Tahar Ben Jalloun

Tahar Ben Jalloun

*01.12.1944

Portrait

Tahar Ben Jelloun (* 1. Dezember 1944 in Fès, Marokko) ist ein frankophoner marokkanischer Schriftsteller und Psychiater und gilt als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur aus dem Maghreb.

Leben

Nach dem Besuch einer arabisch-frankophonen Grundschule zog Tahar Ben Jelloun als 18-Jähriger von seinem Geburtsort Fès nach Tanger, um dort ein französisches Gymnasium (Lycée) zu besuchen. 1963 begann er ein Philosophiestudium an der Universität Muhammad V in Rabat, wo er auch seine ersten Gedichte verfasste, die in dem Sammelband „Hommes sous linceul de silence“ 1971 erschienen sind. Nach Abschluss seines Studiums unterrichtete er dann Philosophie in Marokko, musste jedoch 1971 nach Frankreich emigrieren, da die Lehre der Philosophie arabisiert wurde und er dafür nicht ausgebildet war. Er promovierte dort 1975 in sozialer Psychiatrie, wovon auch seine Werke beeinflusst wurden (z.B. „La Réclusion solitaire“, 1976). Ab 1972 schrieb er regelmäßig für Le Monde.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Jelloun zahlreiche Romane, unter anderem 1985 „L´Enfant de sable“, womit er bekannt wurde. „La Nuit Sacrée“, die Fortsetzung von „Enfant de sable“, wurde 1987 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Damit war Jelloun der erste aus Nordafrika stammende, der diesen Preis erhielt.

1994 erhielt er den Grand Prix littéraire du Maghreb, mit dem er sich endgültig als französischer Autor durchsetzte.

Im Juni 2004 erhält Jelloun den mit 100.000 Euro dotierten irischen Literaturpreis IMPAC für sein Buch „Cette aveuglante absence de lumière“ (dt: „Das Schweigen des Lichts“), in welchem er die Zustände im - inzwischen geschlossenen - Gefangenenlager Tazmamart beschreibt. Dem Roman liegt eine wahre Geschichte zugrunde.

Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, so zum Beispiel „L´Enfant de sable“ und „La Nuit sacrée“ in 43 Sprachen oder auch „Le Racisme expliqué à ma fille“ in 25 Sprachen, darunter Esperanto.

Tahar Ben Jelloun lebt mit seiner Frau und seiner Tochter Mérième, für die er einige pädagogische Bücher geschrieben hat, in Paris. In „Le Racisme expliqué à ma fille“ (dt: „Papa, was ist ein Fremder?“) von 1997 erklärt er seiner Tochter – und allen anderen Interessenten – einfühlsam und dennoch sachlich, warum Rassismus entsteht und wie man dem entgegenwirken kann. Dieses Kinderbuch und „L´Islam expliqué aux enfants“ (dt: „Papa, was ist der Islam?“), welche Jelloun beide als Essay schrieb, wurden schon sehr bald Bestseller.

Werke

* Harrouda (1973)
* La Réclusion solitaire (1976)
* Les amandiers sont morts de leurs blessures (1976)
* La Mémoire future - Anthologie de la nouvelle poésie du Maroc Maspero (1976)
* La Plus Haute des solitudes (1977)
* Moha le fou, Moha le sage (1978)
* A l’insu du souvenir (1980)
* La Prière de l’absent (1981)
* La Réclusion solitaire (1981)
* L’Ecrivain public (1983)
* Hospitalité française, 1997 et " Points Actuels ", n° A65 (1984)
* La Fiancée de l’eau (1984)
* L’Enfant de sable (1985)
* La Nuit sacrée (1987)
* Jour de silence à Tanger (1990)
* Les Yeux baissés (1991)
* Aiberto Giacometti (1991)
* La Remontée des cendres (1991)
* L’Ange aveugle (1992)
* L’Homme rompu (1994)
* La Soudure fraternelle (1994)
* Poésie complète (1995)
* Le Premier amour est toujours le dernier (1995)
* Les Raisins de la galère (1996)
* La Nuit de l’erreur (1997)
* Le Racisme expliqué à ma fille (1997)
* L’Auberge des pauvres (1999)
* Cette aveuglante absence de lumière (2001)
* L’Islam expliqué aux enfants (2002)
* Le dernier ami (2004)
* Partir (2006)

Textquelle: Artikel Tahar Ben Jelloun. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Dezember 2006, 18:29 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 30. Dezember 2006, 23:16 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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