Snofru

Snofru

*-2639 — †-2589

Portrait

Snofru oder Snefru war der erste altägyptische König (Pharao) der 4. Dynastie (Altes Reich), welcher von um 2639 bis um 2604 v. Chr. , nach anderer Quelle von um 2613 bis um 2589 v. Chr. regierte.

Herkunft

Er stammte vielleicht aus Mittelägypten oder Memphis und war eventuell ein Verwandter seines Vorgängers Huni.

Von Ägytologen wie beispielsweise Rainer Stadelmann wird angenommen, dass er als Kronprinz im Alter zwischen 16 und 18 Jahren vermutlich eine namentlich nicht bekannte Schwester oder Halbschwester heiratete, die ihm in der Folgezeit mindestens fünf Söhne und zwei Töchter gebar.

Regentschaft

Snofru kam mit etwa 30 Jahren an die Macht. Wie kein anderer König des Alten Reiches gilt Snofru in der ägyptischen Tradition als der gute Herrscher, der dann schon im Mittleren Reich mit Horus gleichgesetzt und vergöttlicht wurde.

Das bislang einzige Abbild des Snofru ist eine von Stadelmann im Jahr 1994 per Zufall im Antikenmagazin von Giseh wiedergefundene und identifizierte, stark beschädigte Kalksteinstatue. Sie stammt aus Dahschur.

Der Guss der ersten ägyptischen Kupferstatue und die Erfindung der Harfe fielen angeblich in seine Regierungszeit.

Seine eventuell erste Frau verstarb entweder oder wurde von ihm verlassen. Snofru heiratete daraufhin Hetepheres I., die als Mutter seines Nachfolgers Cheops bezeugt ist. Über die Herkunft der Hetepheres ist nichts bekannt.

Innenpolitik

Snofru teilte das Reich in 38 Gaue ein und stützte sich bei der zentralen Verwaltung auf ein Heer von Schreibern und Beamten. Seinem Sohn Rahotep übergab er mehrere hohe Posten. Dieser wurde zum General und Hohepriester in Heliopolis befördert und zugleich „Erster der Großen der Halle“, „Vorsteher der Lastträger“ und als „Magazinältester“ der Leiter des großen pharaonischen Nahrungsspeichers. Ein weiterer Sohn war der Wesir Nefermaat. Beide sind sie in großen Mastabas in Meidum begraben worden. Ein weiterer Sohn mit hohen Posten war Netjeraperef, der in Dahschur sein Grab hatte.

Feldzüge

Der Palermostein enthält Angaben zu Feldzügen gegen Nubien (angeblich 7000 Gefangene und 200.000 Stück erbeutetes Vieh) und Libyen (1100 Gefangene und 13.000 Stück Vieh), mit denen Snofru wohl die Reichsgrenzen sicherte.

Bautätigkeit

Es gilt als gesichert, dass der Pharao sofort nach seinem Regierungsantritt 50 Km von Memphis entfernt am Ostrand der Oase Faijum bei Meidum (auch: Medum) mit dem Bau seines Mausoleums beginnt. Dieses Bauwerk wurde oftmals Huni zugesprochen, doch gibt es keinerlei Anzeichen dafür und sie wird heute als ein Werk des Snofru angesehen. Es maß 146 x 146 m, war 92 m hoch und wurde zuerst als 8-stufige Stufenpyramide geplant, später jedoch verkleidet und somit nachträglich zur ersten "typischen" Pyramide. In der Nachfolgezeit ist im Laufe der Jahrtausende durch Steinraub diese äußere Form wieder verloren gegangen. Die heute sichtbare Stufenform entspricht nur zum Teil der ersten Bauform. Die nie benutzte Sargkammer befindet sich erstmals nicht mehr unter der Pyramide, sondern im Kernmauerwerk. Nach neueren Erkenntnissen ließ der Pharao im zwölften Jahr seiner Regentschaft von diesem Bauvorhaben ab und begann auf dem Wüstenplateau in Dahschur ein neues Projekt.

Dort erlebte unter Snofru der Bau der königlichen Grabstätten eine gravierende Änderung: waren die Nekropolen aus der ägyptischen Frühzeit in Richtung Nord-Süd ausgerichtet, wurde diese Orientierungsachse (der gesamten Nekropole nicht nur die der beiden Pyramiden!) nunmehr jedoch nach Ost-West verschoben, in Richtung von Sonnenauf und -untergang. Weiterhin wurde eine Aufteilung in die Komponenten Taltempel - Aufweg - Kultstätte - Pyramide eingeführt.

Man errichtete nun zwei nahezu 100 m hohe Pyramiden: Die erste, die so genannte Knickpyramide, bildet den Übergang von der Stufenform zur reinen Pyramidenform, die zweite in Dahschur-Süd ist bereits eine echte Pyramide. Die Knickpyramide musste aufgegeben werden, da Risse und Bauschäden im Korridor und dem Grabkammersystem auftraten. Daraufhin erfolgte der Bau der weiteren, der Roten Pyramide in Dahschur-Nord, auf erheblich verbreiteter Grundfläche und mit einem Neigungswinkel von 45°. Mit diesem Bauwerk gilt Sofru als der Erbauer der ersten echten geometrischen Pyramide.

Noch vor Fertigstellung dieser Bauprojekte schickte Snofru einen Teil der Handwerker zurück nach Meidum, wo sie seiner ersten Stufenpyramide durch Verkleidungen eine glatte äußere Pyramidenform geben sollten. Den Forschern ist bis heute völlig unklar, warum der Pharao seine Baukräfte derart aufteilte.

Tod

Nachdem alle diese dargestellten Bauprojekte vollendet waren, starb der Pharao im hohen Alter von etwa 75 Jahren. Sein Leichnam wurde von den Ut-Priestern (die "Umhüller") entfleischt und die verbliebenen Knochen in Leinentücher gewickelt, da eine richtige Mumifizierung im Alten Reich noch unbekannt war.

Nach gängiger Lehrmeinung wurde der derart behandelte Leichnam des Pharaos anschließend in der Roten Pyramide von Dahschur beerdigt. Nach neuester Ansicht von Dr. Zahi Hawass, dem Direktor des Gizeh-Plateaus und Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, wurde Snofru nicht dort, sondern in seinem alten Grabmal in Meidum beerdigt, wo er seiner Meinung nach vielleicht noch immer völlig unberührt in seinem Prachtsarg liegt.

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