Howard Carter

Howard Carter

*09.05.1874 — †02.03.1939

Entdeckung des Grabes von Tutanchamun

Zwischen 1917 und 1922 verbrachte Carter seine Zeit bei der Erforschung der Wadis von Westtheben, machte Notizen zu den Graffiti und der möglichen Lage verlorener Gräber und suchte lange vergeblich nach dem Grab des Tutanchamun im Tal der Könige. Der ungeduldig werdende Lord Carnarvon war bereit, nur noch eine Grabungssaison zu finanzieren. Schließlich endete Carters Suche nach sieben Jahren harter Arbeit in Staub und Hitze am 4. November 1922 mit der Entdeckung dieses Grabes. Erst im Februar 1923 wurde die eigentliche Grabkammer geöffnet. Carter und seine Mitarbeiter benötigten zehn Jahre, um das Grab auszuräumen, denn Carter katalogisierte den Inhalt des Grabes mit großer Genauigkeit und Sorgfalt und vermerkte die Lage der einzelnen Gegenstände ganz exakt. Das bekannteste Fundstück dürfte wohl die goldene Totenmaske sein. Er veranlasste die notwendigen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten und den Transport der Objekte in das Ägyptische Museum nach Kairo.

Folgen der Entdeckung

Die Entdeckung dieses Grabes mit nahezu all seinen originalen Grabbeigaben machte Carter nicht nur in der Ägyptologenwelt zu einer Berühmtheit, sondern wurde außerdem die wichtigste archäologische Entdeckung des Jahrhunderts genannt und löste eine wahre Ägyptenbegeisterung (Ägyptomanie) aus. Deshalb erhielt er auch die Ehrendoktorwürde der Universität von Yale.

Die Entdeckung weckte weltweites Medieninteresse, so dass die öffentliche Aufmerksamkeit die Grabungsarbeiten behinderte. Aus diesem Grund schloss Lord Carnarvon mit einer britischen Zeitung einen Exklusivvertrag, welcher jedoch nicht die erhoffte Arbeitserleichterung brachte. Ägyptische Zeitungen durften nicht unmittelbar über den Fund in ihrem eigenen Land berichten. Die ägyptischen Beamten versuchten mit allen Mitteln, die Grabungsarbeiten zu erschweren, schließlich gipfelte das Ganze in antibritischer und antiausländischer Stimmung. Carter hielt sich aus Pressedingen heraus, was ihm besonders nach dem Tode Lord Carnarvons im Jahre 1923 (der an den Folgen eines entzündeten Mückenstiches starb) zu schaffen machte. Bekannte Medien und Amateur-Okkultisten, wie z. B. Sir Arthur Conan Doyle, stützten die Geschichte vom Fluch der Pharaonen und vom Gericht Gottes, da Lord Carnarvon sich mit Gotteslästerern getroffen hatte.

Doch durch seine Probleme mit den einheimischen Behörden wurde die ursprünglich besprochene Teilung der Funde (50-50) umgeworfen, so dass Carter keinen Gewinn aus dem Grab ziehen konnte. Ihm blieb nur noch die Auswertung und Publizierung der Funde. Doch erschienen lediglich einige populärwissenschaftliche Werke; die Auswertung der Tausenden von Karteikarten konnte Carter nicht beenden.

Textquelle: Seite „Howard Carter“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Oktober 2009, 15:20 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 3. November 2009, 23:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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