Christo und Jeanne-Claude

Christo und Jeanne-Claude

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Das Künstlerpaar

Valley Curtain, Grand Hogback, Colorado, USA
Public Domain

1970-1972: Valley Curtain, Grand Hogback, Colorado, USA

Im Oktober 1958 erhielt Christo einen Auftrag für ein Porträt von Précilda de Guillebon. Christo und Jeanne-Claude sahen sich dadurch zum ersten Mal. Jeanne-Claude war im Gegensatz zu ihrer Mutter am Anfang nicht sehr begeistert von Christo. Doch ihrer Mutter gefielen die Porträts und sie erteilte Christo weitere Aufträge. Bald lernten sich Christo und Jeanne-Claude näher kennen und er erteilte ihr Lehrstunden in Kunstgeschichte, sie dagegen lehrte ihn ein besseres Französisch zu sprechen. Christo arbeitete indessen an seinen Verhüllungen weiter. Christo freundete sich mit Jeanne-Claudes Halbschwester Joyce an und verliebte sich in sie. Jeanne-Claude verlobte sich unterdessen mit ihrem Freund Philippe Planchon. Einen Monat vor der Heirat, nachdem sich Christo und Joyce trennten, verliebten sich Christo und Jeanne-Claude ineinander, doch die Heirat mit Philippe fand statt. Nach den Flitterwochen trennte sich die von Christo schwangere Jeanne-Claude von ihrem Ehemann. Zunächst verheimlichte sie ihre Schwangerschaft.

1959 widmete sich Christo mehr denn je seinen Verhüllungen, aber er änderte seinen Stil. Er beließ das Material so wie es war und behandelte es nicht mehr mit Leim und Sand. 1960 ließ er dann jegliche Bemalung weg und beendete somit seine Inventory Reihe. Seine Verhüllungen waren eine „Offenbarung durch Verbergen“ (David Bourdon). Während sich die meisten Künstler die Unsterblichkeit erhofften, betonte Christo die Sterblichkeit durch seine vergänglichen Werke. Im Herbst besuchten Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely das Atelier von Christo. Christo schloss immer mehr Bekanntschaften mit immer mehr Künstlern. Die Liebe zwischen Christo und Jeanne-Claude war noch immer heimlich und am 11. Mai 1960 wurde ihr Sohn Cyril geboren. Als Jeanne-Claudes Eltern die Liebesaffäre bemerkten waren sie entrüstet, da Christo aus niederen Verhältnissen stammte und versagten dem Paar jegliche finanzielle Unterstützung, so dass sie in Armut leben mussten, was für Christo allerdings kein neuer Umstand war.

1961 realisierten Christo und Jeanne-Claude ihr erstes gemeinsames Projekt, indem sie im Kölner Hafen zahlreiche vorgefundene Fässerstapel verhüllten. Die Eltern von Jeanne-Claude begannen sich langsam mit ihrer Tochter auszusöhnen und interessierten sich für ihr Enkelkind. Das Paar nahm 1962 das erste monumentale Projekt, den „Eisernen Vorhang – Mauer aus Ölfässern“, in Angriff. Hierbei wurde eine Seitenstraße an der Seine, die Rue Visconti, durch hoch aufgestapelte Ölfässer versperrt. Sie kommentierten damit den Bau der Berliner Mauer, überließen die Interpretation allerdings dem Betrachter. Trotz einiger Probleme mit den Behörden stapelte das Paar ohne eine Genehmigung am 27. Juni die Ölfässer aufeinander. Jeanne-Claude konnte die heranrückenden Polizisten hinhalten und davon überzeugen, die Fässer für einige Stunden stehen zu lassen. Anwohner und Verkehrsteilnehmer waren empört und verärgert. Am 28. November 1962 heirateten Christo und Jeanne-Claude. Sie waren immer noch sehr arm, aber sparten Geld für eine Fahrt nach New York, weil sich das Zentrum der Kunst zunehmend von Paris nach New York verlagerte.

Neue Ufer

Im Februar 1964 kamen Christo und Jeanne-Claude in New York an. Nach einer kurzen Rückkehr nach Europa verlagerten die Christos ihren Wohnsitz im September endgültig in die USA. Christo stellte in einigen bekannten Galerien aus, unter anderem bei Castelli in New York und Schmela in Düsseldorf. Christo und Jeanne-Claude hatten anfängliche Schwierigkeiten, sich im neuen Land einzuleben. Es bestanden Sprachbarrieren, sie waren verschuldet und hatten noch keine Wohnung. Nach langer Suche fanden sie eine heruntergekommene Bleibe, die sie zwei Monate lang renovieren mussten, was dazu führte, dass der Schuldenberg weiter anwuchs. Christo begann im selben Jahr maßstabsgetreue Ladenfronten herzustellen, deren Fenster er mit Stoffen oder Papieren verhängte und somit den Blick ins Innere negierte. Das nächste größere Projekt war ein riesiges 1.200 Kubikmeter fassendes Luftpaket, das 1966 mit Hilfe von begeisterten Studenten realisiert wurde.

Textquelle: Seite „Christo und Jeanne-Claude“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. November 2009, 19:07 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 19. November 2009, 22:27 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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