Vincent van Gogh

Vincent van Gogh

*30.03.1853 — †29.07.1890

Beginn als Maler

Van Goghs frühen Arbeiten ist kaum anzumerken, dass er einmal ein bedeutender Maler werden sollte.Er wollte lernen und eignete sich das Nötigste autodidaktisch an, zeichnete nach Lehrbüchern und kopierte von ihm bewunderte Zeichnungen und Drucke. Um in Kontakt mit Kunst und Künstlern zu kommen, zog er im Oktober 1880 nach Brüssel, wo er sein Selbststudium fortsetzte. Dass er, wie gelegentlich angemerkt, die dortige Kunstakademie besuchte, ist nicht eindeutig belegt (er war jedoch eingeschrieben). In Brüssel traf er Anthon van Rappard, mit dem er sich über künstlerische Fragen austauschte, der ihn unterrichtete, ihn in den folgenden Jahren mehrmals besuchte und mit dem er längere Zeit brieflich in Kontakt stand. Nachdem Rappard Brüssel verlassen hatte, kehrte van Gogh im April 1881 (wohl auch aus wirtschaftlichem Grund) ins Elternhaus nach Etten zurück.

Vincent van Gogh: Kummer (Lithografie, November 1882)
Public Domain

Vincent van Gogh: Kummer (Lithografie, November 1882)

Dort zeichnete er wieder – neben Landschaftsmotiven der Umgebung – hauptsächlich bäuerliche Arbeiten und Arbeiter. Im Sommer verliebte er sich in seine Cousine Kee Voss, die zu Besuch gekommen war. Trotz abschlägiger Antwort setzte van Gogh sein Werben allzu beharrlich fort, was zur Konfrontation mit Eltern und Verwandten führte. Da Vincents Verhältnis zur Familie ohnedies angespannt war – er galt als Versager – entstand ein Streit, der kurz nach Weihnachten 1881 mit seinem Auszug endete.

Van Gogh hatte bereits im November/Dezember 1881 vier Wochen bei dem angeheirateten Cousin Anton Mauve in Den Haag verbracht, dessen Arbeiten er höchst schätzte und der ihn in die Aquarell- und Ölmalerei eingeführt hatte. Nach dem Hinauswurf aus dem Elternhaus übersiedelte van Gogh nach Den Haag und setzte die Unterweisungen bei Mauve fort, jedoch bloß für wenige Wochen – neben künstlerischen Meinungsverschiedenheiten war auch die gesellschaftlich inakzeptable Liaison van Goghs mit seinem Modell Sien, einer schwangeren Gelegenheitsprostituierten, ein wesentlicher Grund für die Trennung von seinem Lehrer. Diese Beziehung hatte auch den Druck seitens der Familie verstärkt (nicht einmal Theo unterstützte ihn diesbezüglich, auch konnte dieser nicht den Unterhalt einer Familie finanzieren, und das Zusammenleben gestaltete sich demgemäß bald schwierig). Im Herbst 1883 trennte van Gogh sich von Sien, durchaus im Bewusstsein, für die Zukunft auf eine eigene Familie zu verzichten: „Wir stehen jetzt vor dieser Tatsache – meinem festen Vorsatz, tot zu sein für alles, außer für meine Arbeit.“ (Brief 313 an Theo). Von diesem Zeitpunkt an beschränkte van Gogh sich auf leichtlebige oder für ein Geringes käufliche Frauen.

Vincent van Gogh: Weber am Webstuhl (1884)
The Yorck Project (GFDL*)

Vincent van Gogh: Weber am Webstuhl (1884)

Nach der Trennung von Sien zog er im September in die nordniederländische Provinz Drenthe, eine Heide- und Moorlandschaft, die wegen ihrer malerischen Atmosphäre von Künstlern wie etwa Max Liebermann geschätzt wurde. Im Dezember kehrte er zu seinen inzwischen in Nuenen lebenden Eltern zurück, die ihn eher halbherzig aufnahmen. Nachdem am 26. März 1885 der Vater gestorben war, zog van Gogh in sein nahe gelegenes Atelier um.

Während der zwei Jahre, die der Maler in Nuenen verbrachte, entstanden über 180 Gemälde, vor allem Bilder von Bauern aus der Umgebung, aber auch zahlreiche Stillleben. Ab Ende 1884 hatte er vier Amateure aus dem nahen Eindhoven als Schüler, die ihn jedoch nicht mit Geld, sondern mit Mahlzeiten und Farben bezahlten. 1885 schuf er Die Kartoffelesser, das als Hauptwerk geltende Gemälde dieser Periode. Der Künstler litt jedoch in der Provinz unter seiner Isolation. Die für ihn nächstgelegene Kunststadt war Antwerpen, wohin er im November 1885 aufbrach.

Textquelle: Seite „Vincent van Gogh“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Dezember 2010, 19:15 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 25. Januar 2011, 23:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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