzen ließ, da er kurzfristig eine Gage von 200.000 $ verlangte, die nicht gezahlt wurde.

Im November 2005 sprach Maradona auf einer Protestkundgebung im Umfeld des Amerika-Gipfels in Argentinien öffentlich bei einem Auftritt von Hugo Chávez. Er skandierte dabei hauptsächlich anti-US-amerikanische Parolen.

Bei der WM 2006 in Deutschland erregte er Aufmerksamkeit, weil er im Fan-Trikot die Siege der Argentinier auf den Rängen feierte. Während des Viertelfinalspiels gegen Deutschland verließ Maradona aber bereits nach 20 Minuten aus Protest die Tribüne, weil Freunden der Zutritt zum Stadion verwehrt wurde.

Maradona lebt im Partido Lomas de Zamora, Provinz Buenos Aires, Argentinien.

Textquelle: Seite „Diego Maradona“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Juni 2009, 09:36 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 12. Juni 2009, 00:22 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden