Diego Maradona

Diego Maradona

*30.10.1960

Karierre des Fussballgottes

Die Karriere von Maradona begann 1969, als er in die Jugendmannschaft Los Cebollitas („die Zwiebelchen“) der Argentinos Juniors eintrat. Das Team blieb daraufhin 136 Spiele lang ungeschlagen. Schon damals wurde sein Spitzname „Pibe de oro“ (Goldjunge) erfunden. Mit 16 Jahren begann seine Profikarriere bei der ersten Mannschaft der Argentinos Juniors. Er machte am 20. Oktober 1976 gegen Talleres de Córdoba sein erstes Spiel in der Primera División, der ersten argentinischen Liga. Bereits vier Monate später erfolgte sein Debüt in der Nationalmannschaft. Trainer César Luis Menotti nahm Maradona aber nicht zur WM 1978 mit, da er ihn für zu jung hielt. Auch ohne ihn wurde Argentinien Weltmeister. 1979 wurde die U-20-Auswahl Argentiniens unter Maradonas Führung Weltmeister, Maradona wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. 1981 wechselte er zu den Boca Juniors in Buenos Aires.

Maradona in Spanien, beim FC Barcelona

Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien konnte Maradona die Erwartungen nicht erfüllen und flog im Zwischenrundenspiel gegen Brasilien wegen Foulspiel vom Platz. Nach dem Turnier wechselte er zum FC Barcelona, bei dem er zeitweise von seinem Ex-Teamchef Menotti betreut wurde. Das Unterschicht-Kind Maradona wurde in der bürgerlichen Stadt Barcelona nicht glücklich, nicht auf dem Fußballplatz und nicht außerhalb. Dazu trug auch eine schwere Knöchel-Verletzung bei, die ihm der Bilbao-Spieler Goikoetxea durch ein Foul zufügte. Im Finale des spanischen Pokals 1984, wiederum gegen Athletic Bilbao, zettelte Maradona unter den Augen des spanischen Königs Juan Carlos eine Massenschlägerei an. Später ersuchten er und sein langjähriger Manager Jorge Cyterszpiler den König um eine Audienz, wo er sich bei ihm entschuldigte.

Maradona in Italien, beim ssc Neapel

Im Juli 1984 wechselte Maradona für eine damalige Rekord-Ablösesumme von 24 Millionen DM (12,3 Millionen Euro) zum SSC Neapel, wo er seine besten Fußball-Jahre haben sollte. Mit Neapel gewann er 1987 das italienische Double (Meisterschaft und Pokal) und 1990 abermals die Meisterschaft. 1989 gewann das Team den UEFA-Pokal.

Die WM 1986 in Mexiko war „seine“ WM. Er wurde mit der argentinischen Nationalmannschaft Weltmeister und war der überragende Spieler des Turniers. Am bekanntesten wurden seine beiden Tore im Viertelfinale gegen England: Zuerst erzielte er regelwidrig ein Tor, indem er den Ball mit seiner Hand über den englischen Torhüter Peter Shilton hinweg ins Netz beförderte. Im Anschluss an das Spiel sprach er in diesem Zusammenhang von der „Hand Gottes“, die das Tor erzielt habe („es war der Kopf Maradonas und die Hand Gottes“). Etwas später im gleichen Spiel schoss Maradona nach einem unglaublichen Dribbling über das halbe Spielfeld, bei dem er die gesamte englische Abwehr ausgespielt hatte, ein weiteres Tor. Dieser Treffer wurde 2002 von der FIFA zum „WM-Tor des Jahrhunderts“ gekürt. Im Finale gegen Deutschland lieferte Maradona zwar seine schlechteste Partie der WM, gab aber fünf Minuten vor Spielschluss den entscheidenden Pass an Jorge Burruchaga zum 3:2-Siegtreffer.

Tor des 20. jahrhunderts

"Hand Gottes"

Die Copa América, das südamerikanische Äquivalent zur Europameisterschaft, konnte Maradona nie gewinnen, 1989 wurde er mit Argentinien Dritter.

Auch bei der WM 1990 erreichte die argentinische Nationalmannschaft das Finale, obwohl das Team vorher nicht zu den Favoriten gezählt hatte. Argentinien unterlag im Finale Deutschland, in dem vor allem Maradonas „Bewacher“, der Stuttgarter Guido Buchwald, eine entscheidende Rolle spielte, da er Maradona effektiv im Spielaufbau störte.

1991 wurde ihm in Italien bei einer Dopingprobe die Einnahme von Drogen nachgewiesen. Dies war das Ende seiner Zeit bei Napoli. Er flüchtete Hals über Kopf nach Argentinien, wo er wenig später aufgrund seines Drogenkonsums verhaftet wurde. Nach dem Ablauf einer Sperre, die er zu einer Entziehungskur nutzte, wagte er 1992 beim FC Sevilla ein Comeback und fand auch wieder in die argentinische Nationalmannschaft zurück. Nachdem er mit einem Gewehr auf Journalisten vor seinem Haus geschossen hatte, durfte er das Land nicht mehr verlassen.

Bei der WM 1994 erzielte er im ersten Spiel gegen Griechenland ein Tor zum 3:0, Endstand 4:0, nach der Vorrunde wurde er wegen nachgewiesenem Dopings vom Turnier ausgeschlossen. Insgesamt schoss er bei 4 Weltmeisterschaften 8 Tore. Mit 21 WM-Einsätzen liegt er zusammen mit 2 anderen Spielern (Uwe Seeler und Władysław Żmuda) auf dem 3. Rang der Liste mit den meisten WM-Einsätzen.

Maradona in Spanien, bei FC Sevilla (1992)

Maradona in Argentinien , bei Boca Juniors (1981)

Maradona in Argentinien , bei Argentinos Juniors (1976)


Stationen der Karriere:

  • 1976: Argentinos Juniors
  • 1981: Boca Juniors
  • 1982: WM-Teilnahme, jedoch durchwachsene Leistung
  • 1982: FC Barcelona, teuerster Transfer der Welt
  • 1984: SSC Neapel, wieder teuerster Transfer der Welt (circa 12 Millionen Euro). Zwei mal Meister, zweimal Vizemeister, einmal Pokalsieger, einmal UEFA-Cup Sieger. Maradona wird in Neapel wie ein Gott verehrt.
  • 1986: Weltmeister in Mexiko, fünf Tore geschossen, fünf Vorlagen
  • 1990: Vizeweltmeister in Italien
  • 1991: positiver Dopingbefund, Sperre für 15 Monate
  • 1992: Wechsel zu FC Sevilla
  • 1993: CA Newell’s Old Boys, spielte dort aber nur fünf Partien
  • 1995: Boca Juniors

Diego Maradona wurde viermal (1979, 1980, 1981 und 1986) zu Argentiniens Fußballer des Jahres gewählt. 1979 war er der jüngste Spieler, der bis dahin diesen Titel verliehen bekam. Dieser Rekord wurde ihm erst 1999 von Javier Saviola entrissen. In 91 Länderspielen für Argentinien erzielte er 34 Tore.

Diego Maradona hat anlässlich der WM in Korea und Japan mehrere Auszeichnungen durch die FIFA erhalten. So wurde sein zweites Tor gegen England bei der WM 1986 zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Des Weiteren gehört er zum FIFA-Dreamteam.

Bereits im Jahr 2000 gewann Maradona eine von der FIFA initiierte Internetabstimmung unter Fußballfans zum besten Fußballspieler des vergangenen Jahrhunderts. Da Maradona wegen seiner zahlreichen Skandale für die FIFA jedoch schwer zu vermarkten war, wurde durch eine von der FIFA eingesetzten Jury ein Äquivalent zur Internetabstimmung geschaffen, die der FIFA-konforme Pelé gewann. Somit wurde der Titel „Weltfußballer des Jahrhunderts“ zweimal vergeben.

Sein letztes Spiel machte er am 25. Oktober 1997. Maradona versuchte zwischenzeitlich ein Comeback als Trainer von Mandiyú Corrientes und Racing Club Avellaneda, aber ohne Erfolg. Manidyú spielte unter seiner Regie zwölf Partien und gewann eine, Racing Club gewann zwei von elf.

Der argentinische Fußballverband versuchte 2002 Maradonas Trikot-Nummer „10“ aus Respekt zu schützen, sodass diese in der argentinischen Nationalmannschaft nicht mehr in internationalen Spielen vergeben würde. Die FIFA allerdings lehnte das Ansinnen ab, da dies im Fußball nicht üblich und beispiellos gewesen wäre. Der tiefe Eindruck, den Maradona bei einem phänomenalen Auftritt mit Barcelona in Belgrad 1982 hinterließ, als er bei einem 4:2-Auswärtssieg Barcelonas vor 120.000 Zuschauern zwei Tore schoss, führte unter anderem dazu, dass der Regisseur Emir Kusturica einen Dokumentarfilm über Maradonas Leben mit dem Titel Maradona drehte.

Die Verehrung von Maradona gipfelte in der Gründung der neureligiösen Bewegung Iglesia Maradoniana.

Am 28. Oktober 2008 gab der Argentinische Verband bekannt, dass Diego Maradona der neue Trainer der Argentinischen Nationalmannschaft wird. Obwohl er kaum über Erfahrung als Fußballtrainer verfügt, setzte er sich nach einem Gespräch mit dem argentinischen Verbands-Präsidenten Julio Grondona unter anderem gegen Sergio Batista, den ehemaligen Rekordnationalspieler Diego Simeone, Miguel Angel Russo und Carlos Bianchi durch. Maradonas Vorgänger Carlos Bilardo wird als Teammanager fungieren.

Erfolge/Titel

Als Nationalspieler

  • 1979: Junioren-Weltmeister
  • 1986: Weltmeister
  • 1990: Vizeweltmeister


Mit seinen Vereinen

  • 1981: Argentinischer Meister (Torneo Metropolitano)
  • 1983: Spanischer Pokalsieger
  • 1983: Copa de la Liga
  • 1983: Spanischer Supercupsieger
  • 1987: Italienischer Meister
  • 1987: Italienischer Pokalsieger
  • 1989: UEFA-Pokal-Sieger
  • 1990: Italienischer Meister
  • 1990: Italienischer Supercupsieger


Andere Auszeichnungen

  • Aufnahme in die Liste der weltbesten Fußballer des 20. Jahrhunderts, die FIFA 100
  • Torschützenkönig der argentinischen Primera División: 1978 (Torneo Metropolitano), 1979 (Torneo Metropolitano), 1980 (Torneo Metropolitano), 1980 (Torneo Nacional)
  • Südamerikas Fußballer des Jahres: 1979, 1980, 1986, 1989, 1990, 1992
  • Argentiniens Fußballer des Jahres: 1979, 1980, 1981, 1986
  • Torschützenkönig (Capocannoniere) der Serie A (15 Treffer): 1988
  • Goldener Ball als bester Spieler der Junioren Weltmeisterschaft: 1979
  • Goldener Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft: 1986
Textquelle: Seite „Diego Maradona“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Juni 2009, 09:36 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 12. Juni 2009, 00:22 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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