Reinhold Messner

Reinhold Messner

*17.09.1944
Reinhold Messner

Portrait

Reinhold Andreas Messner (* 17. September 1944 in Brixen, Südtirol) ist ein italienischer Extrembergsteiger, Abenteurer, Buch- und Filmautor (u. a. über seine Expeditionen) sowie Politiker (Grüne). Er stammt aus Villnöss in Südtirol und ist Ehrenbürger der Gemeinde. Heute lebt er auf seinem Schloss Juval im Vinschgau. In dem Bergdorf Sulden am Ortler züchtet er Yaks und hat in einem renovierten Bergbauernhof das Restaurant »Yak und Yeti« eingerichtet. Dort unterhält er außerdem ein kleines Bergsteigermuseum. Sein Zweitwohnsitz ist München.

Messner ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Bergsteiger. Neben seiner starken Selbstvermarktung und Medienpräsenz mit häufig polarisierenden Äußerungen zum Bergsteigen lasten ihm ehemalige Seilschaft-Kollegen den Tod seines Bruders Günther im Jahr 1970 an.

Messner hat Vermessungskunde an der Universität Padua studiert. Eine Zeit lang unterrichtete er Mathematik an einer Mittelschule.

Vom 20. Juli 1999 bis zum 19. Juli 2004 vertrat Messner die italienischen Grünen im Europäischen Parlament.

Lebensweg

* Als erster Bergsteiger bestieg Reinhold Messner 1978 mit dem Österreicher Peter Habeler den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät, zwei Jahre später den selben Berg als erster sogar im Alleinaufstieg, und im Lauf der folgenden Jahre bestieg er als erster Mensch alle 14 Achttausender.

* 1989 durchquerte er zusammen mit Arved Fuchs die Antarktis beinahe ohne technische Hilfsmittel.

* Am 19. September 1991 war Messner mit Hans Kammerlander zufällig zugegen, als deutsche Bergwanderer, die Rentner Erika und Helmut Simon aus Nürnberg, den sogenannten "Ötzi", eine mumifizierte Leiche aus der Kupferzeit, im Eis des Similaungletschers in den Ötztaler Alpen entdeckten. Er selbst datierte sie bei der Freilegung zwei Tage darauf zuerst falsch auf das 18. Jahrhundert.

* Messner engagierte sich schon seit den 1980er-Jahren für den Umweltschutz, 1999 wurde er als parteiloser Kandidat für die Grünen für fünf Jahre ins Europäische Parlament gewählt. Danach bewarb er sich für seine Wiederwahl statt bei der italienischen Grünen Partei bei den bayrischen Grünen, wurde dort aber nicht als Kandidat akzeptiert.

* Ab 2003 arbeitete er am Projekt Bergmuseum auf Schloss Sigmundskron.

* Im Jahr 2004 unternahm Messner eine andere Art von Expedition: Er durchquerte alleine die Wüste Gobi. Dabei legte er eine Strecke von 2000 km zurück. Aus Respekt vor den Einheimischen rasierte er sich vorher seinen Bart ab.

* Seit den 1990er-Jahren reflektiert Messner sein gelegentlich extremes Handeln und seine Planung ausführlich und öffentlich. Dies hat ihn, wie viele Extremsportler, zu einem gefragten Trainer bei Manager-Seminaren gemacht.

* Im Sommer 2006 eröffnete er das Bergmuseum auf Schloss Sigmundskron, das das Werden und Vergehen der Berge, die Kulturen im Himalaya-Gebiet und die Geschichte Südtirols in einem Museum vereint.

Tod des Bruders am Nanga Parbat

Um den Tod des Bruders von Reinhold Messner ranken sich einige mysteriöse Mutmaßungen. Ehemalige Bergkameraden werfen Reinhold Messner vor, er habe über die Umstände des Todes seines Bruders Günther Messner nie die volle Wahrheit gesagt. Allerdings ist zu sagen, dass er selbst nur mit viel Glück überlebt hat, was in dieser enormen Höhe ohnehin schwer ist.

Hintergrund

1970 nahm Reinhold Messner an einer Expedition zum 8125 Meter hohen Nanga Parbat teil. Er begann am 27. Juni 1970 alleine mit dem Aufstieg vom letzten Hochlager zum Gipfel. Sein Bruder Günther folgte ihm spontan und holte ihn ein. Den Gipfel erreichten sie gemeinsam. Reinhold Messner kam nach sechs Tagen alleine und mit schwersten Erfrierungen vom Gipfel herunter. Messner erklärte, er sei zusammen mit dem Bruder auf der sogenannten Diamir-Seite über eine bis dahin unbekannte Route abgestiegen. Sein Bruder sei so erschöpft gewesen, dass er Angst davor gehabt habe, den selben Weg durch die Rupalwand für den Abstieg zu benutzen, den sie für den Aufstieg genommen hatten. Günther sei dann beim Abstieg von einer Lawine erfasst worden. Messner wirft seinen Kameraden bei seiner Ankunft im Basiscamp vor, keine Suchexpedition gestartet zu haben, als er und sein Bruder nicht in der erwarteten Zeit vom Gipfel zurückkehrten. Diese unterstellen Messner indes, er habe seinen Bruder möglicherweise im Stich gelassen und alleine über den normalen Weg ins Lager zurückgeschickt, während Reinhold selbst den Aufstieg zum Gipfel alleine ging, um den Ruhm dafür zu ernten. Im Januar 2007 untersagte die Pressekammer des Landgerichts Hamburg Max von Kienlin 12 von 13 in Kienlins Buch Die Überschreitung aufgestellten Behauptungen.

Reinhold Messner hat bei dieser Expedition den Nanga Parbat überschritten. Nach seinen Aussagen haben er und sein Bruder Günther versucht, eine einfachere Abstiegsroute zu finden. Da Günther dann nicht mehr seinem Bruder folgte, suchte Reinhold einen Tag nach ihm und stieg sogar nochmal einige Strecke auf. Doch dann kam die Erkenntnis, dass Günther nicht mehr leben konnte. Durch Hunger völlig erschöpft und durch die Höhe teilweise auch verwirrt ging Reinhold dann einen Weg hinab, bei dem er meinte, Yak-Spuren zu entdecken.

Leiche des Bruders gefunden

2005 wurde die Leiche des Bruders in der Nähe des Diamir-Basiscamps in 4600 Metern Höhe gefunden. Nach Aussagen von Messners Sprecher Naeem Khan sollen die sterblichen Überreste Günther Messners zuvor 33 Jahre lang auf einer Höhe von 7000 Metern gelegen haben und mit den schmelzenden Schneemassen in den letzten zwei Jahren heruntergespült worden sein. Günther Messner konnte zweifelsfrei anhand von DNA-Proben, Schuhen und Kleidung identifiziert werden. Messner hat bisher verbreitet, dass sein Bruder bis zum Wandfuß unterhalb von 5000 Metern bei ihm gewesen sei. Der jetzige Fund beweist zumindest, dass Günther Messner nicht über die Rupalseite abgestiegen ist. Es scheint auch widerlegt, dass Günther Messner während des ersten Biwaks der Gebrüder Messner in der Scharte oberhalb der Merkl-Rinne in 7800 Metern, wie vom Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer behauptet, den Erschöpfungs- oder Höhentod gestorben ist. Ob der Sachverhalt allerdings jemals vollständig und wahrheitsgemäß aufgeklärt werden kann, ist fraglich, da selbst der einzige mögliche Zeuge, Reinhold Messner, nicht mit Sicherheit den tatsächlichen Hergang des Geschehens schildern kann. Jedoch sprechen die neuen Erkenntnisse für die Theorie Reinhold Messners, dass sein Bruder beim Abstieg auf der Diamirseite des Berges möglicherweise durch eine Lawine ums Leben kam. Die ehemaligen Bergkameraden sehen in den neuen Meldungen noch keinen Beweis für die Version Reinhold Messners.

Textquelle: Artikel Reinhold Messner. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. Dezember 2007, 20:21 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 1. Januar 2008, 20:00 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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