Gaius Maecenas

Gaius Maecenas

*13.04.-70 — †-8

Portrait

Gaius Maecenas (auch: Gaius Cilnius Maecenas; * 13. April um 70 v. Chr. in Arretium, dem heutigen Arezzo; † 8 v. Chr. in Rom) war ein Vertrauter und politischer Berater des römischen Kaisers Augustus und ein Förderer der Künste, dessen Namen als „Mäzen“ zum Gattungsbegriff wurde.

Er entstammte väterlicherseits dem arretinischen Rittergeschlecht der Maecenates, von mütterlicher Seite dem etruskischen Geschlecht der Cilnier. Von daher stammt der Gentilname der dem seinen mitunter beigefügt wird. Der Dichter Horaz überhöhte die vornehme Abstammung seines Freundes in einer Ode mit der Anrede atavis edite regibus („Spross aus altem königlichem Geschlecht“).

Maecenas gehörte zu den frühesten Vertrauten Oktavians, des Großneffen und Erben Julius Caesars. Bereits während der Schlacht bei Philippi 42 v. Chr. befand er sich im unmittelbaren Gefolge des späteren Augustus. Nachdem dieser die Alleinerrschaft über das Römische Reich erlangt hatte, war Maecenas einer der wichtigsten Helfer bei der Konsolidierung des Prinzipats. Loyal und ohne eigenen Ehrgeiz führte er diplomatische Verhandlungen für den Princeps und nahm Staatsgeschäfte für wahr. In späteren Jahren stellte Augustus Maecenas' Gattin Terentia nach. Dennoch vermachte der Ratgeber dem Princeps sein Vermögen, darunter auch seine umfangreichen Gärten auf dem Esquilin, die später unter Nero in den Komplex der Domus Aurea einbezogen wurden.

Der wohlhabende und das Wohlleben schätzende Maecenas versuchte sich auch in der Dichtkunst, erntete dafür und für seine Lebensweise aber herbe Kritik von Lucius Annaeus Seneca (z. B. de providentia 3, 9seq). Bleibenden Nachruhm hat Maecenas sich durch seine Förderung junger Dichter erworben, die ihre Dankbarkeit auch in Gedichten bezeugten. Zu ihnen gehörten Quintus Horatius Flaccus, den er mit einem Landgut (Sabinum) beschenkte, Publius Vergilius Maro, dem er zu einer Entschädigung für sein zugunsten der Veteranenversorgung enteignetes väterliches Erbe verhalf, und auch beider Freunde, die Dichter Sextus Aurelius Propertius und Lucius Varius. Maecenas’ Dichterkreise haben erheblich zur Propagierung der Idee des Prinzipats beigetragen.

Sein Name wurde zur Bezeichnung für wohlhabende Förderer von Kunst und Wissenschaft sowie für Preise, die zur Kunstförderung vergeben werden (z. B. „Maecenas“ und „Maecenas-Ehrung“).

Textquelle: Artikel Gaius Maecenas. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. April 2008, 15:25 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 22. April 2008, 13:08 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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